Der Tannenzapfen

„Oh, du bist schön und zart! Darf ich dich mit nachhause nehmen?“

„Nein! Ich bin oft verletzt worden. Ich werde mich nicht mehr auf etwas Neues einlassen!“

„Was für eine bescheuerte Einstellung! Niemand geht ohne Wunden durchs Leben. Durch Verletzungen können neue Erfahrungen entstehen, wenn du den Schmerz loslässt. Lässt du ihn nicht los, wird er dich vergiften. Und deine Wunden werden nie heilen.“

„Nein, ich will nicht! Du kannst mit mir spielen, aber mehr nicht!“

„Ich will nicht mit dir spielen! Ich will dich kennenlernen, ich will mich auf dich einlassen. Ich will sehen, wie deine Schuppen braun und holzig werden. Ich will erleben, wie du dich veränderst, wie du wächst, wie du dich entwickelst.“

„Ich will mich nicht öffnen und dann wieder verletzt werden!!“

„Niemand möchte verletzt werden! Nur an vergangenem Schmerz festzuhalten, ist, wie sich selber immer wieder ein Messer in den Bauch zu rammen. Möchtest du nicht, dass man dich wirklich kennenlernt? Wie soll das gehen, wenn du dich nicht öffnest?“

Ich weiss, wer selber keinen Ausgang sucht, bleibt dort, wo er ist. Ich liess den Tannenzapfen auf dem Waldboden liegen.

text and pic by canela

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4 Gedanken zu “Der Tannenzapfen

    • bald wieder gute nacht, meine liebe. tannenzapfen von ausserordentlicher schönheit – sofern man sie bemerkt am boden – können so inspirierend sein.

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