Er ist mein ñe’â

Er redet nicht viel, er hört eher zu. Er schreibt mir Worte auf Guaraní.

Wenn ich ihn beobachte, mit meinem Blick seinen Gesichtzügen entlang fahre, überkommt mich eine warme Zärtlichkeit. Sein Dialekt fasziniert mich; ich mag ihn. Er klingt erdig, ohne Schnickschnack.

Seine Ruhe, das Insichruhen, ist eine wohltuende Abwechslung zu dem, was ich erlebte. Plötzlich merke ich, wie zappelig ich bin und dass ich viel mehr Macken habe, als ich mir zugestehen wollte.

Man sucht das, was einem fehlt oder zu fehlen scheint. Ob man es wahrhaben will oder nicht. Und man will auch Ähnlichkeiten, gleiche Ansichten, etwas Bestätigung wie man das Leben sieht.

Wenn er mich berührt, ist er sanft, vorsichtig, staunend. Und manchmal ist er wie ein Sommergewitter, das mich nass macht und zerzaust hinterlässt. Die warmen Regentropfen, die Abkühlung verschaffen und die Luft reinigen, wenn der Tag drückend war.

Sein Gesicht ist kantig, die Konturen klar. Das was er sagt und sein Verhalten sind keine Attitüde. Er ist echt.

Er hat bis jetzt immer sein Wort gehalten. Ich glaube, man kann sich auf ihn verlassen.

by canela

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