Wir alle stehen in Verbindung

“Wir alle stehen in Verbindung miteinander, nicht nur sozial und auf körperlicher Ebene, sondern auch über den Strom unserer Gedanken und Emotionen, die einander durchdringen …. Verantwortungsgefühl, Verständnis, Mitgefühl, Liebe, Nicht-Verletzen – das sind die wahren Glieder der Kette, die uns verbindet, und sie müssen in unseren Herzen geschmiedet werden.”
Roberto Assagioli

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Ein feines Süppchen – Chancha via Circuito, Argentinien

Als Kind wurde ich meist mit Flamenco oder südamerikanischem Sound beschallt. Ersteres mag ich immer noch. Beim Zweiten wurde ich nie so warm damit. Was mich absolut nicht kalt lässt ist, wenn man mir ein leckeres Süppchen aus verschiedenen Zutaten köchelt, die Anteile von originaler Latino-Musik enthalten.

Chancha via Circuito aus Argentinien ist so ein Meisterkoch. Er nimmt frischen Sound (mit Blätter und Stiel) aus den Anden, mischt Cumbia (fein gemahlen) dazu, lässt Indios (original und biologisch) singen oder er spielt selber Flöte (von Hand zubereitet). Das alles mischt er gekonnt und lässt es ein paar Stunden köcheln, bis sich der feine Notenduft im ganzen Raum verbreitet.

Dieses Lied lässt mich seit einigen Tagen jeden Morgen tanzen. Der schleppende Beat entspricht genau meinem Morgenrhythmus und lässt meine Hüfte schwingen.

text and pic by canela
music chancha via circuito

 

Tangomai

Ohne Macht sein ……Ist das nicht schön …………. Für einen Augenblick?

Ich lenke deinen Körper und deine Schritte. Wir bilden eine Einheit.

Nur dieser Moment. Nicht das Leben lang!

Nur für eine kurze Weile herrsche ich über dich. Und du weisst, dass ich mich um dich kümmere.

Deine Schritte sind im Einklang mit meinen. Lass uns mit Nähe und Distanz spielen. Ich führe dich, aber ich erdrücke dich nicht. Ich beschütze dich.

Das nennt sich Vertrauen.

pics and text by canela

Zärtlichkeit eines Frühlingsregens

Es gibt für mich fast nichts Zärtlicheres als ein leichter Frühlingsregen im Wald. Die unschuldigen Liebkosungen auf meinem Gesicht eines jungen Frühlings, der noch nicht erwachsen ist.

Die Tropfen benetzen meine Lippen wie ein flüchtiger Kuss eines Liebhabers, der sich am Morgen verabschiedet. Behutsame Berührungen von Regentropfen, die meine Wimpern streifen und die Wolken schenken mir all die Tränen, die ich nicht weinen konnte. Wer nicht weinen kann, kann auch nichts sehen.

Obwohl ich den Kopfhörer trage und Dustin O’Hallorans Klavierspiel lausche, höre ich auch das Rieseln des Regens auf den Ästen und Knospen, die sich tanzend im Takt dazu bewegen. Der Wald, ein Ballsaal der aufkeimenden Hoffnung. Zartes Grün, das sich nichts sehnlicheres wünscht, als endlich spriesen zu dürfen.

Ein Mäusebussard stösst einen hohen Schrei aus und die Amsel schreckt zwitschernd auf als ich an ihr vorbeilaufe. Der Eisvogel hat mittlerweile eine Gefährtin gefunden. Und die nasse Pusteblume steht am Weg und hält die Stellung.

Früher wollte ich lieber in einen Baum fahren als ins Büro. Ich hätte diesen Frühlingsregen verpasst.

pic and text by canela