Der hermeneutische Zirkel

Wenn man eine Headline texten möchte, kann man sich the head zerbrechen. Die Schlagzeile soll treffen und zwar mitten in den Bauch. Nicht nur in den Kopf, wie einige meinen. Emotionen auslösen, Erlebnisse hervorholen und fesseln. Das sollte die Überschrift zusammen mit dem darauf folgenden Text oder Bild können.

Beim Texten einer Headline ist also das Wecken von Aufmerksamkeit gefragt.  Aber auch Informationen sollen über das Produkt und die Dienstleistung weitergegeben werden. Der hermeneutische Zirkel kann dabei helfen. Was Hermeneutik heisst, kann man bei Tante Wiki nachlesen.

Ich habe gelernt, dass der hermeneutische Zirkel zur Bildung von erfolgreichen Headlines unterstützen kann. Er dient dazu Stichworte für eine Schlagzeile zu liefern. Stück für Stück nähert man sich an den Sinn eines Textes bzw. einer Überschrift.

  1. Als erster Schritt erstellt man eine Art Phantombild. Das ist eine Stichwortliste mit allen Begriffen, die einem zu dem Produkt oder der Dienstleistung in den Sinn kommen.
  2. Der zweite Schritt ist, man erstellt ein Profil zu jedem Phantombild. Das heisst, es werden weitere Assoziationen notiert.
  3. Beim dritten und letzten Schritt werden zu jedem Begriff im Profil weitere Gedankenverbindungen gesucht. Lexika können bei diesem Schritt helfen.

Über diese drei Schritte entstehen eine grosse Brandbreite an Stichworten, aus denen originelle Lösungen kreiert werden. Begriffe, die nicht zur Zielgruppe passen, werden dann gestrichen. Diese Methode eignet sich vorallem für Produkte, die man unzählige Male bewerben muss.Tante Wiki liefert auch eine Definition über den hermeneutischen Zirkel.

Aus dem bestehenden Wissen entstehen neue Verbindungen und Sichtweisen. Der Horizont im Kopf ist weiter, als man glaubt. Und sobald man diese Erkenntnis hat, ist man auch näher am Bauch. Das ist meine Schlussfolgerung des Ganzen. Dabei hat mich mein Lieblingsstück von Paolo Conte begleitet.

text by canela
music by paolo conte

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Kein Blocksatz für den Aufsatz

Jeder kennt das Wort Aufsatz. Weil jeder früher Aufsätze in der Schule schreiben musste. Heute nennt man beim Bloggen den Aufsatz Post. Seltsam eigentlich, nicht? Was nicht seltsam ist, dass wir alle gelesen wollen werden. Wieso würde man sonst bloggen? Ein Tagebuch in Papier würde genügen, oder?

Also wenn wir gelesen werden wollen, wieso wird der Post in Blocksatz gestaltet? Er wird in Zeitungen gebraucht, das stimmt! Aber unser Blog ist keine Zeitung. Sogar die Zeitungen selber, die online sind, benutzen keinen Blocksatz.

Wenn wir den Blocksatz benutzen, haben unsere Augen zu wenig Fixationspunkte. Die Abstände zwischen den Wörtern sind zu gross. Wenn wir dann zusätzlich scrollen, haben sich unsere Augen in der Pixelwüste verloren. Der Leser verliert den Faden.  Wenn wir das wollen, dann haben wir es mit dem Blocksatz geschafft.

Also: Kein Blocksatz für den Aufsatz. Ausser wir wollen es unseren Lesern besonders schwierig gestalten, uns zu lesen. Denn Leserlichkeit bedeutet auch Gastfreundschaft.

by canela