Die Schönheit des Nichts

IMG_0268Als ich mich früher einsam fühlte, versuchte ich alles, um dieses Gefühl loszuwerden. Ohne Erfolg.

Ich übte mich im Aushalten und blieb zuhause. Das machte mich unruhig, fahrig und missmutig. Doch das Nichts verschwand nicht. Dann wiederum war ich oft und lange mit Freundinnen bis zum Umfallen unterwegs. Oder neue Partnerschaften mussten herhalten. Und als ich viel verdiente, gab ich viel aus. Doch dieses bittere, leere Gefühl ging nicht weg.

Heute fühle ich mich selten einsam.

Einsamkeit verschwindet nicht, wenn man sich mit Arbeit zumüllt, sich betrinkt oder Drogen nimmt. Das Nichts geht nicht weg, wenn man in einer Beziehung ist.

Wenn diese Leere aufkommt, halte ich inne und frage mich: Bin ich wirklich einsam oder vergleiche ich mein Jetzt mit etwas das WAR oder SEIN KÖNNTE? Ich stelle fest, dass es nur mein Kopf ist, der mir meine Isolation vorgaukelt. Und wenn mein Kopf das denkt, entsteht das Gefühl dazu.  Ich erlebe, dass sich  Einsamkeit einstellt, wenn ich nicht akzeptiere, was gerade ist.

Einsamkeit und Leere gehören zum Leben . Seit ich dieses Gefühl nicht beiseite schiebe, mit irgendwelchem Mist fülle oder es verkrampft auzuhalten versuche, sondern in diesem Nichts das tue, was nur mich glücklich macht, sind dieses Nichts und ich beste Freundinnen. Einsamkeit ist meine Begleiterin im Wald, wenn ich mich setze und den Fluss betrachte.  Einsamkeit ist ein Gefühl, kein Zustand.

Alfredo le Mont meinte: „Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.“ In diesem kurzen Satz hat er alles gesagt und besser beschrieben als ich.

text and pic by canela

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2 Gedanken zu “Die Schönheit des Nichts

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