Post aus Kopenhagen

Post aus Kopenhagen, Alice im Wunderland ist da. Und was mache ich? Ich heule vor Rührung, weil ich Alice nicht erwartet hatte. Alice ist für mich wichtig. Denn sie wächst und schrumpft, so wie ich.

Wenn ich im Wald bin, wachse ich. Alles ist klar, ruhig und stimmig. Dann bin ich gross und unverletzlich. Kennst du das Gefühl? Du bist gerüstet für alles, was auf dich zukommt. Du fühlst dich mutig, tapfer, du bist eine Kriegerin. Eine Amazone, weil du dich ganz fühlst und du genau weisst, für was du kämpfst.

Manchmal schaffe ich es, dieses Gefühl für ein paar Stunden oder gar Tage mit zu nehmen. Bis es verschwindet. Und dann werde ich plötzlich klein und empfindlich.

Die Vögel pfeifen schrill, die Menschen reden zu laut und der Verkehrslärm bedroht mich. Wenn ich arbeite, ist diese Schwere da, die mich lähmt und träge macht. Ich schreite durchs Leben, mit einem viel zu grossen und klobigem Kleid.

Früher glaubte ich, ich könne dieses Wachsen und Schrumpfen nicht beeinflussen. Diese Ohnmacht hat mich wahnsinnig gemacht. Heute weiss ich, dass ich entscheiden kann, ob ich den Zaubertrank nehmen will oder nicht. Dieser Entscheid bewusst zu fällen, lerne ich gerade.

text and pic by canela

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2 Gedanken zu “Post aus Kopenhagen

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