Und dann ging die Türe zu

und mein Herz auch, sagte der Früchtehändler.

Er habe, so der Mann, nie die Früchte angefasst, die sie kaufen wollte. Er liess sie immer selber aussuchen. Denn er wusste, dass sie schreckliche Angst hatte, dass er ihr die falsche Frucht geben würde. Kaum schaute er auf eine Orange, packte sie schnell die Frucht ein. Sie wollte nicht, das jemand ihre Früchte berührte. Dass er das nie tat, wenn sie an seinem Stand kaufte, merkte sie nicht.

Eines Tages lud sie ihn ein. Er brachte ihr die schönste und saftigste Orange, die er hatte. Prall mit Sonne und Liebe gefüllt. Und als sie ihm den Kaffee auf den Tisch stellte und sie die Frucht auspackte, glänzten ihre Augen. Das ist die schönste und saftigste, dich ich habe, meinte er. Sie roch daran und nickte glücklich. Plötzlich merkte er, dass ihre Stimmung umschlug. Du musst gehen, sagte sie. Ich will jetzt alleine sein! herrschte sie ihn an.

Als er aufstand und sie die Türe hinter ihm schloss, ging auch sein Herz zu. Denn sie hatte nicht bemerkt, dass er Handschuhe trug. Er hatte ihre Orange nie angefasst.

Sie dachte hinter der Türe, sie sei frei, weil sie ihm Grenzen gesetzt hatte. Dabei hatte sie sich in ihrem eigenen Haus eingesperrt.

by canela

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4 Gedanken zu “Und dann ging die Türe zu

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