Wenn Blogs zu virtuellen Grabsteinen werden

Was mich betroffen macht, obwohl ich die Person nicht kannte ist, wenn man auf einen Blog stösst, dessen Schreiberling in der Zwischenzeit gestorben ist.

Beim Bloggen schreibt man über sein Leben oder nicht. Aber man schreibt ergo existiert man. Stirbt man, hinterlässt man eine Art virtuelle Vergangenheit.  Eine Dokumentation von Gedanken, Erlebnissen und Geschichten.

Beim plötzlichen Tod wird der Blog ein Grabstein im All des WWW.

by canela

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15 Gedanken zu “Wenn Blogs zu virtuellen Grabsteinen werden

  1. Ich habe mir auch schon Gedanken darüber gemacht, dass mein Blog einfach so stehen bleiben würde, würde ich sterben. Für die Lesenden und Kommentierenden würde es so aussehen, als ob ich die Lust am Bloggen verloren hätte und twoday würde – wenn ich mich nicht irre – die Seite nach drei Monaten in denen nichts geschrieben wird löschen.

  2. ich habe auch schon einen Grabstein auf meinem Blog, da ich die Person aber persönlich kannte und auch sehr mochte wird er nach dem löschen immer noch dort stehen und auch lesbar sein!

  3. jeder hinterlässt vieles, das an ihn erinnert. aber es ist völlig egal ob das viertuelle blog drei monate, oder ober die villa 50 jahre stehen bleibt. die zeit ist nach dem tod wohl keine dimension mehr die zählt. 😉

  4. Schon wieder? Mail mal, wenn Du magst …

    Seuchejahr, jenes 2008 – gestern habe ich erfahren, dass man vor einer Wochen einen früheren Mitschüler tot im Bett aufgefunden, noch nicht mal 45 Lenze alt. Hat einfach so abgedankt 😦

  5. @acqua: du solltest die plattform welchseln. bei wordpress wirst du nicht gelöscht, so weit mir bekannt ist.

    @andi: dann ist das ja wie eine schön erinnerung. nur ist sie nicht nur im kopf oder im herzen, sonder auch im blogroll.

    @zores: ja, jeder hinterlässt spuren. nur bist du beim bloggen menschen „näher“ oder meinst es zumindest. wenn du ein paar jahre einen blog aus timbuktu gelesen hast und der autor stirbt, dann weisst du das eben. weil du eine art „beziehung“ hattest. ohne seinen blog, hättest du das nie gewusst: dass er überhaupt gelebt hat, oder überhaupt gestorben ist.

    @phil: danke für das angebot 😉 aber ich bin nur gestern zufällig auf einen blog gestossen eines jungen mannes, der letzten september an krebs starb.

    er hatte gepostet, er sei voller zuversicht und es gehe ihm schon besser. und dann in den kommentaren liest man plötzlich, dass er kurz darauf starb. das hat mich betroffen gemacht.

    das wegen deinem früheren mitschüler tut mir leid. 45 jahre ist einfach zu früh. aber vielleicht finde ich, wenn ich 80 bin, dass 90 jahre auch zu früh seien.

  6. Und wie bemerkt man, dass der schreibende verstorben ist, wenn man ihn nicht kannte? ich habe bisher hauptsächlich verweiste blogs entdeckt.
    der tod ist das ewige thema in unserer kultur. hat heute abend jemand die doku über den freitod des mannes aus, england glaube ich, auf sf gesehen? gewaltig, mich hats durchgeschüttelt bei der szene als er das medi einnahm und sich von seiner ehefrau verabschiedet hat. so stark habe ich körperlich noch nie auf tv reagiert. die tränen sind gleich als strom gekommen. der tod, die absolute unbekannte und doch absolut und bestimmt.

  7. Ich habe vor einiger Zeit einmal ein Blog über eine an krebs verstorbene Frau gelesen, deren Mann oder deren beste Freundin dann in ihrem Namen einen Abschiedstext hat. Sie solle alle grüßen, die sie immer gelesen haben.
    Das hat mich damals sehr bewegt.

  8. na immerhin…

    – also ich denke auch, dass die zeit nach dem tod kein faktor mehr ist. und so ein eingefrorener blog ist doch ein guter grabstein.
    – ich werde gerade mal mein hostingpaket um 30 jahre verlängern. – mal sehen, wieviel bis dahin noch zusammenkommt – an grabsteininschrift meine ich jetzt… 🙂

  9. @roger: wenn man glück (?) hat nur an den kommentaren. sonst gar nicht.

    leider sah ich die doku nicht. oder glücklicherweise. ich hätte mir die hucke voll geheult, so wie ich mich kenne.

    aber in unserer kultur wird der tod richtig verbannt. andere kulturen gehen mit ihm lockerer um, finde ich.

    @Tobias: wie ich dich verstehe…. hoffentlich geht es a.s gut?!

    @falki: es geht nicht um die zeit als solches, nur das neue phänomen das blogs auch grabsteine sein können.

    30 jahre? da bist du doch knapp 60, da stirbt man nicht 😉

  10. Als ich deinen Eintrag heute morgen gelesen habe dachte ich auch erst, du bezögest dich auf „ihn“. Gott sei Dank war das nicht der Fall.

    Ich hoffe, dass es „ihm“ gut geht. Wo immer er ist. Leider habe ich bisher nichts in Erfahrung bringen können.

  11. @leonope: na ja das ist doch besser, als nur virtuell leben.
    @Tobias: ich las gerade einen kommentar von ihm. also weilt er noch unter uns.

  12. Ich war im virtuellen Koma, was wohl kaum bemerkt wurde und habe mir gedacht, ich könnte Texte für 100 Jahre vorschreiben und auf Datum veröffentlichen, so würde keiner mein Dahinleben bemerken. Allerdings sähe ich auch nicht die Reaktionen…

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