Sonntagseinsichten

Heute Morgen beim Walken, spazierten Gedanken durch meinen Kopf:

  • Wenn man vor den Hundehaltern in den Wald geht, streifen das Gesicht gefühlte 100 Spinnennetze. Diese erzeugen etwa 1000 Ekelschauer.
  • Im Verstand wohnt das Ego.
  • Ich bin nicht nur mein Verstand, ich besitze einen Verstand. Ich bin nicht nur mein Körper, ich lebe in meinem Körper. Ich bin nicht nur meine Gefühle, ich besitze Gefühle. Das, was mich ausmacht, ist mehr als nur diese drei Dinge.
  • Ich dirigiere diese drei Dinge und achte auf die Balance. Das kann ich üben. Einfach ist es nicht.
  • Der echte Wille an etwas dran zu bleiben und erreichen zu wollen, kann man trainieren. Kommt das Ziel von aussen, will der echte Wille nicht. Kommt es von innen, will er. Echt!
  • Wenn ein Wunsch nur gedacht wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich erfüllt geringer, als wenn man ihn aufschreibt.
  • Wechseljahre sind ein bisschen wie Pubertät. Der Körper und die Haltung zum Leben verändern sich.
  • Eine Blumenwiese zu betrachten, in deren Farben und in der Beschaffenheit jeder einzelnen Blumen einzutauchen und sich von deren Vollkommenheit überwältigen zu lassen, ist ein Orgasmus für die Seele.

text and pic by canela

Advertisements

3 Gedanken zu “Sonntagseinsichten

  1. „Ich bin nicht nur mein Verstand, ich besitze einen Verstand. Ich bin nicht nur mein Körper, ich lebe in meinem Körper. Ich bin nicht nur meine Gefühle, ich besitze Gefühle. Das, was mich ausmacht, ist mehr als nur diese drei Dinge.“

    Ich sehe das ähnlich, doch irgendwie hadere ich ein bisschen mit dem Wort „besitzen“ … Und ich frage mich, warum du differenzierst zwischen sein und besitzen, sein und haben … (Fromm lässt grüssen).
    Und ja, wir sind alle mehr als die Einzelteile. Und weisch was? Ich begreife allmählich, gaaanz allmählich, dass ich mich nicht mehr aufgeteilt wahrnehme: ich bin alles und ich habe alles zugleich – ich verkörpere einen fühlenden Verstand in einem verständigen Körper – da capo al fine. Ohne diese Trennungen von da Verstand, da Körper, da Gefühl. Alles gleichzeitig, wie Folien, die aufeinanderliegen, wie die Ebenen im Bildprogramm zusammen das ganze Bild ausmachen.

    Ich mag deine Sonntagsmorgengedanken. Da war ich noch im Bett. Ausschlafen mal wieder … 🙂

    • Wenn ich etwas bin, dann kann ich es nicht steuern. Dann handle ich aus dieser Haltung heraus. Das war der Grundgedanke. Wenn ich etwas besitze, kann ich es beiseite schieben oder es so einsetzen, wie ich es möchte. Disidentifikation nennt man das in der Psychosynthese. „Haben oder sein“, Erich Fromms Buch war vor 30 Jahren die Bibel für mich.

    • Ah, jetzt verstehe ich besser, wie du es meinst. Manchmal stehen Wörter im Weg des Verstehens, weil wir sie unterschiedlich brauchen.
      Diese Gedanken kann ich nun viel besser nachvollziehen. Danke!

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s