Verfasst von: canela | 9. Februar 2010

Und dann..

Und dann ….wird man beschenkt mit so viel Zuneigung und Freude.

Und dann … erlebt man ein Gefühl von Familie.

Und dann …..lacht man zusammen über den pechschwarzen Humor, den man gemeinsam teilt.

Und dann … überkommt einem eine Panik, dass alles enden könnte.

Und dann… weiss man, dass was man gerade erlebt, man sich ewig daran freuen möchte.

Und dann…. ist man sich bewusst, dass eine Ewigkeit, ” nur jetzt” oder “für immer” heissen kann.

Und dann … bastelt der Toaster einen Totenkopf auf einem Toast, der angeknabbert wird, aber weil das Motiv so schön ist, man den Toast leben lässt, als Beweis, dass der Toaster es doch kann.

by canela

Verfasst von: canela | 2. Februar 2010

Einkaufen in Malaga

Gestern sah ich, zu meiner grosser Freude, ein Darth-Vader-Kostuem fuer 5-jaehrige, denn Canelito ist absoluter Fan dieses Boesewichtes.

Also stuerze ich heute in diesen Spielwarenladen und frage nach diesem Kostuem. Der aeltere Verkaeufer zeigt es mir und ich bin erstaunt, dass es nur EUR 25.- kostet.

“Ist wirklich alles drin?” Er: “Sicher ist alles drin.” Ich: “Sogar die Maske?” Er (etwas entnervt): “Jaaa, Señorita, alles ist drin.” Ich (immer noch nicht ueberzeugt): “Also ist wirklich alles alles alles drin?”

Er: “Señorita, hoeren sie mal zu! Alles ist drin…….. ok, ausser das Kind!”

by canela

Verfasst von: canela | 1. Februar 2010

Familie ist, wenn

man lacht und erstaunt feststellt, dass alle Tanten genau gleich, damit meine ich fast identisch, nein fast unheimlich zwillingsmaessig, in der genau gleichen Art lachen. Blut ist wirklich dicker als Wasser.

by canela

Verfasst von: canela | 28. Januar 2010

Mi Noone

Ich weiss noch, wie du mich oft nanntes «Mi Noone» oder «La Canija», wenn deine Finger mein Kinn streichelten. Dann bekam ich einer diese Zwitscherküsse auf die Stirne, die in jedem Almodovar-Film zu sehen und vorallem zu hören sind. Ich wischte mir dann immer die Stirne ab.

Dir gefiel, wenn wir zusammen tanzten. Trug ich ein Flamencokleid, blähte sich deine Brust vor Stolz. «Esta es mi niña!» hörte ich dich sagen.  Wenn ich meine Haare straff zu einem Pferdeschwanz band, gefiel ich dir am Besten. Nach dir, hätte ich einte rote Nelke tragen müssen. Es konnte dir nicht kitschige genug sein.

Ich erlebte dich, als ich ein kleines Mädchen war, als liebevoll und zärtlich. Später wurde alles anders. Aber jetzt will ich Kind sein.

Du konntest nicht gut singen, dein Rhythmusgefühl jedoch war genial. Mit nur deinen Fingern oder Kafeelöffeln trommeltest du gekonnt jeden Takt nach. Hattest du eine Kasette, die du besonder mochtest, wurde diese gefühlte 100 Mal gehört. Ich erinnere mich gerne an die Los Marimeños, deren Kasette mich und meine Geschwister begleitet haben.

Wenn ich tanzen könnte, ich meine so richtig gut, würde ich das für dich tun. Auf deinem Grab! Wie du das gewünscht hattest. Oder am Rande des Meeres. Wer weiss, vielleicht erfülle ich dir den Wunsch.

Da ich erst in über 50 Jahren sterben werde, so habe ich mir das vorgenommen, wirst du noch ein bisschen auf mich warten müssen. Lass es dir gut gehen in der Zwischenzeit!

by canela

Verfasst von: canela | 25. Januar 2010

Keine Laune der Natur ist,

wenn man morgens mit blendender Laune aufsteht und abends mit Mieser ins Bett geht.

by canela

Verfasst von: canela | 24. Januar 2010

Das Detail

Mich interessieren Kleinigkeiten. Feine Details. Momente.

Das Grosse nehme ich oft nicht wahr, weil mein Blick oder meine Art Dinge zu erfassen, bei einer Winzigkeit hängen bleiben. Mich springt zum Beispiel eine störrische Wimper an, während andere das ganze Gesicht sehen.

Während ich bei meinem Frisör sitze und wie Diana Ross nach einem Horrorfilm aussehe (das ist kein Detail), erhalte ich einen Kaffee.  Die Tasse ist hübsch! Ich glaube, sie wurde mir bewusst serviert, das Motiv fällt mir sofort auf: Eine Landsfrau.

by canela

Aber seien wir mal ehrlich: Wer will Zucker schlecken? Ich nicht!

Ich ziehe dem Zuckerschlecken, der wohl representativ für Süsses stehen soll, dem Käse vor. Ich hatte vor Jahren ein Projekt bei Baer AG in Küsnacht am Rigi. Mein Weg zum Büro führte mich immer durch die heiligen Käsehallen. Das Walhalla der Milchprodukte! Mein Paradies, um ehrlich zu sein.  Ich frass mich regelrecht durch alle Produkte – von Weichkäse bis Hartkäse – durch. Und es war köstlich!

Laut Markforschungsergebnissen mögen Frauen den weichen milden, im Duft eher neutralen, Käse. Männer sind kerniger. So auch ihr Käsegeschmack.

Ich bin ein Mann, eindeutig! Ich liebe es, wenn der Käse stinkt und einen herben Geschmack hat! Ich liebe es, einen Rülpser loszulassen und den Bergkäseduft (super rezent) zu erschnuppern, der den Raum erfüllt und jeden in meiner Nähe um zwei Meter fliehen – nein sogar fliegen – lässt!

Darum, wenn einige Frauen zu Schokolade greifen, greife ich zwar nicht in den Schritt, um ihn zu richten. Oh nein! Ich öffne den Kühlschrank, um mein Geissenkäsli liebevoll zu streicheln, daran zu schnuppern und dann zu verputzen.

Mit Zuckerschlecken ködert man mich nicht. Aber für Käse ziehe ich sogar ein Holzfällerhemd an und mache mich wie ein wilder, verwegener Kerl mit der Laubsäge an den Bonsai ran.

by canela

Verfasst von: canela | 20. Januar 2010

Was sagt die Glaskugel?

Da schreibe ich meine erste Bewerbung, schicke sie ab und auf werde auf den darauf folgenden Arbeitstag zur persönlichen Vorstellung eingeladen. Nächste Woche habe ich den Termin. So was ist mir noch nie passiert!

Was heisst das nun? Ist das ein gutes oder schlechtes Omen? Was sagen die Karten? Die Sterne? Der Kaffeesatz? Die Konstellation der Hühnerknochen?

Ich nahm an, dass ich Monate lang warten müsse, bis ich mich mal zeigen könnte.  Ich war so über die schnelle Antwort geschockt, dass ich mir eine Nacht lang meinen Mageninhalt  durch den Kopf liess. Meine Magennerven tanzten Salsa, Merengue und HipHop.Gleichzeitig!

Und meine Schlafstörungen schlagen wieder heftiger zu.  Dong! Nächste Runde Frau Canela! Sie haben noch nicht genug Falten und Augenringe. Und ein weiterer Kinnhaken streckt mich nieder. Ideale Voraussetzungen um nächste Woche souverän, frisch und professionell aufzutreten.

Heute Morgen befragte ich sogar meine Glaskugel.

Ich habe sie angelächelt, angehaucht, gerieben und sogar abgeleckt. Speichelflecken auf durchsichtiger Fläche bleiben Speichelflecken auf durchsichtiger Fläche. Ich hätte die Kugel mit meiner Kundalini-Energie aufladen können. Aber jeder Laie – also so einer wie ich – der sich oberflächlich mit Tantra befasst hat, weiss wo diese ruhende Schlange liegt. Und auf solche Schweinereien hatte ich heute Morgen echt keinen Bock.

Also sagt die Glaskugel nüt, nada, nichts!

by canela

Verfasst von: canela | 17. Januar 2010

Ähm ja und ähm nein.

Als ich vor Jahren meine Freundinnen begleitete, die gerne Salsa tanzten, sahen meine Bewegungen wie folgt aus:

  1. Ich nickte zum Takt.
  2. Ich schüttelte den Kopf, wenn mich einer zum Tanz aufforderte.

Mehr bewegte ich meinen Körper nicht.

Ich tanze kein Salsa, kein Merengue oder sonstige Tänze, bei denen ich näher als zwei Meter an einen fremden Mann komme. Ich werde weder gerne geführt noch rieche ich jemanden gerne, der gerade so schwitzt, dass ich bei seiner Drehung geduscht werde.

Beim Mittagessen fragte eine Kollegin, ob ich tanze. Und ich nickte. Dass ich mich unter einer Discokugel tanzend sah, ALLEINE, wusste sie nicht.  Sie meinte, sie kenne auch andere in der Firma, die das gerne tun würden. Ob ich den Foxtrott oder Salsa tanzen könne, fragte sie weiter. Ich schüttelte den Kopf.

So bin ich jetzt ab nächsten Donnerstag bei einem Tanzkurs mit von der Partie, ohne meinen Körper bewegt zu haben.

by canela

Verfasst von: canela | 15. Januar 2010

Von Vorurteilen und Vorstellungen

Wir haben Bilder von Ländern und deren Menschen, wie sie sich verhalten. Jede Nation hat seine Schublade.  Spanier sollen laut und temperamentvoll sein,  Italiener modisch und Mamasöhne und Deutsche arrogant und direkt. Und ja, irgendwie sind doch alle Südländer faul.

Meine Assistentin ist aus Serbien. Bis anhin kannte ich niemanden von dort. Ich hatte meine Vorstellungen und auch Vorurteile wie diese Menschen aus dieser Region sein sollen. Geprägt von den Medien, mir nie die Mühe machend, um herauszufinden, wie Leute aus dieser Gegend sind, pflegte ich eher eine negative Meinung.

Doch L. aus Serbien hat mein Schublade gesprengt.  Diese Wärme  und Grosszügigkeit hat mich überrascht. Und welche Chefin wird schon von ihren Mitarbeitern “Schätzli” genannt? Und leise für mich, schäme ich mich, dass ich eine Meinung hatte, die nicht für alle Menschen aus dieser Region zutreffen.

Manchmal sollte man weniger lesen und mehr auf Menschen zu gehen, oder einfach das Herz offen halten. Nicht?

by canela

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