Wo finde ich dich?

Als er mich fragte, wieso ich spirituell geworden sei, antwortete ich: „Verzweiflung! Es war pure Verzweiflung.“ Er senkte den Blick und wirkte betroffen. Ich weiss nicht, welche Antwort er erwartet hatte. Er hob den Blick und wirkte unsicher. „Was hast du gefunden?“, fragte er.
Und ich erwiderte: „Ich habe wenige Antworten und viele Fragen gefunden.“

Am Freitag, 13. November 2015, war ich am Morgen im Dom von Sankt Blasien im Schwarzwald. Von aussen wirkt dieses Gottesgebäude unauffällig. Innen ist der Dom fast weiss und unheimlich schön. Als befände man sich im Himmel.

Ein älterer Herr mit himmelblauen Augen war unser Begleiter. Seine charismatische, humorvolle aber auch kritische Ausführung, wie der Dom entstanden ist, begeisterte mich. Ich spürte seinen Glauben an den christlichen Gott. Es war dieser offene und nicht eingrenzende Glaube. Dieses Vertrauen, das jedem Menschen seinen gebührenden Platz gibt.

Seine Rede beendete er: „Gott ist nicht Rächer und Bestrafer. Wir müssen uns nicht vor Gott fürchten!“

„Gott ist Licht!“

Der letzte Satz traf mich mitten ins Herz.

Abends erfuhr ich von Paris. Und ich fragte mich: „Falls es dich gibt, so wie es in den Religionen beschrieben ist, wo finde ich dich?“

text canela
music dustin tebbutt

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8 Gedanken zu “Wo finde ich dich?

  1. da warst du gestern nur 6 km von mir weg- den Dom mag ich auch sehr, manchmal gehe ich einfach so hinein …
    ein schöner Artikel!
    herzliche Grüsse
    Ulli

    • schöne gegend in der du wohnst. wir hatten bei der rückfahrt am samstag einen fantastischen sonnenuntergang. ich glaube, ich werde diesen dom nochmals besuchen. er war so schön schlicht und dieses gefühl in diesem gebäude war trostspendend. danke für dein kompliment.

  2. Liebe Canela – ich mag es, die du deine Antworten ohne Endgültigkeiten findest – vorläufige. So sehe ich das auch. Schön, dein Text. Das Bild mag ich und diese Art Glauben, wie du sie beschreibst. Die auch, diese undogmatische Offenheit. Danke dir.

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