Was mich glücklich macht

  • Das Chaos im Kopf mit Meditation zum Verstummen zu bringen.
  • So oft wie möglich in den Wald zu gehen und sich von der Schönheit der Natur überwältigen zu lassen.
  • Sich FÜR etwas statt sich gegen etwas einzusetzen.
  • Die Angst der anderen, nicht zur eigenen Angst werden zu lassen.
  • Die eigene Angst anzuerkennen und sich mit ihr auseinander zu setzen.
  • Anderen Menschen zu helfen.
  • Kein Leid mit einem anderen Leid zu vergleichen.

Gehen Sie viel in den Wald….

September, danke.

Danke für deine Wärme. Deine weichen Hände, die mein Gesicht hielten. Danke für deine Aufmerksamkeit, die mir so viel Nähe erlaubte, wie ich es zulassen konnte. Danke für deinen Geruch, der süss und nach Ehrlichkeit roch.

Danke für deine Küsse, die nach Leben schmeckten.

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August, du bist so hübsch

Du bist dieses Jahr besonders hübsch und abwechslungsreich, mein lieber August. Morgens manchmal mit Nebelschwaden in den schläfrigen Augen und dann drehst du auf. Volle Pulle Hitze!

Meist streife ich durch den Wald oder an blühenden Gärten vorbei. Ich bin euphorisch, auf Blumenrausch. Torkelnd zwischen Begeisterung und Bewunderung für all die Meisterwerke, welche die Natur erschaffen hat. August, ich erlebe dich mit jeder Faser meines Körpers!

August, ich liebe dich. Sehr sogar!

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Ich stelle mir vor

Manchmal, wenn ich im Zug sitze, male ich mir Geschichten aus. Ich stelle mir vor, du sässest mir gegenüber. Beide vertieft in einem Buch und glücklich, nicht reden zu müssen.

Du weisst, dass ich ab einer bestimmten Strecke nicht mehr lese, weil ich meinen Blick durch das Fenster schweifen lasse, um über den Wald und die Wiesen zu fliegen. Ich spüre den sanften Wind, während ich durch die Baumkronen schwebe. Die vom Tau nassen Blätter streifen mein Gesicht, und es riecht nach Birken,Tannen, Erde und Fluss. Dann gleite ich tief hinunter zu den Wiesen. Es duftet nach Blumen und die Halme streicheln mein Gesicht.

Du beobachtest mich, erkennst an meinem reisenden Blick, wie ich diesen Moment geniesse. Du weisst, dass ich das erlebe, was ich mir ausmale.Dann schaue ich dich an, lächle und du wischst mir ein Tautropfen von meiner Wange.

Ich stelle mir vor, dass du mir gegenüber sitzt. Willst du wissen, wie ich heute meine Haare trage? Meine Haare sind zu einem Zopf geflochten. Du magst das doch.Und weil du vis-à-vis von mir sitzst, beugst du dich zu mir vor, küsst meine Stirne, streichelst meine Wange und fährst sachte mit deiner Hand über meinen Zopf.

Die Frau neben dir, scheint deine zärtliche Geste zu missfallen. Ich lächle sie an und sie spendet mir dafür einen giftigen Blick. Sie hat diesen trotzigen Ausdruck einer Frau, die einsam ist und es nicht zugibt. Sie schaut dich an und denkt: „Pah, mich würdest du nicht so einfach kriegen!“ Sie hat klare Vorstellungen, wie ein Mann zu sein hat und was sie vom Leben will.

Was sie nicht weiss, ist, dass ich diese auch habe. Meine Vorstellungen und Prinzipien jedoch werfe ich sofort über Bord, wenn ich sie als selbstauferlegte Schranken empfinde. Was sie nicht weiss, ist, dass Loslassen, das Einzig wahre ist, wenn sich etwas schwer anfühlt.

Ich stelle mir vor, wie du aufstehst und das Abteil im Zug wechselst.

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Wer weint schon wegen rosa Cirruswolken?

Seit Wochen walke ich meine Wut aus den Poren.  Jeden Tag! Statt sie zu schlucken, nutze ich ihre Energie als Antrieb.

Mein Gesicht ist dabei nicht verbissen wie die eines Joggers. Nicht konzentriert wie die eines Velofahrers. Meist lächle ich beim Gehen, glaube ich…Wenn ich durch den Wald ziehe, blicke ich nach vorne oder nach oben, selten auf den Boden.

Ich habe einen Eisvogel gesehen, sein Gefieder war leuchtend hellblau. Eichhörnchen beobachtet, die sich spielend verfolgen. Vogelgezwitscher gehört, immer in Dur und nie in Moll. Das Vogelhaus Nr. 216 scheint noch unbewohnt zu sein.

Ich betrachte den Fluss, dessen Farbe sich immer wieder verändert – Dunkelgrün bis helles Flaschengrün. Ich bestaune den Himmel mit seinen Wolkenkompositionen. Manchmal sind die Wolken abends so fluffig rosa, dass ich vor Ergriffenheit weine. Und dann bin ich froh, dass ich alleine bin. Wer weint schon wegen rosa Cirruswolken?!

Gestern am Abend prangte die Sonne wie ein riesiger orangefarbener Ball am Himmel. Ich fotografierte sie, doch es gelang mir nicht, dieses Gefühl von Staunen und Schönheit im Bild festzuhalten. Die Sonne sieht auf dem Bild wie ein gelbes Smarties aus, kein Vergleich zu der grossen Feuerkugel am Firmament. Ich werde mich mit der Erinnerung begnügen müssen.

Vielleicht ist Weinen der Anfang von Trauer, wenn die Wut verblasst ist.

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