Versuch es

Während sein Bart meinen Bauch streift, seine Hand ruhig auf meinem Schoss liegt, ergreift die Sehnsucht nach mir. Ich bin mir abhanden gekommen. Meine Eingeweiden fühlen sich kalt und tot an. Ich muss nachschauen. Was ist nur mit mir los?

Seine Lippen gleiten ganz nahe an mein Ohr. Durch seinen Bart fliessen Kosewörter in meinen Kopf, die mich auf meine Wanderung begleiten. Es ist dunkel und ich habe so Angst.

Seine Beine – stark wie Baumstämme – haben meine umschlungen. Seine Brust riecht nach Nachhause kommen und ich… ich irre mit geschlossenen Augen in meinem Labyrinth umher. Ich fühle mich verloren. „Gehe immer rechts,“ höre ich ihn leise.

Plötzlich falle ich in kaltes Wasser, ich bin gelähmt vor Entsetzen, ich glaube zu ertrinken. Der Abgrund ist so tief und schwarz. Ich strample im kalten Nass, zapple wie ein Fisch in Agonie an der Angel. Und als ich glaube, meine Lungen würden platzen, reisse ich meine Augen auf und ein verzweifeltes Röcheln entflieht aus meiner Mundhöhle. Da spüre ich sein Gesicht über mir. Seine Lippen legen sich auf meine. Ein tiefer Atemzug und er haucht mir Mut in die gierigen Lungen ein.

Ich sehe seine blauen Augen und sie ergiessen sich über mein Gesicht. Das Blau läuft mir über die Stirne, die Wangen, über meine Nase hinunter zu meinem Kinn. Sein Mund lässt von meinem ab und fährt zu meinen Haaren hoch. Er säuselt Worte in mein Haarkleid und bevor sie sich in den Locken verlieren, höre ich: „Versuch es…“

text by canela
music by bugge wesseltoft & sidsel endresen

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