Bloggen ist keine Olympiade

Vor kurzem hat mich Bluetime in eine Facebook-Gruppe eingeladen namens Schweizer Blogger. Ich zögerte, bevor ich den Button „Gruppe beitreten“ klickte. Heute morgen, cirka eine Woche später, habe ich mich wieder verabschiedet.

Ich bin auf Facebook in wenigen Gruppen, meistens handelt es sich um solche, die sich für Musik interessieren oder für Kunst. Beides bewundere und liebe ich. Und so freue ich mich immer wieder wie ein kleines Kind, wenn ich  neue Videos entdecke, andere Musikstile höre oder die Kunstwerke von Kunstschaffenden bewundern darf.

Blogger sind Rampenschweine, manchmal auch versteckte Propheten (ich zähle mich dazu). Würden sie sonst bloggen und ihre Meinung auf dem Web kundtun? Einige sind verdammt gute Schreiberlinge (ich zähle mich nicht dazu) und ihre kurzen Geschichten berühren mich mehr, als viele Bücher, die ich gelesen habe. Wie zum Beispiel die Posts von Madame Lila. Auch wenn wir uns persönlich nicht mehr verstehen, ihre Art Geschichten zu schreiben gefällt mir ausserordentlich. Ehre wem Ehre gebührt!

Ich sehe Bloggen als Freiheit. Freiheit zu schreiben, was mir gerade in den Sinn kommt. So, dass diese Wörter und Sätze nicht mehr im Kopf herumschwirren und aufrühren. Bloggen ist eine Art Grünabfuhr, eine Deponie für wieder verwertbares Grünzeugs. Einmal verwest, gedeiht wieder neues Leben.

Jedoch ist mein Blog kein Teilnehmer einer Klick-Olympiade oder Gegenstand einer Schublade, in der er sich  hineinzwängen lässt. So zumindest empfand ich die Diskussionen um Klicks und Kategorisieren und um weiss ich was in dieser FB-Gruppe Schweizer Blogger. Wir ihr wisst, mag ich Schubladen nicht so wie auch Schwanzvergleiche (wie viele Klicks und Visitors pro Tag oder Monat oder Lichtjahre) nicht. Ich lese Blogs aus purer Lust und Lust lässt sich nicht kategorisieren.

Ich bin auch nicht gerne in einer Gruppe, in der sich einzelne Personen  so daneben aufführen, dass man sie ausschliessen möchte. Jeder sollte sagen dürfen, was er denkt. Wenn mir das nicht gefällt, was er oder sie schreibt, muss ich es weder lesen noch  dieser Gruppe beiwohnen. Ich bin frei und gehe.

Beruflich muss ich immer wieder überzeugen, beweisen, Klick-Analysen abgeben (die ich machen lasse) und mich einordnen. Genau DAS will ich nicht, wenn ich blogge.

by canela

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4 Gedanken zu “Bloggen ist keine Olympiade

  1. du sprichst mir so was von aus dem herzen. besonders mag ich die passage mit der grünabfuhr. ich nannte bloggen schon „verstoffwechselung“.

    e schöne sunntig 🙂

  2. Als Newbie mögen so Vergleiche ja noch ganz lustig und interessant erscheinen. Aber mit der Zeit findet jede(r) wieder zu sich selbst und macht das was er/sie am besten kann – schreiben. Schreiben um sich innerlich zu reinigen, schreiben um Freude und Erlebtes mit anderen zu teilen.

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