Er war noch nie in Berlin.

„Weisst du, “ erkläre ich ihm plakativ, „Rock kommt aus dem Bauch, Elektro aus dem Herzen und Jazz aus dem Kopf.“  wohlwissend, dass es sovieles mehr an Genres und Farbmelodien gibt. Dabei schaue ich ihm in die Augen.

Wenn er sitzt, geht das gut. Das in die Augen schauen. Sonst rede ich mit seinem Bauch, oder mit seiner Brust, wenn ich hohe Stiefel trage. Und wenn er antwortet und ich ganz nahe bei ihm stehe, vibriert es in meinem Ohr. Seine Stimme ist Bass pur, der durch seinen Brustkorb wummert. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich gerade Rock oder Elektro höre. Denn Jazz ist es nicht.

Mein Kopf funktioniert nicht gut im Moment. Zuwenig Schlaf, zuviele Erlebnisse und mein Kopf versucht sich in den Schwanz zu beissen, wie es junge Katzen tun. Lesen fällt mir schwer, ich kann nichts behalten, was mein Auge auffängt. Tengo la cabeza como una regadera, sagt man auf spanisch, mein Kopf fühlt sich wie eine Giesskanne an.

Er hingegen liest auf Teufel komm raus. Wenn ich ins Bett steige, kämpfe ich mit Büchern und Zeitschriften um einen warmen Platz zu ergattern. Er mag Wörter. Wie ich. Und er mag Peter Fox. Wie ich. Doch in meiner einfältigen Erklärung, der Dreifaltigkeit der Musik, passt dieser Sänger nicht in eine Schublade.  Wen kümmert’s!

Denn bei diesem Stück singt er lauthals mit und ich wippe selig dazu. Meine Hüften kreisen und meine Schultern hüpfen im Takt. Er war noch nie in Berlin, ich sollte es ihm zeigen….

text by canela
music by peter fox

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