Über eine Hochzeit und the BossHoss

Mit Stöckelschuhen oder High Heels lassen sich problemlos steile Schlosstreppen erklimmen. Mutig auf Zehenspitzen um den Absatz nicht zu verlieren, wird die Höhe bezwungen. Da kennen die Golden Girls nichts! Ersatzschuhe waren dabei – Frau weiss nie, was für unwegsame Wege eine Hochzeit bereit hält – doch die wurden trotzig in der Tasche versteckt. Ohne die getuschten Wimpern zu zucken, zog man die Schuhe nach der Trauung aus und stieg barfuss hinunter.

Ich weiss nicht, was mich trauriger macht: Sind es Beerdigungen oder Hochzeiten.

Wir waren vier Paare an unserem Tisch, mein Sohn war mein männlicher Begleiter. Mir gegenüber sass ein Pärchen frisch verliebt, das es einem das Herz frohlocken liess. Zu meiner linken und rechten Seite, sah man aber genau das, was vielen Paaren blüht. Durch die Abnutzung der Jahre oder durch Das-sich-selber aufgeben sassen Mann und Frau nebeneinander und hatten sich spärlich was zu sagen. Ihre gelangweilten Gesichter, ihre spitzen Bemerkungen, ihre Sticheleien schienen der einzige Zusammenhalt zu sein.

Nachdem das Brautpaar – das erfrischend glücklich aussah- den Tanz eröffnete, schwirrten viele auch auf die Tanzfläche und begleiteten sie. All diese Paare…. Unerträglich! Ich ging hinaus und rauchte alleine im Stillen meine Zigarette. Da soll einer sagen, Drogen hälfen nicht!

Der Tag danach waren mein Kopf und Körper zusammen eine einzige Marterhölle. Und das, obwohl ich fast nichts getrunken hatte. Aufprall von zuviel Glück und verstecktem Leid?

Als the BossHoss Sonntagabend in Luzern spielten, ging es mir besser. Ich schöpfte Hoffnung. Oder vielleicht bin ich einfach ein Musikjunkie, der aufgrund von Musik die momentan ausgestorbenen Endorphine kurz spürte. Word up!

by canela

Urs serviert Japanisches

Sie hatte uns alle gewarnt: „Eure Haare  und eure Kleider werden stinken und ihr werdet voll gefressen sein!“ E. hatte nicht gelogen. Wir bekamen etwas Leichtes zum Essen und etwas Schweres fürs Portemonnaie und zwar im Restaurant Sayori in Baden. Was uns aber E. allen verheimlicht hatte, war Urs.

urs

Urs der schnuckelige, äusserst kompetente Waiter mit südländischem Touch ist glatzköpfig und mit einem Don-Juan-Bärtchen dekoriert sowie mindestens zehn Jahre jünger als wir Golden Girls (o.k. E. du nicht!) . Die idealen Voraussetzungen ein Flirtopfer zu werden. Denn was gibt es Schlimmeres, als von älteren Damen angebaggert werden?! Eben! Und was hat man als sogenannte reife Frau schon zu verlieren? Nichts!

Wenn man zahlender Gast ist, kann man Macht ausspielen. Man muss nicht mal hübsch sein dafür. Das wissen Männer schon lange. Immerhin unser Schnuckel-Urs hatte Glück. Wir gaben ein zünftiges Trinkgeld und waren erst noch liebreizend anzuschauen.

Unser Urs war dann so nett, dass er uns Frauen noch einen Trick zeigte: 13 Gläser in einer Hand. Und ja, klar war alles gespielt und klar waren wir ihm alle zu alt und klar hatte er Schiss vor uns. Na und?

Ach ja, das Menu beinhaltete mindestens sieben Gänge und mein Lamm schmeckte lecker. Das noch nebenbei erwähnt……

by canela