Wieso spricht dein Kleiner kein (S)panisch?

Weil es mir selber Spanisch vor käme. Wie soll man in engem Kontakt mit dem eigenen Kind sein, wenn man eine Fremdsprache mit ihm spricht? Eine Sprache, die man selber einmal im Monat spricht.

Die Muttersprache ist die Sprache, in der man fühlt und zählt und liebt. In der man träumt und in der man aufschreit, wenn man sich den Fuss stösst. Bei mir hört sich das so an: Aua und nicht Ay!

Natürlich verbaue ich so meinem Sohn eine glorreiche 5-sprachige Zukunft, wie sie mir selber beschert war. Was ich mich schäme! Was für eine Rabenmutter ich doch bin! So wird er das Leben lang leiden müssen, nicht Spanisch sprechen zu können. Er wird mir vorwerfen, ich habe nicht alles gegeben und er hätte einen Schaden davon getragen.

Ich entschuldige mich jetzt schon für später, Kleiner. Denn du wirst nicht alle Chancen haben, die ich hatte, dank meiner Mehrsprachigkeit. Erzähl deinem Therapeuten, du hättest eine Egoistin als Mutter gehabt. Ich habe schon das Geld dafür gespart.

by canela

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14 Gedanken zu “Wieso spricht dein Kleiner kein (S)panisch?

  1. Immerhin geben die Sprachwissenschaftler meiner Generation Dir Recht: Die Eltern sollen mit ihren Kindern diejenige Sprache sprechen, die sie am besten können. So lautete damals der einhellige Tenor. Kinder, die ihre Muttersprache gut lernen, lernen auch Fremdsprachen besser. Aus demselben Grund werden mancherorts Ausländerkinder ein paar Stunden die Woche in ihrer Muttersprache zusätzlich unterrichtet. Du musst Dir also keine Sorgen machen: Spanisch wird er easy lernen, wenn er grösser ist und will!

  2. @andi: ja tue ich.

    und jedesmal wenn mich jemand fragt, sage ich ich sei zu blöd, um ihm die sprache beizubringen, aber arbeitsam genug, um kohle für die therapie zu scheffeln 😉

    @falki: ähm das sagt jemand, der sich von seinem kleinen ins bockshorn jagen lässt? 🙂

    @zores: ich wusste zuerst gar nicht was du meinst. aber er stimmt. ein bisschen kann ich auch schreiben. aber die vielen apostrophs und so fehlen bei mir immer.

    @diefrogg: ich erinnere mich gerne an alle meine schulkollegen im neusprachengymnasium, die nicht zweisprachig aufwuchsen und trotzdem mind. drei sprachen beherrschten. einer hat sogar schwedisch studiert und lebt jetzt in stockholm. er ist für drs3 der korrespondent für die skandinavischen länder. taksemüke oder so 😉

  3. Also ich find’s schade. Nicht dass du ihm was verbauen tätest. Aber wie redet er denn mit seinen Grosseltern oder anderen spanischen Familienangehörigen?

  4. @rogerrabbit: auf deutsch? sonst übersetze ich es oder er lernt es, weil er es will. oder auf englisch, er geht ja in einen englisch/deutschen kinderhort 😉

    @æ: 😆 sozusagen im stillen einverständis!

  5. naja, ich bin des italienisch ja auch nicht mächtig, aber meine frau hat es ihm beigebracht und nun geht er sogar noch einmal die woche zum italienisch unterricht (neben der schule).

    molto bene… 🙂

  6. zweisprachige Erziehung ist eine tolle Sache – dann wenn Du für jede der beiden Sprachen eine Bezugsperson für die es die Muttersprache ist.
    Da Du nur eine Person bist, ist eine Sprache genau die richtige Anzahl.
    Aber wer hat Dich so geärgert?

  7. nana, nicht so streng mit dir selber.

    wir stehen jetzt vor der aufgabe, mit unserem kleinen italienisch (mutter) und englisch (vater) zu sprechen.

    aber weil wir untereinander eben doch auch deutsch sprechen werden wir das wohl kaum konsequent durchziehen. und doch bin ich der meinung, wird es ihm nützen und nicht schaden, wenn er hin und wieder eine andere sprache hört.

    einfach so machen, wie es nach dem herzen stimmt, nicht immer nach dem kopf (weil sonst müsste dein kleiner unbedingt schon ins frühchinesisch!)

    😉

  8. @taranis: ich bin nicht so streng mit mir selber. und schon gar nicht mit meinem kleinen furzer. mein herz sagt deutsch und so bleibt es.

    aber ich sah mal eine doku, die über amerikanische geschäftseltern erzählte, die ihrem kleinen mädchen frühchinesisch beibringen liessen, weil china die wirtschaftliche macht von morgen sei…

  9. das pech wird aber sein, dass bis die kleine dann so weit ist, dass sie ins grosse geschäftsleben geschickt wird, dann in papua-neuguinea oder sonst wo die grosse post abgeht.

  10. taranis: ja dann heisst es auf chinesisch: ni hao si mieee miüü eee! was soviel auf schweizerdeutsch heisst: schön id d’schissi glängt!

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