Wer weint schon wegen rosa Cirruswolken?

Seit Wochen walke ich meine Wut aus den Poren.  Jeden Tag! Statt sie zu schlucken, nutze ich ihre Energie als Antrieb.

Mein Gesicht ist dabei nicht verbissen wie die eines Joggers. Nicht konzentriert wie die eines Velofahrers. Meist lächle ich beim Gehen, glaube ich…Wenn ich durch den Wald ziehe, blicke ich nach vorne oder nach oben, selten auf den Boden.

Ich habe einen Eisvogel gesehen, sein Gefieder war leuchtend hellblau. Eichhörnchen beobachtet, die sich spielend verfolgen. Vogelgezwitscher gehört, immer in Dur und nie in Moll. Das Vogelhaus Nr. 216 scheint noch unbewohnt zu sein.

Ich betrachte den Fluss, dessen Farbe sich immer wieder verändert – Dunkelgrün bis helles Flaschengrün. Ich bestaune den Himmel mit seinen Wolkenkompositionen. Manchmal sind die Wolken abends so fluffig rosa, dass ich vor Ergriffenheit weine. Und dann bin ich froh, dass ich alleine bin. Wer weint schon wegen rosa Cirruswolken?!

Gestern am Abend prangte die Sonne wie ein riesiger orangefarbener Ball am Himmel. Ich fotografierte sie, doch es gelang mir nicht, dieses Gefühl von Staunen und Schönheit im Bild festzuhalten. Die Sonne sieht auf dem Bild wie ein gelbes Smarties aus, kein Vergleich zu der grossen Feuerkugel am Firmament. Ich werde mich mit der Erinnerung begnügen müssen.

Vielleicht ist Weinen der Anfang von Trauer, wenn die Wut verblasst ist.

text and pics by canela

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6 Gedanken zu “Wer weint schon wegen rosa Cirruswolken?

    • hihi, danke 😉 ich besitze keine kamera wie du. nur ein iphone, dafür habe ich es immer dabei. nur das mit der sonne ging nicht. na ja, eigentlich sollte man mit diesem ding telefonieren und nicht fotografieren 😀

  1. Nach der Wut kommt die Trauer. Es ist viel einfacher wütend zu sein statt traurig, aber Dein wunderschöner (Tränen-)Fluss wir die Wut mit sich nehmen.

    • also ich bin lieber traurig als wütend. aber jedes gefühl muss wohl zuerst erkannt und anerkannt werden, damit es sich auflöst. 😉

  2. Ich weine auch oft bei Schönem, ich mag es, gerührt zu sein, staunen zu können.
    Und ich mag Sonnenuntergänge. Aufgänge auch, aber die verpasse ich noch öfter als Untergänge.
    Wut und Trauer sind Geschwister, ahne ich.

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