August, du bist so hübsch

Du bist dieses Jahr besonders hübsch und abwechslungsreich, mein lieber August. Morgens manchmal mit Nebelschwaden in den schläfrigen Augen und dann drehst du auf. Volle Pulle Hitze!

Meist streife ich durch den Wald oder an blühenden Gärten vorbei. Ich bin euphorisch, auf Blumenrausch. Torkelnd zwischen Begeisterung und Bewunderung für all die Meisterwerke, welche die Natur erschaffen hat. August, ich erlebe dich mit jeder Faser meines Körpers!

August, ich liebe dich. Sehr sogar!

text and pics by canela

Ich stelle mir vor

Manchmal, wenn ich im Zug sitze, male ich mir Geschichten aus. Ich stelle mir vor, du sässest mir gegenüber. Beide vertieft in einem Buch und glücklich, nicht reden zu müssen.

Du weisst, dass ich ab einer bestimmten Strecke nicht mehr lese, weil ich meinen Blick durch das Fenster schweifen lasse, um über den Wald und die Wiesen zu fliegen. Ich spüre den sanften Wind, während ich durch die Baumkronen schwebe. Die vom Tau nassen Blätter streifen mein Gesicht, und es riecht nach Birken,Tannen, Erde und Fluss. Dann gleite ich tief hinunter zu den Wiesen. Es duftet nach Blumen und die Halme streicheln mein Gesicht.

Du beobachtest mich, erkennst an meinem reisenden Blick, wie ich diesen Moment geniesse. Du weisst, dass ich das erlebe, was ich mir ausmale.Dann schaue ich dich an, lächle und du wischst mir ein Tautropfen von meiner Wange.

Ich stelle mir vor, dass du mir gegenüber sitzt. Willst du wissen, wie ich heute meine Haare trage? Meine Haare sind zu einem Zopf geflochten. Du magst das doch.Und weil du vis-à-vis von mir sitzst, beugst du dich zu mir vor, küsst meine Stirne, streichelst meine Wange und fährst sachte mit deiner Hand über meinen Zopf.

Die Frau neben dir, scheint deine zärtliche Geste zu missfallen. Ich lächle sie an und sie spendet mir dafür einen giftigen Blick. Sie hat diesen trotzigen Ausdruck einer Frau, die einsam ist und es nicht zugibt. Sie schaut dich an und denkt: „Pah, mich würdest du nicht so einfach kriegen!“ Sie hat klare Vorstellungen, wie ein Mann zu sein hat und was sie vom Leben will.

Was sie nicht weiss, ist, dass ich diese auch habe. Meine Vorstellungen und Prinzipien jedoch werfe ich sofort über Bord, wenn ich sie als selbstauferlegte Schranken empfinde. Was sie nicht weiss, ist, dass Loslassen, das Einzig wahre ist, wenn sich etwas schwer anfühlt.

Ich stelle mir vor, wie du aufstehst und das Abteil im Zug wechselst.

text and pic by canela

Tangomai

Ohne Macht sein ……Ist das nicht schön …………. Für einen Augenblick?

Ich lenke deinen Körper und deine Schritte. Wir bilden eine Einheit.

Nur dieser Moment. Nicht das Leben lang!

Nur für eine kurze Weile herrsche ich über dich. Und du weisst, dass ich mich um dich kümmere.

Deine Schritte sind im Einklang mit meinen. Lass uns mit Nähe und Distanz spielen. Ich führe dich, aber ich erdrücke dich nicht. Ich beschütze dich.

Das nennt sich Vertrauen.

pics and text by canela