Nach dem Westwind kommt der Regen

Wenn man nur noch in Interjektionen funktioniert, dann ist es höchste Zeit zur Ruhe zu kommen.

Nicht dass ich gegen dieses Konzentrat an Ausruf, Feststellung oder gar Kundgabe des Befindens hätte. Aber was ist ein „Hm“ oder „Oh“, wenn es nicht in Begleitung eines Substantives oder gar eines Verbes ist?! Es ist zuwenig, wenn man doch soviel mehr möchte.

Gespalten, mit herausgerissener Seele, der Spanischen, bin ich so unvollständig wie seit Jahren nicht mehr. Und die klägliche Erkenntnis, dass man nichts tun kann, als abzuwarten, bis es aufhört zu regnen, ist unvermeidbar. Nach dem Westwind kommt der Regen. Das ist das Gesetz der Natur und dieses ist unumstösslich.

Die Zwillinge Trauer und Einsamkeit, Kinder der Einöde, ziehen an meinen Händen. Sie wollen die volle Aufmerksamkeit wie es nur quängelnde Kinder meisterhaft beherrschen und verhindern, dass sich meine Augenmerk auf jemanden anderen legen kann. Wie soll man jemanden umarmen, wenn man keine freien Hände hat?

Sie erwarten, dass ich Sorge zu ihnen trage und dulden keine Nebenbuhler. „Jetzt sind wir dran!!“, fordern sie rücksichtslos. Und ich muss, ob ich will oder nicht, mich um sie kümmern.

Nach dem Westwind kommt der Regen und es gilt sich zu gedulden, bis sich die schwarzen Gewitterwolken aufgelöst haben.

„Verdammt, das tut weh!“ sage ich zu den Zwillingen, die so umbarmherzig an mir zerren. Und es bleibt mir nur ein resigniertes und schmerzhaftes  „Aua“ übrig .

Glaubt mir, nur Interjektionen sind zu wenig!

by canela

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11 Gedanken zu “Nach dem Westwind kommt der Regen

  1. hmmm also heute abend kommt ein zünftiges gewitter und wäscht alles weg! danach wird es nur noch besser. kopf hoch, liebe canela, westwinde kommen bekanntlich immer wieder… mal flau und mal mit unbändiger kraft. warts ab und geniess erst mal den föhn. 🙂

  2. ich weiss – du liebst musik… und bei deinen zeilen kam mir spontan dieser song von 2raumwohnung in den sinn – hör ihn laut und tanze rum – irgendwann…

    überall rein

    ich will immer
    durch alles durch
    kommt es ganz schlimm
    und kommt die angst
    dann will ich da durch
    durch schrecklichen hunger
    und härtesten kummer
    ich will immer da durch

    keine grenzen kenn kein halten
    will keine bremsen will nicht schalten
    will keine spiele will in dein herz sehn
    durch alle länder und jeden schmerz gehen

    ich will überall rein
    ich will tanzen und stolpern
    ich will stottern und schreien
    ich will überall rein

    ich will ruhe
    und stille und stein
    will wüste und da sein
    und wenns kälte sein muss
    dann will ich da durch
    wie wasser durch felsen dringt
    der ton durch den glas zerspringt
    ich will immer da durch

    in jeder geisterbahn freifahren
    mal hysterie mal liebeskoma
    in weissen nächten ohnmächtig durchdrehen
    will mit dem ticket ins licht ins licht sehen

    ich will überall rein
    ich will tanzen und stolpern
    ich will stottern und schreien
    ich will überall rein

  3. @roger: die zeit arbeitet immer für einen. manchmal braucht sie mehr zeit, manchmal weniger.

    @theya: schöner gedanke, ja oase wäre gut.

    @lost: dachte ich auch, aber es regnet.

    @falki: föhnt es schon?

    @augenarbeiter: ich habe schon die hüfte dazu geschwungen. die beine wollen nur noch nicht so.

    @acqua: ja, oft. bis es dich einholt. es holt dich immer ein. immer!

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