Fragen und Antworten

Für einiges im Leben hatte ich schon immer Antworten. Für vieles wiederum nicht. Ich musste lernen, Fragen in Zusammenhang mit Geschehnissen zu akzeptieren, auf die es keine Antworten gibt. Ich finde, das ist nicht leicht.

Mein Sohn meinte kürzlich: „Mama, ich will L. und Ch. heiraten. Aber ich kann nicht zwei Mädchen heiraten. Was soll ich tun?“ Heiraten steht für ihn im Moment als Synonym von Zusammensein.

Ich hätte ihm den Eintritt in eine Religion vorschlagen können, die das erlaubt. Aber als nicht religiöser Mensch wäre das scheinheilig. Vielleicht hätte ich ihm von der 68er-Generation erzählen sollen, die solche Konstellationen gefeiert und gelebt hat. Aber wenn man schon in einer Zweierbeziehung Hürden zu überwinden hat, wie viele Hürden gäbe es in einer Ménage à trois? Oder ich hätte ihm erklären können, dass wir uns oft wünschen, monogam zu leben und es sogar manchmal schaffen. Aber dass Polygamie uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

So blieb mir nur der pragmatische Ansatz und ich antwortete: „Ich weiss es nicht genau. Versuche herauszufinden, wer du am liebsten hast. Die heiratest du dann.“ Ich weiss, das ist eine hilflose Antwort, doch sie leuchtete ihm ein. Wenn man 5 ist, will man nicht einen Lösungsbaum mit vielen Verästelungen sondern einen ganz klaren starken Stamm.

Irgendwann, wenn er es hören möchte, erzähle ich ihm, wie gut und schlecht ich es gemacht habe.

by canela

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6 Gedanken zu “Fragen und Antworten

  1. „Oder ich hätte ihm erklären können, dass wir uns oft wünschen, monogam zu leben und es sogar manchmal schaffen. Aber dass Polygamie uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht.“

    des is Nobellpreisverdächtig in Psychologie und Literatur und dat mein ik für einmal nisch ironisch

    hab gestern gelesen
    „was ist der Unterschied zwischen einer guten Partnerschaft und einer guten Freundschaft und welche Rolle spielt die Erotik dabei?“

    ich hab keine Ahnung
    aber ich hab gute Freunde die mich das Leben lehren

    du gehörst dazu und drum bekommste jetzt nen Oskar von mir

    dicke fette SCHMATZ

  2. bei solchen entscheidungen wende ich das 20erli orakel an. ich werfe eine münze.

    aber nicht die münze entscheidet, sondern ich beobachte mich und schaue, ob ich auf kopf oder zahl hoffe. das ist meine lösung.

  3. Gibt es wirklich ein gut oder ein schlecht?
    Das Leben ist doch nie ein Wunschkonzert gewesen. Also nehme ich es wie es kommt und versuche ab und zu es für mich positiver zu gestalten.

  4. Ich hätte ja sooo gerne eine Tochter gehabt – aber eigentlich nur, um ihr genau solche Dinge zu erklären! Damit da ein Mädchen herumläuft mit einer Mutter, die ein bisschen mehr Ahnung hat als meine Mutter es hatte.

    Aber das ist kein genügender Grund, ein Kind zu haben… aber immerhin: Du weisst einmal auch besser Bescheid, wenns ans Erklären geht!

  5. @d’Frou G. lach danke süsse! 😀
    @theswiss: münze ist gut, muss ich mir merken und meinem kleinen den vorgang zeigen.
    @roger: mein sohn meinte, das leben sei kein ponyhof. aber er wolle eh keine ponys sondern lieber pferde.
    @frau frogg: ich weiss nicht, ob ich es besser mache, als meine mutter 😉
    es gibt für mich eigentlich nur einen einzigen grund kinder zu haben – es ist einfach schön 🙂

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