Skalpel – Together

Und plötzlich erscheint einem alles in Schwarzweiss. Man sieht genau, wo etwas beginnt und aufhört.

Klare Konturen wechseln sich ab mit hellem Schwarz oder dunklem Weiss, weichgezeichnet vom Mondlicht. Berge ragen schwarz und mächtig in den Himmel. Was sind wir klein und unbedeutend! Ehrfurcht ergreift mich wie ein Schauer, der den Rücken hinunterfliesst. Keine Farben.

Ach, was brauchen wir Farben, wenn unser Herz rot ist!

Wie ein Chirurg hat er sein Skalpell angesetzt. Der Schnitt ist präzise und hinterlässt eine feine rote Spur. Doch es schmerzt nicht, obwohl ich fürchterlich Angst habe.

Sachte holt er es heraus, dieses vernarbte rote Etwas. Und in dieser dunklen Nacht, in der nur der Mond der Hauptdarsteller zu sein scheint, hält er es in beiden Händen und bestaunt es. Ich zittere vor Furcht, ich möchte ihm dieses pumpende Ding aus den Händen reissen, es gehört mir. Doch seine Art, wie er es hält, beruhigt mich.

Und dann schaue ich zum Mond und ich weiss, dass ich nicht bedeutungslos bin. Und ich atme diesen Mann ein, der ehrfürchtig meine Mitte hält. „Por fin juntos“ flüstert er. Together.

by canela

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2 Gedanken zu “Skalpel – Together

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