Konzerte 2016/17

Februar: Concha Buika (Kaufleuten, Zürich).

April: Ursula Rucker (Rote Fabrik, Zürich).

Juli: Massive Attack weiter (Stimmen Festival, Lörrach).

Juli: Kwabs und SOHN (Blue Balls Festival, Luzern).

Im August gibt es einige Künstler (alle gratis!) am Musig i de Altstadt, Aarau. Auf Delinquent HabitsPablo Nouvelle und King Pepe freue ich mich besonders.

November: Cinematic Orchestra (jazznojazz, Zürich)

November: Archive (Kaufleuten, Zürich)

Januar 2017: José Gonzalez (X-tra, Zürich)

Ein Sonnenaufgang ganz für mich

Heute morgen um 5 Uhr als ich meine Augen aufschlug, dachte ich, ich sei im Paradies. Durch das Fenster sah ich den Tag, der gerade in unglaublicher Schönheit geboren wurde.

Trotz Müdigkeit und schmerzender Schulter – ein Geschenk meines Körpers, das ich seit Monaten mit mir trage und welches mich penetrant erinnert, dass ich mein Leben ändern sollte- riss ich mich zusammen, schlüpfte in meine Turnschuhe und ging in den Wald den Fluss entlang. Bei jedem Schritt spürte ich meinen rechten Arm und trotzdem entschied ich mich glücklich zu sein. Ich war Zeugin eines wunderbaren Morgens.

Vier Stunden später meinte mein grauhaariger Physiotherapeut, mein Herzchakra sei völlig zu. Er drückte mit voller Inbrunst an mir herum bis mir fast die Tränen in die Augen schossen. „Wollen Sie ein harter Winkelried sein, der alles alleine macht und sich jede Lanze ins Herz stossen lässt?  Oder wollen Sie ein weicher sanfter Fluss werden, der sich mäandrierend den Gegebenheiten der Landschaft anpasst?“ Er wusste, dass ich die Antwort weiss.

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2652 wunderbare Gefühle

Heute habe ich beschlossen 2652 Fotos auf meinem Iphone zu löschen. Schwierig, ganz schwierig für mich. Jedes Foto war ein Moment eines angenehmen Gefühls. 2652 wunderbare Gefühle. Es fällt mir schwer loszulassen.

Wie zum Beispiel gestern in Zürich. Da ist mir der Sommer begegnet. Kurz und warm, nass und schwül. Ich war glücklich.

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Blumen – oder du bist seltsam

Während ich am Bach stehe und in den Himmel eintauche, der sich im Wasser spiegelt, erinnere ich mich an ein Gespräch mit einer Arbeitskollegin.

„Du bist doch die, die keine Blumen mag,“ behauptete sie überzeugt. „Seltsam, dass du Blumen nicht als Geschenk möchtest,“ fährt sie fort.

Ich liebe Blumen. Nur nicht als Strauss sondern dort, wo sie leben. Ein Blumenstrauss, der langsam zerfällt und stirbt, bedrückt mich.

„Es fühlt sich nicht richtig an für mich,“ erkläre ich ihr. „Du bist seltsam,“ meint meine Arbeitskollegin daraufhin und schüttelt verständnislos den Kopf.

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Kurz ganz jung gefühlt…

Heute in der Migros haben sie Schleckzeug verteilt. Eins wurde mir in die Hände gedrückt. Bei den Melonen spricht mich einer an: „Du abe sicher glaini Kinda?“Ich schaue ihn verdutzt an. „Glaini Kinda sicher Freud!“ Und drückt mir nochmals Süssigkeiten in die Hand. Ich nicke dankend.

Mein erster Gedanke: „Oh mein Gott, der denkt ich sei jung! Sofort Eier einfrieren lassen! Und auf den blauenrosahellgelben Prinzen hoffen!“ Mein zweiter Gedanke:“Mensch, du bist doch in der Menopubertät! Hihi…“

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Mairegen

Ich weiss, der Mai zickt herum. Launisch wird er warm und dann wiederum wirkt er kühl und etwas mürrisch. Doch wenn man genau hinschaut, sieht man so viel Leben und Farben. Die Regentropfen sind kleine durchsichtige Perlen und die Blütenblätter wirken wie Seide. Man kann dem Monat Mai nicht wirklich böse sein…

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Frau Trotzig

„Ich arbeite hier seit 20 Jahren und habe noch nie einen einzigen Tag wegen Krankheit gefehlt“, erzählt sie mir trotzig. Sie erinnert mich an diese fremden Kindern, die einem unaufgefordert und mit sichtlichem Stolz einen fast toten, blutigen Regenwurm unter die Nase halten.

Ihre Mundwinkel sind erstarrt in der 8.20 Uhr-Position, die blauen Augen kalt wie ein Bergsee. Sollte jemals Güte, Mitgefühl sowie echten Mut in diesem Gesicht gewohnt haben, dann sind sie durch ihre 20-jährige körperliche Gesundheit getötet worden.

Als ich ihr einmal spontan ein Kompliment für ihre hübsche Bluse gemacht habe, erntete ich ein misstrauisches „Danke!“ Später verstand ich ihre Unsicherheit. „Als du zu uns gekommen bist, sagten die da oben, es käme wenigsten eine, die gut aussehen würde.“

Offensichtlich kuscht sie schon seit Jahren, denn ihre Sätze beginnen meist mit: „Also jetzt muss ich wirklich mal sagen, dass…“ Die Kombination „Also-jetzt-muss-ich wirklich-mal“ brauchen Menschen, die lange den Mund aus Angst gehalten haben. Menschen, die glauben man Schulde ihnen etwas. Menschen, die sich als Opfer fühlen.

Erstaunlich ist, wie sie ihren Frust und ihre Ohnmacht Gift spukend versprüht, wenn sie von „denen da oben“ spricht, sie jedoch bewusst und ohne mit der Wimper zu zucken, ihre unsichere Arbeitskollegin mit einer spitzen Bemerkung verletzt. Denn das „Nach-unten- treten“ ist für sie ein Recht auf Selbstbestimmung.

Und wenn sie mich mit ihren Eiskühlfachaugen anspricht und mir eigentlich eine Frage stellen möchte, die sie aber mit folgenden Wörtern beginnt: „Also jetzt muss ich wirklich mal sagen, dass…“ dann hat sie es bei mir schlichtweg verkackt. Dann werde ich zu dem, was sie ist: Frau Trotzig.

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Manchmal.

Manchmal
Wenn ich mich getrennt von der Aussenwelt fühle
Verbindet mich die Natur mit meinem Inneren
Umarmt von Farben und Düften

Manchmal
Wenn mich die Härte und Starre zu erobern droht
Erfroren in der Hoffnungslosigkeit des Leids auf unserer Erde
Fängt mich ein Vogelgezwitscher, ein Windstoss, ein Rauschen der Blätter auf

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