Die Inseln

„Ich habe so oft verlassen, dass ich bald kein Herz mehr habe.“ stöhnte sie und schielte leicht.

Ich schaute sie an und lächelte. „Wie viele blieben unentdeckt, wie viele wären vielleicht gut gewesen für mich?“ Ich schüttelte den Kopf, ich kannte sie ja nicht.

„Ich schwimme zwischen zwei Inseln hin und her. Beide gefallen mir, beide sind schön und vor allem bei beiden fühle ich mich irgendwie willkommen. Aber ich bin müde vom Schwimmen. Ich habe kein Boot. Meine Kräfte schwinden und ich brauche Festland. Aber niemand will Festland für mich sein.“

Sie stand auf, wankte nach vorne und fiel der Länge nach auf den Boden. Liegend hörte man sie schnarchen.

Der Mann hinter dem Tresen grinste: „Das macht sie seit Wochen.“ Ich nickte, zahlte meinen Drink und verliess die Bar.

Festland. Wo mag es wohl sein?

text by canela
music by the xx

Advertisements

3 Gedanken zu “Die Inseln

  1. *seufz* das erinnert mich, dass ich mein Festland auch noch nicht gefunden habe. Manchmal macht mir das Sorgen.

    Hmm… wiso muess ich jetzt drüber nachdänkä?

  2. @cybermami: na ja solange du keine permanente krise deswegen hast, ist es nicht so schlimm, oder?

    @lost: besoffene und kinder sagen nicht nur die wahrheit, sie fallen auch um, ohne sich was zu brechen 😉

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s