Und dann..

Und dann ….wird man beschenkt mit so viel Zuneigung und Freude.

Und dann … erlebt man ein Gefühl von Familie.

Und dann …..lacht man zusammen über den pechschwarzen Humor, den man gemeinsam teilt.

Und dann … überkommt einem eine Panik, dass alles enden könnte.

Und dann… weiss man, dass was man gerade erlebt, man sich ewig daran freuen möchte.

Und dann…. ist man sich bewusst, dass eine Ewigkeit, “ nur jetzt“ oder „für immer“ heissen kann.

Und dann … bastelt der Toaster einen Totenkopf auf einem Toast, der angeknabbert wird, aber weil das Motiv so schön ist, man den Toast leben lässt, als Beweis, dass der Toaster es doch kann.

by canela

Kleine liebgewonnene Gewohnheiten

gibt es schnell zwischen zwei Menschen, die noch nicht so lange zusammen sind, aber sich schon ziemlich oft gesehen haben.

Das erstaunliche ist, dass man sich ganz schnell an kleine gemeinsame Rituale, zum Beispiel morgendliche Zeremonien, gewöhnt. Doch was passiert wenn einer für zehn Tage weg ist? Dann wird alles, was man alleine tut, blöd!

  • Aufstehen am Morgen und keinen Mundgeruch des Anderen riechen= Blöd!
  • Alleine zähneputzend in der Wohnung herumspazieren und mit vollem Zahnpastamund reden und niemand hört zu= Blöd!
  • Kaffee trinken, ohne das Schlürfen des Anderen zu hören= Blöd!
  • Ganze schnell ins Badezimmer verschwinden, weil der Kaffee seine Wirkung tut und man die Türe mit sieben Riegeln verschlossen hat und die drei Schallschutzwände vor die Türe geschoben hat, damit er nicht reinkommt, aber vorallem er ja nichts hört=Blöd!
  • Niemanden aufhalten können, weil er ja auch ins Bad muss, aber man glaubt, das Badezimmer sei nun für immer geruchlich vergiftet und müsse nun mindestens 40 Tage unter Giftgasalarm-Quarantäne gesetzt werden= Blöd!

Und so zählt man sehnsüchtig die Tage bis sie vorbei sind. Da ist nichts mit diesen doofen Sprüchen wie «Carpe diem» oder «Lebe den Tag, als wäre es dein letzter.» Ha ha, sag ich da nur. Alles blöd!

by canela

Die Schachtel mit den besten Augenblicken

Es gibt Dinge, die sammelt man im Kopf, andere wiederum im Herzen.  Viele sind feinsäuberlich in Schubladen abgelegt oder sie liegen auch gerne mal herum, wenn man nicht genau weiss, wo man sie einräumen soll.

Und dann, ja dann gibt es die kleinen Schätze, die man über all die Jahre in einer Schachtel verschlossen gehalten hat. Gesammelt, als man meinte, es gäbe nicht einen besseren Moment, als der, der man gerade erlebt.

Der Karton mit den besten Momenten ist so gut versteckt, dass man sich nicht mehr daran erinnert, ihn jemals besessen zu haben. Bis Tage wie diese.

Man kramt den Karton aus dem hinteren Ecken des Schrankes heraus. Nicht ohne ein bisschen Wehmut. Denn Wehmut ist meist mit den bestgeglaubten Augenblicken verbunden.

Wenn man ihn dann öffnet, fliegen einem Bilder entgegen aus der Vergangenheit. Die erste Rose, deren Rosenblatt man zurückbehalten hat. Das silberne Herzchen mit dem Namen des  Geliebten graviert. Fast verblichene und in voller Euphorie geschriebene Liebesschwüre. Mit Tinte auf Papier und alles in Schnörkelschrift.

Darauf hin holt man sich das Ticket vom Muesumsbesuch, der Draht, der den mit chinesischen Tee gefüllten Beutel zusammenhielt und der Zapfen des ersten gemeinsam getrunkenen Weines. Alles wird oben auf die anderen besten Augenblicke darauf gelegt. Die Schachtel wird wieder sorgfältig geschlossen und in die hinteren Ecken des Schrankes verstaut.

Der Kuss auf dem Ohr, der Gänsehaut regnen liess, den packt man ins Herzen. Und der Glaube, wieder einen besten Augenblick erlebt zu haben in den Kopf.

by canela

Auferstanden

Der Sturz war unabwendbar. Jeder weiss, dass man früher oder später fällt. So kometenhaft der Aufstieg war, um so sturzflughafter ist der Fall.

Wer aber denkt, dass der Aufprall hart und unbamherzig war, täuscht sich. Er war hammerhart! Die Knochen taten weh und der Körper fühlte sich wie Brei an. Doch alles ist noch intakt. Das Loch, das es gab, war tief aber nicht tief genug, um liegen zu bleiben oder gar nicht gefunden zu werden. Er fand sie.

Er: Wo warst du denn? Ich habe dich vermisst und hatte Angst um dich.

Sie: Unter der Erde, wo ich immer bin, wenn ich niemanden sehen will!

Er: Wieso kannst du dich nicht wie andere Menschen im Zimmer verkriechen oder unter die Bettdecke schlüpfen?

Sie: Weil ich nicht die Anderen bin. Ich muss mich eingraben; in die Erde. Es muss dunkel, leise und unerreichbar für die anderen sein. Das ist nun mal unter der Erde.

Er: Aber kein normaler Mensch kann dort atmen, geschweige denn überleben!

Sie: Ich kann es!

Er: Wie ist es dort?

Sie: Es gibt nichts und niemanden. Es ist leer und doch voll. Und es duftet nach Erde. Manchmal riecht es auch nach Regen. Und es herrscht Ruhe. Unglaublich schöne Ruhe.

Er: Wieso kommst du dann wieder zurück?

Sie: Weil ich dich liebe!

Er strich ihr mit dem Daumen über den Nasenflügel und wischte einen Erdkrümel weg. Sie schaute ihn mit ihrem bleichen Gesicht an und neigte ihren Kopf so, dass er in seiner Hand lag.

Er: Du bist bleich. Man sieht, dass die Sonne dich nicht berührt hat.

Sie: Sie ist gerade aufgegangen, als du mir aus meinem Loch geholfen hast.

Er sah in ihre Augen; es stimmte. Ihr Blick strahlte ihn aus ihrem dreckigen Antlitz an.

Er: Geh duschen! Du bist voller Erde!

Sie: Kommst du mit?

Vier Füsse standen im braunen Wasser. Manchmal blieb ein Grashalm zwischen den Zehen hängen, der aber vom Sog des Wassers in den Abfluss hinunter gerissen wurde.

by canela

Das ist wie…

Melancholie ist schön. Vorallem wenn man dabei glücklich ist; kein Widerspruch sondern eine Komposition aus verschiedenen Tönen.

Das ist wie wie auf einer Hollywood-Schaukel sitzen und die Welt aus verschiedenen Perspektiven sehen. Ein wohliges Auf-und-Ab im Magen.

Das ist wie in eine Mandel beissen, die mit Salz und dunkler Schokolade überzogen ist. Zuerst ist es bittersüss-salzig bis der liebliche Geschmack der Mandel alles auffängt und sich im Mund ausbreitet.

Das ist wie im Akt sich verlieren und nach dem kleinen Tod aufgefangen werden, eng umschlungen und die feuchte Wärme des andern in die eigenen Poren aufsaugen.

Das ist wie im Wald spazieren, während  man Musik hört und bei den Klängen das Gehirn springt und hüpft und wohlige Schauer den Körper herunterrieseln.

Das ist wie in der Badwanne liegen, nur das Gesicht oberhalb der Wasserfläche und dem eigenen Herzschlag zu hörend. Wenn der Schaum eine Festung aus weissem Ylang-Ylang-Duft um deinen nassen Körper baut.

Das ist wie indische Liebeslieber hören und sich wie in den Bollywood-Filmen fühlen. Farbenfroh und tanzend, alles funkelnd und zuckersüss.

text by canela

music by: nitin sawhney

Ich bin ein Magnet

Wenn man sich zu einem Magnet entwickelt hat, dann fallen gewisse Dinge völlig ins Wasser oder Andere entwickeln sich, die man nicht mal kannte.

  • Man kann nicht an Parties teilnehmen, für die man sich angemeldet hat, weil man ohne den anderen gar nicht fähig ist, sich zu bewegen.
  • Dank der hohen Magnetwirkung werden augenblicklich alle negativen Erlebnisse auf dem mentalen Datenträger auf Nimmerwiedersehen gelöscht.
  • Sich nicht anzufassen, wenn man in der Nähe des anderen ist, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Willenlos suchen sich die Hände.
  • Die Angst aus Wolke 7 oder noch höher zu fallen, wird durch die starke Anziehungskraft zunichte gemacht.
  • Die Nadel des Kompass schlägt wie wild, wenn ich mich in der Nähe bewege.
  • Nicht völlig ineinander verwoben zu schlafen, grenzt an Überwindung der Anziehungskraft und käme einem Spaziergang auf dem Mond gleich. Hier auf der Erde völlig unmöglich.
  • Irgendwann trotzdem getrennt für ein paar Tage, ist man nicht mehr fähig gerade zu laufen geschweige denn einen vernünftigen Gedanken zu fassen. Die magnetische Anziehung hat ihren Preis!

by canela

Auf Wolke 7 und was man sofort tun würde

Wenn man auf Wolke 7 schwebt, dann sind die Synapsen auf Zuckerwatte eingestellt. Und zwar rosafarbene. Ja, keine hellblauen oder weissen. Nein! Es muss die rosafarbene Zuckerwatte sein.

Da steckt man den Mund hinein mit rausgestreckter Zunge und lässt sich süss prickelnd das ganze Gesicht verkleben. Man sieht doof aus? Wen kümmert das! Es verklebt einem die Wimpern? Wer will schon mit offenen Augen schweben! Man kriegt Karies? Scheiss auf die Zähne!

Auf Wolke 7 würde man auch sofort heiraten, obwohl man es schon ein paar Mal gemacht hat. Was kümmert einen die Scheidungsrate – die man wohlgemerkt selber in die Höhe getrieben hat – wenn man einfach findet, ER ist es, den man schon immer brauchte!?

Natürlich würde man auch auf Wolke 7 mindestens 7 Kinder machen. Am liebsten alle gleichzeitig gebären und sich dann mit ihm – zwischen zahnlosen und immer lächelnden Babies  – die Hand reichen und in den rosa Sonnenuntergang spazieren.

Irgendwann ist die Zuckerwatte gegessen. Doch ich werde mir eine Zuckerwatten-Maschine kaufen und einen Kurs besuchen, wie man Diese elegant im Kreis auf das Stäbchen türmt. Man muss bereit sein, immer wieder was Neues zu lernen und etwas  zu „investieren“, wenn man Dinge lange und vorallem immer wieder erleben möchte. Und zwar nur mit dem Auserwählten, wohlgemerkt!

Natürlich werde ich auch Zuckerwatten verschenken. Man will auf Wolke 7 ja allen anderen dieses Gefühl weitergeben. Und falls mir jemand einen „Batzen“ dafür gibt, kommt es in ein „Kässeli“ Mit dem Erlös kaufe ich mir dann ein Gebiss.

by canela