Manchmal.

Manchmal
Wenn ich mich getrennt von der Aussenwelt fühle
Verbindet mich die Natur mit meinem Inneren
Umarmt von Farben und Düften

Manchmal
Wenn mich die Härte und Starre zu erobern droht
Erfroren in der Hoffnungslosigkeit des Leids auf unserer Erde
Fängt mich ein Vogelgezwitscher, ein Windstoss, ein Rauschen der Blätter auf

text and pic by canela

Ich komme zu dir

Ich komme zu dir.

Wenn du deine Mauer herunterreisst.

Wenn du mir deine frischen Narben und deine alten, bleichen Wunden zeigst.

Wenn du mir deine glücklichen Stärken und deine traurigen Schwächen zeigst.

Wenn ich deinen weichen, goldenen Honigkern sehen darf, den du versteckst.

Ja, dann komm ich zu dir und bleibe.

text and pics by canela

Schüchterner Frühling

Hallo schüchterner Frühling…

Ein vom Baum herunter gefallener Kuss erblicken. Auf einem Baumstrunk sitzen und den Eisvogel beobachten. Schwäne, die gemeinsam nebeneinander im Wasser gleiten und dir „Hallo“ sagen. Das Kräuseln der Wasseroberfläche bestaunen. Am Fenster stehen und der in Schönheit sterbende Tag geniessen, der Wolken in allen Farben malt. Vögel, die morgens so laut trällern, als ob sie den Frühling herbei singen wollten.

pic and text by canela

Sonntagsgedanke

IMG_5423Als ich dieses Bild betrachtete, dachte ich: „Wow, ich werde alt! Unter den Augen ein Karpatengebirge. Die Konturen meines Gesichts mäandrieren vor sich hin. Und dann der Hals…. Ziehharmonika lässt grüssen. Ich bin nicht mehr so schlank wie früher. Dabei achte ich doch auf mich. Ich esse gesund und bewege mich oft. Gott sei Dank sieht man meine Figur nicht auf dem Bild.“

In 20 Jahren werde ich sagen: „Wow, war ich jung! Dieser verträumte Blick. Ich war voller Tatendrang. Alles war am Körper, wo es hingehörte. Meine Figur weiblich und schön. Schade sieht man das nicht auf dem Bild. Diese Locken….. Und ach, war das ein wunderbarer, lustiger, sonniger Tag mit Freunden am See.“

Darum übe ich gerade: Wow, das bin ich. Ich bin richtig. Die Menschen, die ich mag, mögen mich so, wie ich bin. Ich finde mich schön.“

text and pic by canela

 

Dein Blick

Dein Blick habe ich auf Anhieb gemocht. Er offenbarte genau das, was du mir nicht zeigen wolltest: deine Verletzlichkeit. Du hattest einen dicken Schutzmantel an, gewoben aus Vorurteilen und Wertungen.

Du hast mich mit den Augen deiner vergangenen Erfahrung betrachtet, statt mit deinem Herzen. Das Herz sieht nur das Jetzt. Alles andere ist nur der Kopf und das festhalten an Leid. An dem Erlebten, das du an den Schmerz koppelst. Du sagtest: „Ich will keine Schmerzen mehr.“ Doch der Schmerz ist genauso wichtig wie die Freude.

Du sagtest: „Hör auf mit diesem Drama, immer machst du das gleiche!“ „Immer“, ein Wort, das man „nie“ gebrauchen sollte. „Du bist schwierig,“hattest du behauptet. „Ich verstehe dich nicht,“ hätte uns beiden mehr geholfen.

Ich habe dein Inneres gesehen, dein weiches Vanilleherz. Unsicher und zerbrechlich. Grüsse es von mir. Es ist schön.

by canela