Der ehrliche Popel

Was für ein künstlicher Aufruhr! Während er fast ein bisschen hysterisch aber bestimmt, mir durchs Telefon mitteilt, ich solle sofort das E-Mail zurückziehen, ich könne doch nicht den obersten Chef ins „CC.“ stecken, bohre ich genüsslich in der Nase. Der Popel ist grün. Es ist ein ehrlicher Popel. Er behauptet nicht, etwas anderes zu sein.

Ich wünschte, ich würde mehr mit ehrlichen, grünen Popeln zusammen arbeiten. Aufrechte, pummelige, gummige Popel, die authentisch sind. Popel, die nicht sagen, sie seien Ohrenschmalz oder ein Bauchnabelflusel. Oder die sich  zu Haarschuppen ernennen. Man stelle sich vor, ein Popel als Haarschuppe?! „Hallo, ich bin auch eine Haarschuppe und ab jetzt bin ich euer Chef!“ Und die weissen Haarschuppen würden sich wortlos anschauen und denken: „Was will dieser fette, grüne Popel? Will er uns verarschen?“

Ich antworte dem hysterischen Anrufer, der oberste Chef sei im „CC.“ weil es  darum ginge, dass er informiert sei und nicht weil er der direkte Empfänger der Nachricht sei. Da kontert er konsterniert: „Du weisst doch, dass der Chef sich schnell beleidigt fühlt, wenn er nicht seiner Position entsprechend gewürdigt wird?!“ Ein „CC.“ rüttelt an der Macht eines Chefs?

Ich beschwichtige ihn und erkläre, ich werde es ausbaden, falls sich der Chef angegriffen fühlt. Und drücke den Popel in ein Taschentuch. Die letzte würdige Stätte eines ehrlichen, grünen, fetten Popel.

by canela

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7 Gedanken zu “Der ehrliche Popel

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