Verfasst von: canela | 19. November 2009

Die Leiden der schlanken C.

Seit ich im Frühling beschloss ein paar Kilos abzunehmen, sind ein paar Kleidergrössen in meiner Biographie unter ferner liefen abgelegt.

Zu Beginn war ich sehr diszpliniert und eher übermotiviert. Bis sich das Ganze in etwas Lustvolles wandelte. Es machte mir unheimlich Spass im Wald schnellen Schrittes voranzuschweben. Klare Vorgabe war aber auch, wenn ich keinen Bock habe, mache ich nichts. Ohne Lust läuft gar nichts bei mir.

Seit ich ein paar Kilos abgenommen habe, höre ich immer wieder dieselbe Frage: „Canela, wie hast du das geschafft?“ Zu Beginn gab ich noch bereitwillig Auskunft: „Weniger abends essen und regelmässig walken. Sonst nichts! Kein Hungern, kein angestrengtes Joggen und keine Verbote.“ Ungläubiges Staunen….

Nachdem mich heute schon wieder jemand im Büro gefragt hat und das zwar nach dem 758-Mal, wie ich abgenommen habe,  war meine überaus genervte Antwort:

Antwort 758: Ich lasse mir mein Leben jeden Tag durch den Kopf gehen und beschloss, mich weiterzubilden.  Ich bin Bulemikerin geworden!

Antwort 757: Ich habe mir eine grössere Toilette gebaut, weil ich jetzt Xenical einnehme.

Antwort 757: Ich ficke drei Mal täglich, ob ich Lust habe oder nicht. So habe ich täglich 110 kcl verloren.

Antwort 756: Ich drohe meinem Sohn und lasse ihn dann täglich 25 Mal um den Küchentisch rennen. Ich verfolge ihn mit dem Teppichklopfer und stemme ihn dazu 2300 Mal.

Antwort 755: Weniger abends essen und regelmässig walken. Sonst nichts! Kein Hungern, kein angestrengtes Joggen und keine Verbote.
Antwort 754: Weniger abends essen und regelmässig walken. Sonst nichts! Kein Hungern, kein angestrengtes Joggen und keine Verbote.
Antwort 753 -1: Weniger abends essen und regelmässig walken. Sonst nichts! Kein Hungern, kein angestrengtes Joggen und keine Verbote.

„Herrgott nochmal! Ist das so schwer zu verstehen? Weniger fressen und mehr bewegen!“ würde ich ja liebend gerne brüllen. Aber so rüpelhaft darf eine Dame doch nicht sein….

by canela

Verfasst von: canela | 18. November 2009

Es ist schlimmer, als ich dachte…

….ich gebe es zu! Aber …. danke ….. Madonna!

Da sass ich am Morgen früh im Auto und hörte Radio. Meine Laune scheissig und stinkig und Frau PMS hinten drin, kichernd und herumalbernd. Die Kuh! Der Kaffee hatte mich geweckt, doch gleichzeitig meinen Magen ermordet. R.I.P mein geliebter Magen, wer braucht dich schon!

Leider war niemand auf den Strassen, den ich kurz hätte anfahren können. Die Autos fuhren normal, also auch kein walghalsiges Überholmanöver nötig, der meinen Adrenalinspiegel hätte höher pumpen und die Frau PMS im Auto herumschleudern können.

Mein Sohn war auch ruhiger als sonst. Keine philosophischen Fragen und kein Gequängel um 6.45. Sie hat wohl Grimassen gemacht und ihn eingeschüchtert. Und dann……. das Unglaubliche! Ein Song und zwar nicht mal in meinem Lieblingsradio. Und zwar von einer Interpretin, die ich, seit ich sie kenne, immer mit äussert gespaltenen Gefühlen gegenüber stand oder hörte: Madonna!

Sie singt von Celebration und son Zeugs. Der Text sowas von doof. Aber das Musikstück, der Rythmus. Yeah, shake your boodie! Und hoppla und trallalallaaa und hach das Leben ist doch schön und überhaupt Canela, tanz jetzt sofort! Und ich drehte auf.  So laut, dass Frau PMS ihre Ohren zuhielt. Mein Sohn war schon im Kindergarten. Ha! War das eine Genugtung. „You got it, bitch!“ schrie ich völlig ausser mir hysterich lachend.

Und mein Tag war gerettet. Ich war glücklich, ganz plötzlich.Und ich hatte einen Schub Zuckerwatte in den Venen. Mein Grünauge und sowieso, ich will ihn jetzt, sofort und dann tanzen. O.k. nein zuerst tanzen und dann ihn. Wo ist die Discokugel, wo ist mein Podest? Ich muss tanzen, küssen, lieben und lachen. Ach, ich will alles und jetzt, sofort!

Darum heute, PMS-geplagt und nicht Herrin meiner Sinne: Danke Madonna! You made my day!

text by canela

music by madonna

Verfasst von: canela | 18. November 2009

Besuch der Grande Dame

Seit ein paar Tagen ist sie wieder da,  Frau PMS! Ganz schön dick ist sie geworden. Sie isst wirklich zuviel, la Grande Dame! Sie hat immer Lust nach Fettigem und Dickmachern. Dass Wein – Rotwein – dazu gehört, ist selbstverständlich.

„Gott ist Punk.“ meint sie und bläst mir den Rauch der Zigarette ins Gesicht. Ich huste. Sie lacht.

Ich mag sie nicht sonderlich. Sie macht mir einen Strich durch meine Hormonrechnung. Ich fühle mich dick und sie sagt es mir auch genau dann, wenn ich mich vor dem Spiegel betrachte: „Canela, du bist dick! Dicker Bauch, dicker Arsch, dickes Gesicht, alles ist dick!“  Als ob es auf dieser Welt nicht grössere Katastrophen gäbe, denke ich. Doch für ein paar Tage hat sie recht, weil ich nicht gut sehe während dieser Zeit. Ich sehe nur das, was ich nicht sehen will oder es gar nicht gibt.

Entweder bin ich saumüde oder ich kann nicht schlafen. Ein Loch zum Eingraben wäre gut. Aber nein, da sitzt sie schon und streckt mir die Zunge raus. Freches Luder!

Dass meine Sicht völlig verzerrt ist, ginge ja noch. Aber ich bin dann langweilig, gereizt und allzeit zum Heulen bereit. Was für eine Misere! Sie hingegen lacht mich bei jedem Schritt aus. Und während sie lacht, wackeln ihr Bauch und ihre Brüste.

Sie hat es gut! Sie muss für niemanden schlank sein, nicht mal für sich selber. Sie frisst und säuft, was das Zeugs hält. Und jammert nicht mal dabei, wenn sie sich neben mir stellt im Spiegel. Dass sie mir dann ins Ohr flüstert: „Dich hat eh niemand gerne. Das ist nur alles Einbildung.“ ist der Gipfel der Frechheit. Gemein ist sie und das beherrscht sie gut. Je unsicherer ich mich fühle, desto besser geht es ihr. Sie wartet nur darauf, dass ich eine Kurzschlusshandlung mache. Aber ich bin stärker als sie, hoffe ich zumindest.

In ein paar Tagen schlurft sie wieder davon, so wie sie kam. Aber ihre Rückkehr ist so gewiss, wie meine Laune in den Keller sausen wird. Da hilft nicht mal Zuckerwatte. Hormone sind stärker als die luftige Zuckerwolle.

Ausharren, Tee trinken und ab und zu ein Gläschen Wein mit der Grande Dame trinken. Was bleibt mir anderes übrig?

text by canela

pic von wien – kultur tipps

Verfasst von: canela | 12. November 2009

Was wir Raucher schon immer wussten…

„Rauchen verkürzt Ihre Zigarette!“

 

gehört von canela
erfunden von Unbekannt

Verfasst von: canela | 11. November 2009

Eine gute Entschuldigung ist, wenn

man fürs Zuspätkommen an einer Sitzung sagt: „Sorry, ich habe mich verküsst!“

by canela

Verfasst von: canela | 5. November 2009

Ein glücklicher Schmelzkäse im Sandwich ist,

wenn man eingequetscht zwischen einem grossen und kleinem Stück Brot schlafen darf.

by canela

Verfasst von: canela | 4. November 2009

Kurzer Brief an José James

Lieber José

Ich finde deine Musik total toll! Vorallem deine Stimme ist sowas von sexy und smooth und juicy und hach jaa…… Würde ich jemals Telefonsex wollen, dann mit dir. Ehrlich!

Aber ich muss schon sagen, ich war etwas enttäuscht von deinem Konzert, das ich letzten Samstag besuchte. O.k. das Konzert kostete nur 10 Stutz. Und ich habe sie nicht mal bezahlt, ich wurde eingeladen.

Aber jetzt mal im Ernst: Du hast so eine geile Stimme und lässt die ganze Zeit deine Musiker irgendetwas freejazziges dudeln? DAS hat mich uhuere nervös gemacht und ich fand das nicht nett.  Da hat es mir auch nichts genutzt, dass du hübsch bist und du deinen Pulli ab und zu ausgezogen hast und wir dein cooles Tischi anschauen konnten. Ich wollte dich hören und kein kreatives Gequängel deiner Musikerfreunde.

Ich werde deiner CD treu bleiben. Möglicherweise werde ich auch mal 6 haben, während du singst. Aber glaube ja nicht, dass ich mir vorstelle, dass du dann mein Angebetener wärst. Sicher nicht! DAS ist deine Strafe! Und ich besuche dich nicht mehr, auch wenn du ein Gratiskonzert gibst. Jawohl!

Dabei ist dieses Stück so wunderbar….

Lieber Gruss
Canela

by canela

Verfasst von: canela | 3. November 2009

Mama ist ein Wunderkind

Heute im Denner meines Vertrauens, wo alle freundlich grüssen und meinen Sohn gut kennen, geschah die Folge der Aufklärung:

Canelito legt ein Pack Binden aufs Band und erklärt laut und deutlich: „Das sind Bindle (man beachte das Wortkonstrukt von Binde und Windle). Sie blutet manchmal zwischen den Beinen und ist nicht mal verletzt! Meine Mama ist ein Wunderkind!“

Ich …..rotwerd….noch mehr rotwerd…blöde lächelnd…. hüstel…. ähm ja!

Manchmal habe ich so meine Zweifel, ob es gut ist, alles zu erklären…..

by canela

 

Verfasst von: canela | 2. November 2009

Auferstanden

Der Sturz war unabwendbar. Jeder weiss, dass man früher oder später fällt. So kometenhaft der Aufstieg war, um so sturzflughafter ist der Fall.

Wer aber denkt, dass der Aufprall hart und unbamherzig war, täuscht sich. Er war hammerhart! Die Knochen taten weh und der Körper fühlte sich wie Brei an. Doch alles ist noch intakt. Das Loch, das es gab, war tief aber nicht tief genug, um liegen zu bleiben oder gar nicht gefunden zu werden. Er fand sie.

Er: Wo warst du denn? Ich habe dich vermisst und hatte Angst um dich.

Sie: Unter der Erde, wo ich immer bin, wenn ich niemanden sehen will!

Er: Wieso kannst du dich nicht wie andere Menschen im Zimmer verkriechen oder unter die Bettdecke schlüpfen?

Sie: Weil ich nicht die Anderen bin. Ich muss mich eingraben; in die Erde. Es muss dunkel, leise und unerreichbar für die anderen sein. Das ist nun mal unter der Erde.

Er: Aber kein normaler Mensch kann dort atmen, geschweige denn überleben!

Sie: Ich kann es!

Er: Wie ist es dort?

Sie: Es gibt nichts und niemanden. Es ist leer und doch voll. Und es duftet nach Erde. Manchmal riecht es auch nach Regen. Und es herrscht Ruhe. Unglaublich schöne Ruhe.

Er: Wieso kommst du dann wieder zurück?

Sie: Weil ich dich liebe!

Er strich ihr mit dem Daumen über den Nasenflügel und wischte einen Erdkrümel weg. Sie schaute ihn mit ihrem bleichen Gesicht an und neigte ihren Kopf so, dass er in seiner Hand lag.

Er: Du bist bleich. Man sieht, dass die Sonne dich nicht berührt hat.

Sie: Sie ist gerade aufgegangen, als du mir aus meinem Loch geholfen hast.

Er sah in ihre Augen; es stimmte. Ihr Blick strahlte ihn aus ihrem dreckigen Antlitz an.

Er: Geh duschen! Du bist voller Erde!

Sie: Kommst du mit?

Vier Füsse standen im braunen Wasser. Manchmal blieb ein Grashalm zwischen den Zehen hängen, der aber vom Sog des Wassers in den Abfluss hinunter gerissen wurde.

by canela

Verfasst von: canela | 1. November 2009

Eine Tüte voller Trauer

Da sitze ich nun im Zug mit einer Tüte voller Trauer. Nicht, dass diese Tüte besonders schwer wäre. Ich trage sie schliesslich schon eine ganze Weile mit. Manchmal fühlt sie sich schwerer an, manchmal ist sie so leicht, dass ich sie vergesse. Dann kommt sicher ein altes Frauchen, das im Abteil sass und mir gütig zuflüstert: „Sie haben ihre Tüte voller Trauer vergessen,“und drückt sie mir mit einem gewinnenden Lächeln in die Hand. Als ob ich sie vergessen würde!

Meine Tüte voller Trauer ist kompakt und reisefreudig. Heute hatte sie nur keinen Platz in meinem Koffer mit dreckiger Wäsche. Aber es ist eine schöne Tüte, finde ich zumindest. Eigentlich ist es eher eine Kühl-Tragtasche. Denn wenn Trauer warm wird, wird sie lamoryant. Das mag ich nicht. Trauer muss sich etwas kalt anfühlen und würdevoll kühl sein.

Einmal wollte doch tatsächlich eine junge Frau tauschen. „Ich habe einen Sack voller Sehnsucht, willst du mit mir tauschen?“ fragte sie mich. „Was will ich mit Sehnsucht? Die ist mir zu schwer!“ antwortete ich entrüstet und ging schnell ein Abteil weiter. Wo kämen wir da hin, wenn wir diese Gefühle einfach austauschen könnten?!

Einen Sack voll Liebe hätte ich ja noch genommen. Nur ist die Liebe oft in Ballonen verstaut. Wenn man den Faden nicht richtig hält, fliegt dieser Ballon einfach davon. Und das Einzige was einem bleibt, ist traurig nachschauen. Ne, ne! Da ziehe ich meine Tüte voller Trauer vor. Da weiss man, was man hat.

Jetzt gerade steht meine Tüte voller Trauer in einer Ecke. Ich glaube, der Verschluss hat sich etwas geöffnet, weil ich friere und weine. Das ist ein Nachteil.

by canela

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