Wo ist dein Herz nur hin?

Während ich mich bewusst entschieden habe, meine Verwundbarkeit und Unzulänglichkeiten zu zeigen, hast du beschlossen, noch sarkastischer zu werden. Möglicherweise wirst du behaupten, das Leben habe dich so gemacht, dass du nicht anders könnest und es sowieso nicht besser werde. Nirgends! Weder in dir noch auf der Welt.

Du gibst nicht mehr so viel von dir Preis wie früher. Ich könnte es ja gegen dich verwenden. Woher diese Angst? Dein Motto ist Kontrolle behalten und darin erstarren. Dafür springst du auf jeden Satz, den ich preisgebe und verspottest mich, weil du meine Worte dumm findest. Ich und meine Naivität entlocken dir ein müdes, arrogantes Lächeln. Dass ich dich genau beobachte, wie du auf meine losgelassenen Worte reagierst, merkst du nicht. Unsere Verbindung ist gekappt.

Ich fand dich toll, ich habe dein Licht gesehen. Dein brillanter Verstand, dein ständiges Hinterfragen, dein vieles gescheites Reden hat mich immer wieder erstaunt. Doch ich spürte auch immer dein Herz. Wo ist es jetzt nur hin? Neuerdings wirkst du besserwisserisch, hart und wenn man genau hin fühlt wahnsinnig traurig. Als wärst du vom Alltag zerfressen, verdaut und dann ausgekotzt worden. Deine teuren Schuhe, die dir ohne Zweifel ausgezeichnet stehen, machen deinen Sarkasmus nicht wett. Glaub mir.

Während ich auf dem Bild zwei sich umarmende Bäume sehe, siehst du nur den Nebel und die vermeintliche Trostlosigkeit.

Somit entlasse ich dich in deine Welt, die abgebrüht und abgestumpft ist. Erträglich mit Alkohol und Drogen. Die du nur mit betrunkenen Frauen im deinem Bett aushältst. Ja nicht hinschauen, dort, wo es weh tut. Denn hinter dem Schmerz, da ist dein Ich. Dein Ich, das verletzlich und klein ist. Wie wohl alle unsere Ichs.

Und dann schaue ich dich an, wie du grosse Worte von dir gibst, aber nichts sagst. Und ich frage mich: Wo ist nur dein Herz hin?

by canela

 

 

 

Was ist dein Land?

Im August bin ich mit Bluetime im Tessin gewesen. Wir fuhren einem Fluss entlang, der die Schweiz von Italien trennt.  „Schon komisch das mit den Ländern,“ sagte ich zu ihr. „Immer, wenn ich irgendwo an einer Grenze bin, verstehe ich das Konzept von Grenze nicht. Irgendwie macht das gar keinen Sinn für mich. Was ist der Unterschied zwischen den Menschen am andern Flussufer und uns, ausser dass sie eine andere Sprache sprechen?“

Wenn man kein Land hat, zu dem man sich wirklich dazugehörig fühlt wie ich, muss man Menschen um sich haben, die ähnlich denken und fühlen. Die Nationalität spielt für mich dabei keine Rolle.

Es ist nicht wichtig, woher meine Eltern stammen. Oder wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin.  Denn das ist weder mein eigener Verdienst, noch etwas, worauf ich stolz sein könnte.

Es geht um das Gefühl von Zusammenhalt, ähnlichen Werten und Bewusstsein. Es geht um Träume und Visionen, die ich teile. Es geht um die Verbundenheit, die ich mit anderen spüre.

Menschen sind mein Land, die mit mir zusammen lachen und die mir ein Taschentuch geben, wenn ich weine. Die mit mir an Konzerten herumhüpfen oder ruhig im Stuhl sitzen und mir zuhören. Mein Land sind Freunde, Familie und mein Kind, die mit mir gemeinsam an einem Tisch essen und feiern. Die mich in Ruhe lassen, wenn ich alleine sein will, ohne dabei eingeschnappt zu sein.

Mein Land sind Menschen, die mich spontan auf ein Abenteuer mitnehmen. Die mir Mut machen, wenn ich vor Angst in die Hosen scheisse. Mein Land ist das Herz der Frau und des Mannes, die mir darin einen Platz gegeben haben.

by canela
music by dustin o’halloran

50 is not the end

Ich sitze im Zug. Ein junger, hübscher Mann tritt ins Zugabteil und fragt: „Ist hier noch frei?“ Ich nicke. Kaum sitzt er mir gegenüber, ziehe ich meinen Bauch ein. Gott sei Dank dauert die Fahrt nur 29 Minuten.

Ich bin vermutlich doppelt so alt wie er. Und trotzdem verirrt sich mein Blick in seinen Bart aus dem ein paar blonde Haare glänzen, wie Goldfäden. Ich mag Bärte. Ich mag das Knistern, wenn ich mit den Fingern darüber fahre. Ich geniesse es, ihn heimlich zu beobachten. Seine weichen Gesichtszüge und seine vollen Lippen. Er schreibt seine Nachrichten mit den Daumen. Ein Kind aus der Daumengeneration.

Heute bin ich 50. Ich weiss gar nicht, wie man sich dabei fühlen soll. 50 soll das neue 40 sein, habe ich gelesen. Was heisst das überhaupt? Ich kann mir nichts darunter vorstellen.

Mein Leben zusammengefasst:

Mit 20 besass ich eine Matura und wollte die Welt verändern. Um die 30 hatte ich einen Autounfall und mir wurde bewusst, dass das Leben endlich ist. Meine erste Ehe kam und ging. Ich habe in Las Vegas geheiratet, mit Stretch-Limousine. Immerhin. Mit 40 wusste ich, dass ich Krebs besiegen und zwei Fehlgeburten überleben kann, ohne daran zu zerbrechen. Ich habe einen gesunden Sohn auf die Welt gebracht, trotz all den Unkenrufen der Ärzte. Auch die zweite Ehe kam und ging.

Nun besuche ich eine Weiterbildung. Ich will später vor Menschen sitzen nicht vor dem Computer. Ob ich das wirklich tun werde, weiss ich nicht. Doch dieses Lernen, das Erfahren machen mich glücklich. Canela, was willst du werden, wenn du gross bist? Glücklich!

Ich liebe elektronische Musik, zum Beispiel die Mixes, die mein Bruder zaubert. Ich liebe Jazz aus Skandinavien, ich mag Stoner Rock und Männer mit Bart, die Singer Songwriter sind.

Ich liebe meinen Sohn. Ich liebe die Natur, kitschige Sonnenuntergänge und Regenbogen. Ich liebe meine Freundinnen und Freunde. Ich liebe meine Familie.

Ich feiere immer noch ab und zu bis in die Morgenstunden. Ich bin eine Prinzessin und will Königin werden. Ich leide, wenn ich sehe, was gerade in der Welt geschieht. Ich werde wahnsinnig wütend, wenn man meine Grenzen nicht respektiert. Ich weine wegen der Schönheit von Wolken, Bäumen und von Momenten. Ich lache über krude Witze und über mich. Ich falle hin und stehe wieder auf.

Nichts ist mit 50 vorbei. Mit 50 bleibt man nicht stehen, wenn man noch die Welt entdecken will. 50 ist nicht das Ende, definitiv nicht.

text and pic by canela

Ich stelle mir vor

Manchmal, wenn ich im Zug sitze, male ich mir Geschichten aus. Ich stelle mir vor, du sässest mir gegenüber. Beide vertieft in einem Buch und glücklich, nicht reden zu müssen.

Du weisst, dass ich ab einer bestimmten Strecke nicht mehr lese, weil ich meinen Blick durch das Fenster schweifen lasse, um über den Wald und die Wiesen zu fliegen. Ich spüre den sanften Wind, während ich durch die Baumkronen schwebe. Die vom Tau nassen Blätter streifen mein Gesicht, und es riecht nach Birken,Tannen, Erde und Fluss. Dann gleite ich tief hinunter zu den Wiesen. Es duftet nach Blumen und die Halme streicheln mein Gesicht.

Du beobachtest mich, erkennst an meinem reisenden Blick, wie ich diesen Moment geniesse. Du weisst, dass ich das erlebe, was ich mir ausmale.Dann schaue ich dich an, lächle und du wischst mir ein Tautropfen von meiner Wange.

Ich stelle mir vor, dass du mir gegenüber sitzt. Willst du wissen, wie ich heute meine Haare trage? Meine Haare sind zu einem Zopf geflochten. Du magst das doch.Und weil du vis-à-vis von mir sitzst, beugst du dich zu mir vor, küsst meine Stirne, streichelst meine Wange und fährst sachte mit deiner Hand über meinen Zopf.

Die Frau neben dir, scheint deine zärtliche Geste zu missfallen. Ich lächle sie an und sie spendet mir dafür einen giftigen Blick. Sie hat diesen trotzigen Ausdruck einer Frau, die einsam ist und es nicht zugibt. Sie schaut dich an und denkt: „Pah, mich würdest du nicht so einfach kriegen!“ Sie hat klare Vorstellungen, wie ein Mann zu sein hat und was sie vom Leben will.

Was sie nicht weiss, ist, dass ich diese auch habe. Meine Vorstellungen und Prinzipien jedoch werfe ich sofort über Bord, wenn ich sie als selbstauferlegte Schranken empfinde. Was sie nicht weiss, ist, dass Loslassen, das Einzig wahre ist, wenn sich etwas schwer anfühlt.

Ich stelle mir vor, wie du aufstehst und das Abteil im Zug wechselst.

text and pic by canela

Sonntagseinsichten

Heute Morgen beim Walken, spazierten Gedanken durch meinen Kopf:

  • Wenn man vor den Hundehaltern in den Wald geht, streifen das Gesicht gefühlte 100 Spinnennetze. Diese erzeugen etwa 1000 Ekelschauer.
  • Im Verstand wohnt das Ego.
  • Ich bin nicht nur mein Verstand, ich besitze einen Verstand. Ich bin nicht nur mein Körper, ich lebe in meinem Körper. Ich bin nicht nur meine Gefühle, ich besitze Gefühle. Das, was mich ausmacht, ist mehr als nur diese drei Dinge.
  • Ich dirigiere diese drei Dinge und achte auf die Balance. Das kann ich üben. Einfach ist es nicht.
  • Der echte Wille an etwas dran zu bleiben und erreichen zu wollen, kann man trainieren. Kommt das Ziel von aussen, will der echte Wille nicht. Kommt es von innen, will er. Echt!
  • Wenn ein Wunsch nur gedacht wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich erfüllt geringer, als wenn man ihn aufschreibt.
  • Wechseljahre sind ein bisschen wie Pubertät. Der Körper und die Haltung zum Leben verändern sich.
  • Eine Blumenwiese zu betrachten, in deren Farben und in der Beschaffenheit jeder einzelnen Blumen einzutauchen und sich von deren Vollkommenheit überwältigen zu lassen, ist ein Orgasmus für die Seele.

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Gesunder Menschenverstand

Kennt ihr das Argument, das Leute bringen, wenn sie meinen, das etwas, was sie nicht verstehen und nicht in ihr Weltbild passt mit dem Satz beenden: „Du siehst die Dinge nicht richtig Canela, das ist doch gesunder Menschenverstand!“

Gibt es kranker Menschenverstand? Gibt es gesunden Tier- oder Pflanzenverstand? Was ist gesunder Menschenverstand überhaupt? Wer definiert ihn? Wäre gesunder Menschenverstand in Indien das gleiche wie in der Schweiz?

Neulich lief ich an einer Kuhherde vorbei. Sie lagen oder standen eng beisammen und genossen die Ruhe. Als ich mich näherte, stand der Stier auf und spazierte gemächlich zu mir. Ich hatte Respekt vor ihm. Jedesmal, wenn ich die Kuhherde fotografieren wollte, näherte er sich und starrte mich an, als ob er die Herde schützen wollte. Ist das nicht gesunder Menschenverstand? Oder soll ich es gesunder Stierverstand nennen?

Ist man als Mensch, gesund und bei Verstand, nicht auch im Herz und in der Seele? Wie erklärt man sich mit gesundem Menschenverstand, dass wir Menschen Natur und Tiere am Ausrotten sind?

pics and text canela

Post aus Kopenhagen

Post aus Kopenhagen, Alice im Wunderland ist da. Und was mache ich? Ich heule vor Rührung, weil ich Alice nicht erwartet hatte. Alice ist für mich wichtig. Denn sie wächst und schrumpft, so wie ich.

Wenn ich im Wald bin, wachse ich. Alles ist klar, ruhig und stimmig. Dann bin ich gross und unverletzlich. Kennst du das Gefühl? Du bist gerüstet für alles, was auf dich zukommt. Du fühlst dich mutig, tapfer, du bist eine Kriegerin. Eine Amazone, weil du dich ganz fühlst und du genau weisst, für was du kämpfst.

Manchmal schaffe ich es, dieses Gefühl für ein paar Stunden oder gar Tage mit zu nehmen. Bis es verschwindet. Und dann werde ich plötzlich klein und empfindlich.

Die Vögel pfeifen schrill, die Menschen reden zu laut und der Verkehrslärm bedroht mich. Wenn ich arbeite, ist diese Schwere da, die mich lähmt und träge macht. Ich schreite durchs Leben, mit einem viel zu grossen und klobigem Kleid.

Früher glaubte ich, ich könne dieses Wachsen und Schrumpfen nicht beeinflussen. Diese Ohnmacht hat mich wahnsinnig gemacht. Heute weiss ich, dass ich entscheiden kann, ob ich den Zaubertrank nehmen will oder nicht. Dieser Entscheid bewusst zu fällen, lerne ich gerade.

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Die Schönheit des Nichts

IMG_0268Als ich mich früher einsam fühlte, versuchte ich alles, um dieses Gefühl loszuwerden. Ohne Erfolg.

Ich übte mich im Aushalten und blieb zuhause. Das machte mich unruhig, fahrig und missmutig. Doch das Nichts verschwand nicht. Dann wiederum war ich oft und lange mit Freundinnen bis zum Umfallen unterwegs. Oder neue Partnerschaften mussten herhalten. Und als ich viel verdiente, gab ich viel aus. Doch dieses bittere, leere Gefühl ging nicht weg.

Heute fühle ich mich selten einsam.

Einsamkeit verschwindet nicht, wenn man sich mit Arbeit zumüllt, sich betrinkt oder Drogen nimmt. Das Nichts geht nicht weg, wenn man in einer Beziehung ist.

Wenn diese Leere aufkommt, halte ich inne und frage mich: Bin ich wirklich einsam oder vergleiche ich mein Jetzt mit etwas das WAR oder SEIN KÖNNTE? Ich stelle fest, dass es nur mein Kopf ist, der mir meine Isolation vorgaukelt. Und wenn mein Kopf das denkt, entsteht das Gefühl dazu.  Ich erlebe, dass sich  Einsamkeit einstellt, wenn ich nicht akzeptiere, was gerade ist.

Einsamkeit und Leere gehören zum Leben . Seit ich dieses Gefühl nicht beiseite schiebe, mit irgendwelchem Mist fülle oder es verkrampft auzuhalten versuche, sondern in diesem Nichts das tue, was nur mich glücklich macht, sind dieses Nichts und ich beste Freundinnen. Einsamkeit ist meine Begleiterin im Wald, wenn ich mich setze und den Fluss betrachte.  Einsamkeit ist ein Gefühl, kein Zustand.

Alfredo le Mont meinte: „Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.“ In diesem kurzen Satz hat er alles gesagt und besser beschrieben als ich.

text and pic by canela

Ich bin für Menschen, die deine Bauchschmerzen heilen

Ich bin fürs Spuren hinterlassen, für behagliche Erinnerungen an sonnendurchfluteten Tagen. Für das respektvolle Beschreiten eines neuen Gefühlskontinentes, ohne dabei ein Chaos zu hinterlassen. Für Menschen, die sich ihrer bewusst sind und wissen, wo ihre und deine Grenzen liegen. Für diskussionsloses  Akzeptieren eines „Neins“ und für wortloses Freuen über ein „Ja“.

Ich bin fürs Narben zufügen, weil Erwartungen nicht immer erfüllt werden, weil dir Enttäuschungen die Augen öffnen für andere Wirklichkeiten. Ich bin für das sich-in-eine-dunklen-Ecke-verziehen-wollen, wie ein verwundetes Tier, das sich die Wunden leckt. Ich bin für den Rückzug, für das Heilenlassen, weil Leben ohne Verletzungen nicht möglich ist.

Ich bin für regelmässige Ausschweifungen, trotz Leiden am nächsten Tag. Für das unschuldige Geniessen des Moments. Ich bin für das Augenrollen des Buschauffeurs, weil man das Schliessen der Bustüre verhindert, um einen Menschen hereinzulassen. Ich bin für die vorwurfsvollen und verständnislosen Blicke, während man in der Öffentlichkeit ausgelassen wie Kinder laut kichert .

Ich bin für Menschen, die deine Bauchschmerzen heilen. Ich bin fürs Loslassen, weil das Gefühl von Freisein Liebe erzeugt und weil Freiheit Verbundenheit schafft.

by canela

Kellerkinder

Kellerkinder sind unterdrückte Gefühle. Es sind schwierige Kinder, die du in den Keller gejagt und eingesperrt hast. Der Schlüssel zur Kellertüre hast du das Klo hinuntergespült. Sicher ist sicher. Danach hast du dir es im Wohnzimmer gemütlich gemacht und hattest deine Ruhe. Man kann so leben.

Aber glaub mir, es spielt keine Rolle, wie lange du diese unbequemen Kinder gefangen halten wirst. Irgendwann brechen sie das Schloss auf und sie stürmen wütend, laut brüllend in dein sauberes Wohnzimmer.

Beachtest du sie nicht, ist es aus mit deiner vermeintlichen Ruhe. Dein Wein, der dich so lange eingelullt hatte, schmeissen sie auf deinen kostbaren Teppich. Dein Buch, mit all den platten Weisheiten zerreissen sie in der Luft. Dein Fernseher, der dich mit sinnlosen Sendungen betäubte, wird aus dem Fenster geschossen.

Schenkst du den Kellerkindern weiterhin keine Aufmerksamkeit, werden sie dein ach so stabiles Haus Stein für Stein auseinander nehmen.  Bis nur noch der Keller steht. Der Ort, den du am meisten gemieden hast.

Kellerkinder sind wie alle Kinder, sie brauchen Aufmerksamkeit. Nur dass sie unbequemer und so fordernd sind, dass man glaubt, an ihnen zerbrechen zu müssen.  Sie sind furchterregende kleine Monster. Darum hast du sie ja auch in deinen Keller gesperrt.

Kinder spielen gerne, Kellerkinder auch. Und jetzt, wo sie dein Haus zerstört haben, bringen sie dich zum nächsten Baum. Dort wirst du von ihnen an den Stamm gefesselt . Wie kleine Indianer tanzen sie wütend um dich herum. Bis sie sich beruhigt haben und sich vor dich hinsetzen. Du siehst kleine schmutzige Gesichter, die dich mit schwarzen, trostlosen und traurigen Augen anstarren.

Jetzt musst du zuhören, du alter Feigling!

text by canela
music by nils frahm