wenn man eingequetscht zwischen einem grossen und kleinem Stück Brot schlafen darf.
by canela
wenn man eingequetscht zwischen einem grossen und kleinem Stück Brot schlafen darf.
by canela
Veröffentlicht in es ist
Lieber José
Ich finde deine Musik total toll! Vorallem deine Stimme ist sowas von sexy und smooth und juicy und hach jaa…… Würde ich jemals Telefonsex wollen, dann mit dir. Ehrlich!
Aber ich muss schon sagen, ich war etwas enttäuscht von deinem Konzert, das ich letzten Samstag besuchte. O.k. das Konzert kostete nur 10 Stutz. Und ich habe sie nicht mal bezahlt, ich wurde eingeladen.
Aber jetzt mal im Ernst: Du hast so eine geile Stimme und lässt die ganze Zeit deine Musiker irgendetwas freejazziges dudeln? DAS hat mich uhuere nervös gemacht und ich fand das nicht nett. Da hat es mir auch nichts genutzt, dass du hübsch bist und du deinen Pulli ab und zu ausgezogen hast und wir dein cooles Tischi anschauen konnten. Ich wollte dich hören und kein kreatives Gequängel deiner Musikerfreunde.
Ich werde deiner CD treu bleiben. Möglicherweise werde ich auch mal 6 haben, während du singst. Aber glaube ja nicht, dass ich mir vorstelle, dass du dann mein Angebetener wärst. Sicher nicht! DAS ist deine Strafe! Und ich besuche dich nicht mehr, auch wenn du ein Gratiskonzert gibst. Jawohl!
Dabei ist dieses Stück so wunderbar….
Lieber Gruss
Canela
by canela
Veröffentlicht in Ohrwohltuend, Satironisches
Heute im Denner meines Vertrauens, wo alle freundlich grüssen und meinen Sohn gut kennen, geschah die Folge der Aufklärung:
Canelito legt ein Pack Binden aufs Band und erklärt laut und deutlich: „Das sind Bindle (man beachte das Wortkonstrukt von Binde und Windle). Sie blutet manchmal zwischen den Beinen und ist nicht mal verletzt! Meine Mama ist ein Wunderkind!“
Ich …..rotwerd….noch mehr rotwerd…blöde lächelnd…. hüstel…. ähm ja!
Manchmal habe ich so meine Zweifel, ob es gut ist, alles zu erklären…..
by canela
Veröffentlicht in astronaut
Der Sturz war unabwendbar. Jeder weiss, dass man früher oder später fällt. So kometenhaft der Aufstieg war, um so sturzflughafter ist der Fall.
Wer aber denkt, dass der Aufprall hart und unbamherzig war, täuscht sich. Er war hammerhart! Die Knochen taten weh und der Körper fühlte sich wie Brei an. Doch alles ist noch intakt. Das Loch, das es gab, war tief aber nicht tief genug, um liegen zu bleiben oder gar nicht gefunden zu werden. Er fand sie.
Er: Wo warst du denn? Ich habe dich vermisst und hatte Angst um dich.
Sie: Unter der Erde, wo ich immer bin, wenn ich niemanden sehen will!
Er: Wieso kannst du dich nicht wie andere Menschen im Zimmer verkriechen oder unter die Bettdecke schlüpfen?
Sie: Weil ich nicht die Anderen bin. Ich muss mich eingraben; in die Erde. Es muss dunkel, leise und unerreichbar für die anderen sein. Das ist nun mal unter der Erde.
Er: Aber kein normaler Mensch kann dort atmen, geschweige denn überleben!
Sie: Ich kann es!
Er: Wie ist es dort?
Sie: Es gibt nichts und niemanden. Es ist leer und doch voll. Und es duftet nach Erde. Manchmal riecht es auch nach Regen. Und es herrscht Ruhe. Unglaublich schöne Ruhe.
Er: Wieso kommst du dann wieder zurück?
Sie: Weil ich dich liebe!
Er strich ihr mit dem Daumen über den Nasenflügel und wischte einen Erdkrümel weg. Sie schaute ihn mit ihrem bleichen Gesicht an und neigte ihren Kopf so, dass er in seiner Hand lag.
Er: Du bist bleich. Man sieht, dass die Sonne dich nicht berührt hat.
Sie: Sie ist gerade aufgegangen, als du mir aus meinem Loch geholfen hast.
Er sah in ihre Augen; es stimmte. Ihr Blick strahlte ihn aus ihrem dreckigen Antlitz an.
Er: Geh duschen! Du bist voller Erde!
Sie: Kommst du mit?
Vier Füsse standen im braunen Wasser. Manchmal blieb ein Grashalm zwischen den Zehen hängen, der aber vom Sog des Wassers in den Abfluss hinunter gerissen wurde.
by canela
Veröffentlicht in Zuckerwattengesäusel
Da sitze ich nun im Zug mit einer Tüte voller Trauer. Nicht, dass diese Tüte besonders schwer wäre. Ich trage sie schliesslich schon eine ganze Weile mit. Manchmal fühlt sie sich schwerer an, manchmal ist sie so leicht, dass ich sie vergesse. Dann kommt sicher ein altes Frauchen, das im Abteil sass und mir gütig zuflüstert: „Sie haben ihre Tüte voller Trauer vergessen,“und drückt sie mir mit einem gewinnenden Lächeln in die Hand. Als ob ich sie vergessen würde!
Meine Tüte voller Trauer ist kompakt und reisefreudig. Heute hatte sie nur keinen Platz in meinem Koffer mit dreckiger Wäsche. Aber es ist eine schöne Tüte, finde ich zumindest. Eigentlich ist es eher eine Kühl-Tragtasche. Denn wenn Trauer warm wird, wird sie lamoryant. Das mag ich nicht. Trauer muss sich etwas kalt anfühlen und würdevoll kühl sein.
Einmal wollte doch tatsächlich eine junge Frau tauschen. „Ich habe einen Sack voller Sehnsucht, willst du mit mir tauschen?“ fragte sie mich. „Was will ich mit Sehnsucht? Die ist mir zu schwer!“ antwortete ich entrüstet und ging schnell ein Abteil weiter. Wo kämen wir da hin, wenn wir diese Gefühle einfach austauschen könnten?!
Einen Sack voll Liebe hätte ich ja noch genommen. Nur ist die Liebe oft in Ballonen verstaut. Wenn man den Faden nicht richtig hält, fliegt dieser Ballon einfach davon. Und das Einzige was einem bleibt, ist traurig nachschauen. Ne, ne! Da ziehe ich meine Tüte voller Trauer vor. Da weiss man, was man hat.
Jetzt gerade steht meine Tüte voller Trauer in einer Ecke. Ich glaube, der Verschluss hat sich etwas geöffnet, weil ich friere und weine. Das ist ein Nachteil.
by canela
Veröffentlicht in Estoria
Ich öffnete die Türe und im Eingang standen drei kleine Koffer feinsäuberlich aufgereiht wie Zinnsoldaten. Fast wäre ich darüber gestolpert. „Tami!“ entschlüpfte mir aus dem Mund. “Mein Toaster will weg?“ kam mir in den Sinn.
Als ich dann in den grossen Raum eintrat, spickte mir ein heisser Toast an die Nase. Einige Krümel erreichten sogar mein rechtes Auge und ich fluchte laut. „Gopderdami!“ Verzweifelt rieb ich mir das Auge, welches auf die Krümel mit einem heftigen Tränenfluss reagierte. Meine Schminke löste sich und ein dunkles Rinnsal lief mir die Wange herunter. Vielleicht sollte ich doch mal wasserdichte Schminke ausprobieren. Heulen und dann wie aus dem eigepellt aussehen. Schlafen und wie eine frische Lotusblüte aus dem Bett steigen. Wie im Film. Aber mein Leben ist kein Film.
„Na wieder mal zuhause?“ stellte mein Toaster fest. „Du spinnst! Was machst du überhaupt? Was soll das Ganze?“ antwortete ich verärgert mit einem Auge, das jetzt pechschwarz war. Meine Nasenspitze brannte auch etwas. Der Toast war heiss gewesen, als er an meine Nase gespickt wurde.
„Du warst eine Woche weg, hast mich einfach alleine gelassen. Ich interessiere dich gar nicht mehr!“brüllte mein Toaster und seine Drähte glühten rot. Ich glaube, er war wirklich wütend. „Ich ziehe aus, ich lass mich doch nich einfach eine Woche lang vernachlässigen, während du im Liebesglück schwelgst. Du betrügst mich!“ schrie er hysterisch.
Wer schon einmal einen hysterischen Toaster hatte, weiss, dass dies äusserst gefährlich sein kann. Die Drähte überhitzen sich, es raucht aus dem Schlitz und sogar die Aussenhülle kann von der inneren Hitze angesengt werden. Ein Kurzschluss im ganzen Haus ist dann das Nächste. Und wenn ich Pech hätte, würde das Haus anfangen zu brennen. Und das nur weil ich einen hysterischen Toaster habe. Alles in allem eine sehr gefährliche Angelegenheit.
„Ich war doch nur eine Woche weg.“ versuchte ich ihn zu beschwichtigen. „Und ich gehe auch nicht mehr weg, ich bleibe wieder hier. Schliesslich gehöre ich hierher.“ fügte ich hinzu. Ich musste jämmerlich aussehen mit diesem schwarzem Auge. „Verlass mich nicht!“ flüsterte ich dann traurig. Langsam kam er näher. Ich spürte seine Wärme. Sachte knuffte er mich in die Seite. „Du siehst doof aus mit diesem schwarzen Auge.“ grinste er mich an. Ich lächelte schwach zurück.
„Wird es wieder?“ fragte er mich leise. „Ich weiss es nicht.“ antwortete ich resigniert. Er ging zum Eingang, holte seine Koffer und packte deren Inhalt wieder aus. Eine kleine Stahlzahnbürste, einen Ersatzdraht, eine Mehrfachsteckdose und ein Beutel weisser Toasts.
„Ich verlasse dich nicht.“ meinte er lächelnd. Ich lächelte schief zurück und liess dem anderen Auge freien Fluss. Nur ein schwarzes Auge ist asymetrisch und verwirrt.
by canela
Veröffentlicht in Estoria
Es gibt viele Promis, die sich gerne mit Doppelgänger schmücken. Ich schmücke mich mit Promis à la Canela-Manier. Erykah Badu und ich sind zwei Badezimmer-Queens. Man kann den Turm auf dem Kopf nicht genug hoch haben.
Das bin ich, natürlich das Original!

Das ist sie. Meine Doppelgängerin:-D
pic from UBERDING
Veröffentlicht in Bildliches
Melancholie ist schön. Vorallem wenn man dabei glücklich ist; kein Widerspruch sondern eine Komposition aus verschiedenen Tönen.
Das ist wie wie auf einer Hollywood-Schaukel sitzen und die Welt aus verschiedenen Perspektiven sehen. Ein wohliges Auf-und-Ab im Magen.
Das ist wie in eine Mandel beissen, die mit Salz und dunkler Schokolade überzogen ist. Zuerst ist es bittersüss-salzig bis der liebliche Geschmack der Mandel alles auffängt und sich im Mund ausbreitet.
Das ist wie im Akt sich verlieren und nach dem kleinen Tod aufgefangen werden, eng umschlungen und die feuchte Wärme des andern in die eigenen Poren aufsaugen.
Das ist wie im Wald spazieren, während man Musik hört und bei den Klängen das Gehirn springt und hüpft und wohlige Schauer den Körper herunterrieseln.
Das ist wie in der Badwanne liegen, nur das Gesicht oberhalb der Wasserfläche und dem eigenen Herzschlag zu hörend. Wenn der Schaum eine Festung aus weissem Ylang-Ylang-Duft um deinen nassen Körper baut.
Das ist wie indische Liebeslieber hören und sich wie in den Bollywood-Filmen fühlen. Farbenfroh und tanzend, alles funkelnd und zuckersüss.
text by canela
music by: nitin sawhney
Veröffentlicht in Ohrwohltuend, Zuckerwattengesäusel
„Hi, Canela! I’v made a crocodile for you!“ begrüsste mich freundlich Henry aus dem Küchenteam. Henry ist Engländer, um die 50, zieht sein Bein nach, wenn er geht, und ist ein ausgezeichneter Bäcker.
Henry ist in einem IV-Reintegrationsprogramm bei uns. In diesem Programm versuchen wir, geeignete Arbeitsplätze für IV-Bezüger zu finden. Zusammen - dem Klienten und den Beratern – werden Fähigkeiten gesucht und geschult, die man an einem neuen Arbeitsplatz einsetzen könnte.
„You made what? I don’t understand you.“ antwortete ich. “ I’v made a crocodile for your little, nice boy. It’ s like a Zopf but it looks like a crocodile. “ erwiderte er lächelnd. Seit Henry herausgefunden hat, dass ich Englisch spreche, halten wir immer wieder “ a little chat“.
Er arbeitet gerne bei uns, auch wenn es nur halbtags ist, weil ihn sein Bein danach wieder ans Bett fesselt. Seit er bei uns ist, esse sogar ich ab und zu Süsses. Wer hat schon mal die Gelegenheit einen frisch gebackenen hand-made Russenzopf zu essen? Eben!
Ich glaube, Henry mag mich. Und ich mag ihn. Mit niemandem kann man sich so herrlich im schwarzen Humor suhlen, wie mit ihm. Und wer sich solche Mühe gibt, um meinem Sohn ein Krokodil zu backen, ist ein liebenswürdiger Mensch. Manchmal ist es wirklich schön, dort wo ich arbeite.

Veröffentlicht in Uncategorized
Tango der Zungen locken und verführen
Wellen und in der Gischt sich verstecken
Sich aufs Ertrinken sehnsuchtsvoll freuen
Finger umschlungen sich nicht verlieren
Meeresrauschen im warmen Becken
Und Sandkörner der Freude verstreuen
Ach, ich kann nicht dichten. Isch mir doch gliich!
by canela
Veröffentlicht in Poesia, Zuckerwattengesäusel