Von arbeitsamen Handwerker und einem staubigen Ferienanfang

Sitze auf dem Balkon und schaue aufs Meer. Die grüne Flagge ist gehisst und fordert auf, ins Meer zu springen.

Malaga hat einen neuen Flughafen. Bevor man ihn verlässt, braucht man wieder Urlaub. Er ist so gross geworden, dass man nach 5 Minuten Suche immer noch nicht bei der Gepäckausgabe gelangt ist. Ist man endlich draussen, kann man nicht mehr  in alter Manier nach einem Taxi schreien. Nein, mit dem neuen Flughafen sind auch die Sitten europäischer geworden. Man wird freundlich in eine Reihe gebeten bis man sein Taxi bekommt.

Die Fahrt bescherte mir bekannte Bilder. Jogger und Walker, die sich den ganzen Paseo Maritimo Malagas entlang den Schweiss aus den Poren pressen.  Bei Muttern angekommen, sehe ich meine Schwester mit ihrem Sohn im Arm. Ich küsse sie und schlabbere den Kleinen ab. Dann sage ich: Trentemöller? Sie grinst: Genau! Denn dieses Stück lief gerade in der Küche.

Da schleichen plötzlich seltsam aussehende Männer mit feiner Staubschicht auf den Gesichtern herum; Handwerker, die die Bäder der Wohnung renovieren. Eramos poco y parió la abuela, heisst es auf spanisch. Das heisst soviel wie: Wie waren eh schon viele, da gebar Grossmutter noch ein Kind.

Der Herr der Bäder kommt aus Venezuela, seine Mitarbeiter aus dem Land des weissen Goldes, so ihre Erklärung. Ich brauchte ein paar Sekunden um zu verstehen, dass sie Kolumbien meinten. Sie arbeiten laut und schnell. Doch ab und zu muss man sie hätscheln. Jede leere Wand muss beim  Anbringen der ersten Kachel mit Applaus quittiert werden.

Der venezolanische Chef ist ein geschäftstüchtiger  Mann. Er besitzt zusätzlich zu seinem Handwerksbetrieb eine Autowaschanlage. Sein Bussineskärtchen ziert eine nackte Frau in Pornopose. Niemand weiss, bis man dort ist, dass seine zahnlose Mutter hinter einer Glasscheibe sitzt und freundlich lächelt. Die Autowascher sind seine Cousins, klein etwas dicklich. Nackt ist niemand dort.

Nun gehe ich an den Strand Sonne tanken, nicht oben ohne und schon gar nicht nackt. Aber ich muss ja auch nicht Werbung für eine Autowaschanlage machen.

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5 Gedanken zu “Von arbeitsamen Handwerker und einem staubigen Ferienanfang

  1. Ach. Ich fühle mich grad wieder wie vorletzten Herbst, als ich eine Woche Teil deiner spanischen Sippe war.
    Ich sehe wieder die Frauen, die bis ins allerhöchste Alter ihre Haare färben und Nagellack tragen.
    Und ich sehe Männer, die meisten kleiner als ich, die immer so spanisch riechen und barfuss in den Schuhen stecken.

    (Weisse Socken tragen nur Deutsche und Aargauer)

    Und ich wäre gerne dort. Natürlich wäre ich das gerne…

  2. genau, ich wäre jetzt auch gerne in malaga dann würde ich grad sofort ins meer springen. aber im august werde ich das dann auch noch tun.

    schöne ferien! – und wie ist eigentlich die stimmung in spanien heute? jetzt sind die schweizer wohl nicht mehr so gern gesehen… 😉

  3. @mme lila: es gibt jetzt sogar männer, grösser als ich, die muskulös und schön braun an mir vorbei joggen. mein hals ist nicht lang genug um ihnen nachzuschauen 😉

    @falki: hier tragen alles schwarz, sogar am strand, gnihihi….

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