Nebel

Meine Freundin in Kopenhagen sagt immer: „Nebel rückwärts buchstabiert heisst Leben.“ Sie hat recht.

Ich mochte früher Nebel nicht. Keine Sonne, der ganze Tag grau; ich wollte Licht, Farben und klare Sicht.

Seit ich oft im Wald bin, hat sich mein Verhältnis zum Nebel verändert. Dank Achtsamkeit habe ich die behutsame Zärtlichkeit des Nebels entdeckt. Die Stille, die dem Nebel innewohnt. Dieses liebevolle Umhüllen, das sich wie ein Flüstern um alles legt, bis alles verstummt. Die Schönheit des Nichtwissen und Nichterkennen.

Ist das wirklich ein Baum, den ich sehe? Wo ist das kleine Häuschen am Rande der Strasse geblieben? Dinge erahnen, das Gewohnte mit anderen Augen sehen.

Dann staune ich, immer wieder, wie plötzlich alles aus dem Nebel hervortritt und freue mich. Wann hast du das letzte Mal gestaunt und dich wie ein Kind darüber gefreut?

text and pics by canela

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2 Gedanken zu “Nebel

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