Zeigen Sie mal ihre Vene am Kopf

„Tragen Sie Make-up?“ fragt mich der Akupunkteur. „Ja tue ich.“ antworte ich. „Ich sehe ihre Vene an der rechten Schläfe nicht.“ meinte er. Ich hätte ihm Venen in der Kniekehle und etwa drei innere Krampfadern am linken und rechten Oberschenkel anbieten können, die mir die Schwangerschaft geschenkt hat, aber die wollte er nicht.

Entrüstet hätte ich ihm auch antworten können: „Meine Vene an der Schläfe sieht man auch ohne Make-up nicht! Ich bin Südländerin ich habe keine Alabasterhaut bei der man jedes Venchen sieht. Ich bin ein dunkler Hobbit, keine durchsichtige Elfe!“

Und schon stach er zu! Es hörte sich an wie Pergament, das man faltet. „Oh ich habe sie nicht getroffen!“ meinte er und ich spürte wie er weiter suchte. Aderlass nennt man das ganze, das soll die Spannung im Kopf nehmen. Man sticht in die Vene an der Schläfe und lässt das Blut herausfliessen.

In der Not frisst der Teufel fliegen und ich lasse mich nochmals stechen und höre ein zufriedenes Jahaaaa von ihm. Er drückt an meiner Schläfe herum und klebt mir danach ein Pflaster an den Kopf. Rein ästhetisch sah das ganze ziemlich scheisse aus. Nicht mal ich habe einen Damenbart, der bis zur Schläfe geht.

Wenn man bedenkt, dass die Chinesen Jahrtausend altes Wissen haben, da ist der Aderlass fast neuzeitlich. Da bin ich ja echt gespannt darauf, was mich noch für moderne Methoden erwarten.

by canela

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