Das war the Queen of Pop

Am Bahnhof war ein Treiben wie in einem Bienenstock. Der Freund meines Frisörs meinte, falls jemand eine Bombe an Madonnas Konzert legen würde, hätten die Schwulenclubs keine Gäste mehr in Zürich. Dass Madame Ciccone eine Ikone der Homosexuellen ist, muss ich ja nicht erwähnen. Oder zumindest von denen, die ich kenne.

Der Kommerz im Gelände war perfekt inszeniert. Verhungern oder verdursten musste niemand. Sogar in die Hosen pinkeln musste niemand. Das war alles gut organisiert.

Einmal drin, sah ich praktisch nichts mehr. Ab und zu erspähte ich einen Blick auf den Bildschirm. Wenn man so gross ist wie Madonna, heisst das noch lange nicht, dass man an ihrem Konzert etwas sieht. Dafür hörte ich hinter mir ein paar junge deutsche Frauen, die in völlig falscher Tonlage mitsangen. Eine rief ca. 20 Freundinnen an, um zu erklären, sie sei gerade am Madonna-Konzert. Ganze spontan!

Einige ihrer Songs trug sie anders vor als gewohnt. Mir gefiel das. Mal pseudorockig, mal technoid und gar ein paar Zigeuner, spielten mit ihr zusammen auf der Bühne. Das gefiel mir am Besten.

Leider sah ich fast gar nichts, wie schon erwähnt. Die wenigen Blicke auf den Bildschirm zeigten mir eine Konzert, das steril wirkte. Alles perfekt, alles schön, aber ohne Seele. Manchmal dachte ich, ich sähe einen Videoclip.

Für 50 ist sie körperlich gut drauf. Aber wer nicht, der täglich Sport macht? Einige sagten, ich will mit 50 so aussehen wie sie. Ich will das nicht. Ich will wie ich aussehen. Und wenn ich fülliger oder faltiger bin. Ich bin ein Mensch und kein Android.

Ihr Konzert hat mir gefallen. Es hat mich aber nicht umgehauen. Und Geld dafür hätte ich immer noch nicht dafür ausgegeben.

by canela

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7 Gedanken zu “Das war the Queen of Pop

  1. drs3 -ja, ja der bünzlisender, der dieses konzert sponserte- glaubt nicht , dass die verfremdung ihrer hits beim volch gut ankam. hunderte von fans seien mitten aus dem event davongelatscht. hast du was bemerkt?

  2. nein wieso? ich habe ja kaum gemerkt, als sie auf die bühne kam. dank leinwand wusste ich es dann. 😉

    aber interessant ist also, dass die fans von madonna -die wandelbarkeit in person – selber konservativ sind und nur das hören wollen, was auf cd gepresset wurde.

    an einem konzert erwarte ich nicht, dass es genau wie ab der cd tönt. komische fans he?

  3. @falki: ähm ja, also die mitsingerinnen sangen so schlecht wie ihr idol.

    @rogerrabbit: 150 stutz sind eindeutig zuviel für ihren gesang. bekannte zahlten 250 franken für sitzplätze. das grenzt schon an sadomaso 😆

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