Vorstellungen prägen das Verhalten

Wenn man mit bestimmten Vorstellungen an Beziehungen herangeht, dann wird man meist enttäuscht. Die Bedingungen, die man an „das-wie-es-sein-sollte“ knüpft, werden oder können vom anderen oft nicht erfüllt werden.

Wer starre Anforderungen hat, ist wie ein stures Pferd, das in seinem Stall steht und den Kopf nicht aus dem Fenster hält. Es sieht nur einen Teil der Weide. Es weiss nicht, dass dieses Stückchen Grün, noch viel mehr zu bieten hat, als aus diesem Blickwinkel zu sehen ist.

Das Pferd im Stall beobachtet, wie ein anderes Pferd vorbei galoppiert und frisst. Aber dieses andere Pferd nimmt es nicht wahr. „Blöde Kuh, du siehst mich ja gar nicht!“ denkt sich das Pferd im Stall.

Statt zu wiehern und den Kopf aus dem Stall zu strecken, steht es beleidigt in einer Ecke. Es denkt: „Das andere Pferd sollte doch fühlen und wissen, was ich möchte. Schliesslich ist es auch ein Vierbeiner wie ich!“

Das Pferd im Stall findet das Pferd auf der Weide blöd. Das auf der Weide kann das Stallpferd noch so freundlich anschauen oder gar anwiehern. Das im Stall mag das andere Tier nicht mehr, weil es sich vorgestellt hatte, das Pferd auf der Weide würde sofort auf es zugehen. Das Pferd auf der Weide ist ein Arschloch.

Was würdest du dem Pferd im Stall empfehlen?

by canela

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8 Gedanken zu “Vorstellungen prägen das Verhalten

  1. ich ahne, dass die beide pferde es schon könnten miteinander, wenn … nur: sich verbiegen dürfen sie sich nicht.
    ich sehe es so: das pferd im stall ist damit beschäftigt, seine eigene kleine welt zu wertschätzen und hat ein bisschen angst vor der grossen weide draussen. das pferd draussen hat wiederum angst vor den hauswänden und will sich nicht einsperren lassen. beide finden ihre welt so wie sie ist, okay, und wünschten sich, dass doch das andere einfach ein bisschen gleicher wäre wie er oder sie oder es … wie singt doch büne so schön im grossbrand: Es gieng mängs viu ringer we sie so wär win i … http://www.youtube.com/watch?v=n0GNZry9Yv4
    (http://pixartix.wordpress.com/2013/06/07/heimatlos-23/)

    herzlich, soso

    • die weide ist begrenzt wie der stall. das pferd auf der weide mag vielleicht mehr gesehen haben oder sich freier fühlen, als das im stall. aber das ist nur eine sichtweise.

      das pferd auf der weide weiss, dass es kommunizieren muss, damit es von den anderen pferden das bekommt, was es sich wünscht. auch wenn dieses bedürfnis offensichtlich zu sein scheint.

      das pferd im stall hingegen vermutet oder setzt dinge voraus, die kein anderes pferd wissen oder fühlen kann, ausser es wäre seine mutter. und auch stuten fühlen manchmal nicht, was fohlen möchten, ausser es tut es kund in irgendeiner form und weise.

      die erwartungshaltung des stallpferdes verfälscht den blick auf das pferd auf der weide. das weidepferd kann freundlich sein, es kann sogar das pferd im stall fragen, was es genau möchte. doch das bild ist gesetzt.

      übrigens, ich hätte mir meinen post ersparen können, wenn ich deinen resp. bünes satz genommen hätte: “ Es gieng mängs viu ringer we sie so wär win i..“ 🙂

  2. Hallo, die bestimmten Vorstellungen von einer Beziehungen sind aber, ob nun bewusst, oder wie bei den meisten eher unterbewusst, ein Garant für das dauerhafte Bestehen einer Beziehung.
    Das nicht immer alles und ewig gut und gleich sein kann, ist jedem klar, sorgt dadurch aber auch für die gewisse „Würze“ im partnerschaftlichen Dasein.

    Je mehr Toleranz und Respekt gepaart mit Flexibiltät und Offenheit vorhanden ist, deso weniger müssen oder können diese Vorstellungen die Basis sein.

    Daheraus folgendernd könnte man sogar mutmaßen, das die perfekte Harmonie in der Form der Gleichheit sogar eher kontraproduktiv sein könnte ( sodenn es sie den mal irgendwo gibt ).

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