Wo sich Erde im Wasser verliert

Deine Händen liebkosen meinen Rücken
Du entlockst längst vergessene Melodien in mir
Dirigierst die Sinfonie meines Meeres

Der Druck deiner Finger löst sanfte Wellen aus
Ich spüre wieder das fliessende Wasser unter dem Eis

Dein Bauch bewegt sich in Einklang mit Meinem
Dieses leise Auf-und-ab erfüllt mich mit Nestwärme
Dein Atem dringt in mich ein
Meine leblose Erde ahnt Fülle

Unsere Seelen vereint im weiten Meer
Jede Welle ist willkommen
Unter der bewegten Oberfläche ruht die tiefe Stille
In der wir beide Eins sind

Meine Erde verliert sich in deinem Wasser
Du bist ich, ich bin du

by text and pic canela

 

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Hinter der Angst ist ein Raum gefüllt mit Blumen

Es gibt einen Raum, der so weit ist wie das Universum. Der so kompakt ist, wie ein Blume aus der Nähe betrachtet.

Dieser Raum ist für jeden Menschen anders.

Mein Raum ist gefüllt mir Leichtigkeit und Schönheit. Mein Raum ist mein Theaterstück. Ich bin der Regisseur, die Schauspieler und die Bühne zur selben Zeit. Niemand wird jemals diesen Raum so sehen und fühlen wie ich ihn erlebe. Wir können nur ahnen, was im Anderen geschieht. Aber sicher sein, nein, das können wir nicht.

Mein Raum ist gefüllt mit Verletzlichkeit, mit Zärtlichkeit, mit Kraft. Mit Liebe für das Alltägliche, das – aus der Nähe betrachtet – zu etwas besonderem wird. Mit Blumen, vielen Blumen. Mit Staunen über den Zauber, der über diesen Pflanzen liegt.

Was passiert, wenn du es wagst, hinter deiner Angst zu blicken?

text and pics by canela

Willkommen Pubertät

Bye bye Kindheit, willkommen Pubertät!

Die Zeit, in der man als Mutter noch mehr mit der eigenen Doppelmoral und Inkonsequenz konfrontiert wird.

Die Zeit, in der man Wasser predigt, Wein dazu trinkt und das Rauchen einer transzendentalen Zigarette verteufelt. Weil man ja selber viel später mit all den bösen Versuchungen des Lebens angefangen hat. Weil man vergisst, wie man selber in dieser Zeit war. Und ja, weil man nur das Beste fürs Kind möchte. Das aus ganzem Herzen.

Die Zeit, in der man morgens mit einem Gegrummel begrüsst wird, statt mit einer Umarmung. Die Phase, in der man mit den eigenen Ängsten in Berührung kommt, weil sich das Kind abnabelt und man es immer noch beschützen möchte. Weil man sich ganz fest wünscht, es möge doch gesund und glücklich bleiben. Weil man hofft, es möge noch lange Kind im wohligen Nest bleiben statt flügge zu werden.

Die Pubertät, in der man als Mutter Zurückweisungen aushält, trotzdem in Kommunikation bleiben muss und Grenzen (die man selber manchmal nicht einhält) ziehen soll.

Weil Pubertät eine Station ist mit einem Bahnhof, der auch eine gefährliche und vergammelte Seite hat, nebst der Schönen. Und man nicht möchte, dass sich das Kind zu lange an diesem Ort aufhält.  Und man hofft, dass der nächste Zug für die kommende Destination schnell eintreffen werde.

Bye bye Kindheit, willkommen Pubertät!

by canela

Was mich glücklich macht

  • Das Chaos im Kopf mit Meditation zum Verstummen zu bringen.
  • So oft wie möglich in den Wald zu gehen und sich von der Schönheit der Natur überwältigen zu lassen.
  • Sich FÜR etwas statt sich gegen etwas einzusetzen.
  • Die Angst der anderen, nicht zur eigenen Angst werden zu lassen.
  • Die eigene Angst anzuerkennen und sich mit ihr auseinander zu setzen.
  • Anderen Menschen zu helfen.
  • Kein Leid mit einem anderen Leid zu vergleichen.

Gehen Sie viel in den Wald….

September, danke.

Danke für deine Wärme. Deine weichen Hände, die mein Gesicht hielten. Danke für deine Aufmerksamkeit, die mir so viel Nähe erlaubte, wie ich es zulassen konnte. Danke für deinen Geruch, der süss und nach Ehrlichkeit roch.

Danke für deine Küsse, die nach Leben schmeckten.

text and pics by canela

Von oben sieht alles belanglos aus

Ich hoffte, dass wenn wir beide nur lange genug in den Himmel starren würden, flögen wir davon. Gemeinsam abheben wie die Superhelden im Film. Nur ohne Cape und Strumpfhosen. Gut hatten wir uns. Wir waren füreinander das Schlupfloch in das sich verletzte Tiere zurückziehen, um ihre Wunden zu lecken.

Meist sassen wir auf diesem kleinen Vorplatz vor dem verwitterten Haus. Ein alter Tisch, zwei Stühle und eine Sicht, die einer Postkarte würdig war. Der See und die Stadt.

Wir tranken Tee, rauchten und hörten Musik. Der Tee spülte unsere vom Weinen trockenen Kehlen weich. Manchmal suchte meine Hand seine und ich drückte sie kurz. Dann schaute er mich an und sein glasiger, düsterer Blick wurde weich und füllte sich mit Licht. Wären wir in diesem Moment gestorben, hätten wir beide dabei gelächelt.

Die Noten waren unser fliegender Klangteppich. Wir erhoben uns in die Lüfte und hielten uns eng umschlungen. Zusammen waren wir eins.

Von oben sieht alles belanglos aus.

Die Klänge des Liedes tanzten wie Samen einer Pusteblume im Wind. Sie flogen in unsere Ohren, krochen in unsere Köpfe und kämpften sich zu unseren zerrissenen Herzen durch. Die Töne liessen sich wie Käfer auf unseren Armen nieder, frassen sich gierig durch die Haut und nisteten sich in unseren blutenden Wunden ein. Sie suchten Wärme.

Ich fragte ihn: „Hören Angst und Schmerz jemals auf?“ Seine Hand strich über meine kalte Wange. Dann stand er auf, liess sich zu meinen Füssen nieder und er legte seinen Kopf auf meinen Schoss. Ich strich sanft über sein Haar.

text and pic by canela