Ich wünsche dir eine weisse Nacht

Ich wünsche dir eine weisse Nacht.
Eine, in der alles leuchtet, obwohl die Sonne schon lange schläft. Bekleidet mit nur meinem Lächeln und meiner Angst stehe ich vor dir. Dein Blick streichelt meine Rundungen. Meandrieren, Wellen schlagen, in der Gischt ertrinken.

Ich wünsche dir eine weisse Nacht.
Eine, in der man alles siehst, obwohl die Augen geschlossen sind.Verbunden durch Blume und Stab. Atmend durch unseren Schoss. Deine Hand stützt meinen Nacken und gibt meinen fliehenden Gedanken Halt.

Ich wünsche dir eine weisse Nacht, die Dunkle kennst du schon.

text and pic by canela
music torun eriksen

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Was mich glücklich macht

  • Das Chaos im Kopf mit Meditation zum Verstummen zu bringen.
  • So oft wie möglich in den Wald zu gehen und sich von der Schönheit der Natur überwältigen zu lassen.
  • Sich FÜR etwas statt sich gegen etwas einzusetzen.
  • Die Angst der anderen, nicht zur eigenen Angst werden zu lassen.
  • Die eigene Angst anzuerkennen und sich mit ihr auseinander zu setzen.
  • Anderen Menschen zu helfen.
  • Kein Leid mit einem anderen Leid zu vergleichen.

Gehen Sie viel in den Wald….

Schüchterner Frühling

Hallo schüchterner Frühling…

Ein vom Baum herunter gefallener Kuss erblicken. Auf einem Baumstrunk sitzen und den Eisvogel beobachten. Schwäne, die gemeinsam nebeneinander im Wasser gleiten und dir „Hallo“ sagen. Das Kräuseln der Wasseroberfläche bestaunen. Am Fenster stehen und der in Schönheit sterbende Tag geniessen, der Wolken in allen Farben malt. Vögel, die morgens so laut trällern, als ob sie den Frühling herbei singen wollten.

pic and text by canela

24.12.2015

Ich sitze auf einem grossen Stein am Fluss und beobachte, wie sich der Himmel verändert. Mein Hintern fühlt sich kalt an.

Ein Specht klopft fleissig an einen Baumstamm. Ich schaue in die Wipfel der Bäume, doch ich sehe ihn nicht. Beim Wegfliegen der Enten höre ich das Singen ihrer Flügel.

Ein Hund bellt, rennt, freut sich aufs Stöckchen.

Ein Paar spaziert Hand in Hand an mir vorbei. Ich wünsche ihnen frohe Festtage, lächle sie an und ihre starren Gesichter schauen mich erstaunt an.

Wir sollten alle Weihnachten haben. So wie der Hund oder wie der Specht. Oder wie die Enten. Immer.

pic & text by canela

 

Nebel

Meine Freundin in Kopenhagen sagt immer: „Nebel rückwärts buchstabiert heisst Leben.“ Sie hat recht.

Ich mochte früher Nebel nicht. Keine Sonne, der ganze Tag grau; ich wollte Licht, Farben und klare Sicht.

Seit ich oft im Wald bin, hat sich mein Verhältnis zum Nebel verändert. Dank Achtsamkeit habe ich die behutsame Zärtlichkeit des Nebels entdeckt. Die Stille, die dem Nebel innewohnt. Dieses liebevolle Umhüllen, das sich wie ein Flüstern um alles legt, bis alles verstummt. Die Schönheit des Nichtwissen und Nichterkennen.

Ist das wirklich ein Baum, den ich sehe? Wo ist das kleine Häuschen am Rande der Strasse geblieben? Dinge erahnen, das Gewohnte mit anderen Augen sehen.

Dann staune ich, immer wieder, wie plötzlich alles aus dem Nebel hervortritt und freue mich. Wann hast du das letzte Mal gestaunt und dich wie ein Kind darüber gefreut?

text and pics by canela

Wir alle stehen in Verbindung

“Wir alle stehen in Verbindung miteinander, nicht nur sozial und auf körperlicher Ebene, sondern auch über den Strom unserer Gedanken und Emotionen, die einander durchdringen …. Verantwortungsgefühl, Verständnis, Mitgefühl, Liebe, Nicht-Verletzen – das sind die wahren Glieder der Kette, die uns verbindet, und sie müssen in unseren Herzen geschmiedet werden.”
Roberto Assagioli

Farbenpracht

Letzhin fuhr ich meinen Sohn in die Schule. Mein Blick ruhte nicht nur auf der Strasse. Jeder Strauch, jede Wolke und jeder Baum wurde von mir mit einem: „Oh schau da! Oder dort! Hach ist das nicht schön? Wow der Himmel! Oh mein Gott diese Farben im Wald,“ kommentiert. Mein Sohn rollte mit den Augen und schüttelte den Kopf.

Ich war völlig hin und weg. Der Himmel wusste nicht, ob er dunkelgrau oder hellblau erscheinen soll. Wolken sahen aus wie Wellen, Ufos, Drachen oder Bären. Die Wälder – je nach Lichteinfall – waren blass- bis dunkelgrün bestückt mit orangefarbenen und gelben Tupfen.

Ich fuhr fort mit meinen „Ohhhs“ und „Hachs“. Plötzlich rief mein Sohn entnervt: „Also echt Mama! Komm mal runter! Man könnte meinen du seist erst drei und hast die Welt soeben entdeckt!“

text and pics by canela