Die Schachtel mit den besten Augenblicken

Es gibt Dinge, die sammelt man im Kopf, andere wiederum im Herzen.  Viele sind feinsäuberlich in Schubladen abgelegt oder sie liegen auch gerne mal herum, wenn man nicht genau weiss, wo man sie einräumen soll.

Und dann, ja dann gibt es die kleinen Schätze, die man über all die Jahre in einer Schachtel verschlossen gehalten hat. Gesammelt, als man meinte, es gäbe nicht einen besseren Moment, als der, der man gerade erlebt.

Der Karton mit den besten Momenten ist so gut versteckt, dass man sich nicht mehr daran erinnert, ihn jemals besessen zu haben. Bis Tage wie diese.

Man kramt den Karton aus dem hinteren Ecken des Schrankes heraus. Nicht ohne ein bisschen Wehmut. Denn Wehmut ist meist mit den bestgeglaubten Augenblicken verbunden.

Wenn man ihn dann öffnet, fliegen einem Bilder entgegen aus der Vergangenheit. Die erste Rose, deren Rosenblatt man zurückbehalten hat. Das silberne Herzchen mit dem Namen des  Geliebten graviert. Fast verblichene und in voller Euphorie geschriebene Liebesschwüre. Mit Tinte auf Papier und alles in Schnörkelschrift.

Darauf hin holt man sich das Ticket vom Muesumsbesuch, der Draht, der den mit chinesischen Tee gefüllten Beutel zusammenhielt und der Zapfen des ersten gemeinsam getrunkenen Weines. Alles wird oben auf die anderen besten Augenblicke darauf gelegt. Die Schachtel wird wieder sorgfältig geschlossen und in die hinteren Ecken des Schrankes verstaut.

Der Kuss auf dem Ohr, der Gänsehaut regnen liess, den packt man ins Herzen. Und der Glaube, wieder einen besten Augenblick erlebt zu haben in den Kopf.

by canela

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6 Gedanken zu “Die Schachtel mit den besten Augenblicken

  1. doch der allerschönste schöne moment ist immer jener der grad jetzt am schönsten ist. findi. schöner noch als die erinnerung. wenn das nicht mehr so sein sollte, möchte ich abtreten …
    😉

  2. @phil: wir sind in dem alter, in dem man bald mehr zurück blicken kann, als vowärts 😉

    @sofasophia: abtreten wenns am schönsten ist, wäre auch eine variante. aber die sparen wir uns wenn wir 100 sind.

    @leonope: gröhl! wieso haste auch mumien (ach dieser typ gefällt mir so gut, ich leg ihn kurz mal um, balsamiere ihn ein und so habe ich ein souvenier) 😀

  3. @canela: die frage ist nur, in welche richtung man geht…. vorwärts gehen bedeutet doch wohl, dem vergangenem den rücken zuzukehren. und da spielt zeit keine rolle, wuschel 😉

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