Kein Blocksatz für den Aufsatz

Jeder kennt das Wort Aufsatz. Weil jeder früher Aufsätze in der Schule schreiben musste. Heute nennt man beim Bloggen den Aufsatz Post. Seltsam eigentlich, nicht? Was nicht seltsam ist, dass wir alle gelesen wollen werden. Wieso würde man sonst bloggen? Ein Tagebuch in Papier würde genügen, oder?

Also wenn wir gelesen werden wollen, wieso wird der Post in Blocksatz gestaltet? Er wird in Zeitungen gebraucht, das stimmt! Aber unser Blog ist keine Zeitung. Sogar die Zeitungen selber, die online sind, benutzen keinen Blocksatz.

Wenn wir den Blocksatz benutzen, haben unsere Augen zu wenig Fixationspunkte. Die Abstände zwischen den Wörtern sind zu gross. Wenn wir dann zusätzlich scrollen, haben sich unsere Augen in der Pixelwüste verloren. Der Leser verliert den Faden.  Wenn wir das wollen, dann haben wir es mit dem Blocksatz geschafft.

Also: Kein Blocksatz für den Aufsatz. Ausser wir wollen es unseren Lesern besonders schwierig gestalten, uns zu lesen. Denn Leserlichkeit bedeutet auch Gastfreundschaft.

by canela

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17 Gedanken zu “Kein Blocksatz für den Aufsatz

  1. Manche schaffen es auch zwei Seiten mit einem einzigen Textblock zu füllen.
    Völlig unterschiedliche Inhalte hängen lückenlos zusammen – die literarische Entsprechung von Tiramisu auf Pizza (Flan auf Paella, Mousse au chocolat auf Rataouille)
    Na ja, wer’s mag … 🙂

  2. ich blogge weil ich bin

    schreiben ist ein ding von mir – und leider habe ich nicht die muse alles in echtschrift auf papier zu bringen, zumal die heutige technik so sinnvolle extras wie textedits bietet und ganz wichtig – tippen ist immer schneller als schreiben.

  3. @an alle: es sei euch freigestellt, die form zu wahren oder nicht.

    ich habe es gerade gelernt (in meiner weiterbildung), was ich ich schon immer tat. ich war und werde flatterig bleiben.

    die regeln zu kennen ist gut. sie einzuhalten hat manchmal sinn. sie zu brechen ist geil. ich habe mich gegen das geile fürs sinnvolle entschieden.

  4. @ falki
    zugegeben, es ist ganz bööös von übel, wenn mann die technik nicht beherrscht. üben hilft die lücken zu schliessen.

    übrigens, ein aufsatz, ein post, ein brief, eine karte, was immer schriftlich ist, ist auch ein gesamtkunstwerk, bei dem auch der darstellung eine bedeutung zukommt. die ist aber so individuell wie das geschriebene selbst. darum stimmt wohl: de gustibus non est disputandum … oder so 😉

  5. @falki: nicht nur du bist nicht freund davon. es gibt ganze studienbücher gefüllt mit antiblocksatz-thesen fürs web.

    dein avatar ist witzig! du siehst aus wie der räuber hotzenplotz 😉

    @zores: es geht hier nicht nur um de gustibus. es geht hier auch um wissenschaftliche erkenntnisse. jawohl! habe ich gelernt und ich will jetzt endlich mein wissen loslassen, wenn ich schon mal was weiss…..

    @ngb: 😆

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