Rote Zora glaubt, dass Blogger lügen

In meiner Klasse gibt es eine Frau, die ich Zora nenne. Sie hat kupferrote Haare und ihr Gesicht ist mit so vielen Sommersprossen übersät, dass es einem ganz wirr im Kopf wird, wenn man sie betrachtet.

Sie meldet sich nie im Unterricht, weil sie sich nicht bloss stellen will. Aber sie lacht gerne über andere, wenn sie ins Fettnäpfchen treten. Sie weiss nicht, dass wenn man sich keine Blösse gibt, es nicht heisst, man hätte keine.

Da sitze ich nun am Mittagstisch unter anderem mit Zora und sie meinte, dass alles zwischenmenschliche übers Internet , eh nur oberflächlich sei. Die Leute verstellten sich und es sei alles erstunken und erlogen. Und beim Bloggen und Chatten könne man lügen, dass sich die Balken biegen.

Ich persönlich finde, hier im Netz wird nicht sehr viel mehr gelogen als real. Dass man eine grössere Plattform hat, um sich besser oder gar anders darzustellen, als man ist, das stimmt. Aber früher oder später riecht man den Braten, wenn das Gegenüber nicht ehrlich war.

Seltsamerweise hat sie sich nie mit dem Thema auseinander gesetzt, so ihre Aussage. Da meinte ich, ich habe meinen Liebsten übers Bloggen kennengelernt. Wahrscheinlich haben sich zwei Lügner in den unendlichen Weiten des Cyberalls getroffen……

by canela

Advertisements

19 Gedanken zu “Rote Zora glaubt, dass Blogger lügen

  1. Ich habe ja immer noch Zweifel an dem was Du schreibst. Schließlich weiß wirklich jeder, dass Blogger lügen.
    Vielleicht gibt es Dich ja gar nicht.
    Zugegeben, ich habe Dich einmal gesehen, aber vielleicht bin ich ja auch nur gelogen …
    Mist, jetzt bin ich durcheinander. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, bitte zwick mich!

  2. @ngb: ich lüge wie gedruckt, seit meiner ersten zeile hier im blog. 😉 wo soll ich denn zwicken? in den bauch?

    @zores: lach stimmt! ja beide sitzen in einem loch und lügen sich gegenseitig an und erzählen sich, sie seien prinz und prinzessin…

  3. @ canela
    richtig, dabei sind sie bloss arsch und und ähm ich schreibs ungern (wieder gelogen *hehe*) arschlöchlein. aber wenn sie dabei glücklich sind, ist doch alles ok, nicht? *smile*

  4. ich stimme dir zu, gelogen wird hier wohl nicht mehr, als in der welt da draussen auch.
    so meine erfahrung nach vielen jahren chatten und heute ist’s nun das bloggen.
    4 lügner wärens somit, meinen liebsten habe ich übers chatten kennengelernt 🙂

  5. also mit dem chatten habe ich fast gar kein erfahrung, da kann ich also net mitreden.

    *ganz kleinlaut*
    ja ich bin zu langsam für´s chatten – bringt mir nix.

    zum bloggen: stimmt nicht. ich denke das gerad ebeim bloggen viele menschen ehrlicher sind als sie wollen. 😉

    auf foren kann das wohl dann zustimmen, mit dem rollenspielen.

  6. @zores: das dream team! 🙂

    @hierundjetzt: oh willkommen im club der lügner!

    @gokui: rollenspiel? wie viele menschen habe ich schon real kennengelernt, bei denen ich das gefühl hatte, sie seien nicht sich selber.

    @diefrogg: ich weiss nicht was die wahrheit ist. und auf dem blog kann man erzählen was man will. weil: mein blog ist mein blog ist mein blog.

    diese frau meinte nur, dass blogger sowie chatter meist unehrliche leute seien. dass virtuelle beziehungen aus lügengebilden aufgebaut seien. dass man geschichten erzähle auf dem blog, das wusste sie gar nicht.

  7. Wenn ich auf dem Blog „nur eine Geschichte“ erzähle, darf man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, aber diese Geschichte hat ehrlich etwas mit mir zu tun.
    Sie beschäftigt mich auf die eine oder andere Weise.
    Ehrlich!

  8. @canela: dazu gibt es von mir eine theorie. 48% der menschen wissen nicht was/ wer sie sind oder sein wollen, 48% der menschen leben nur ein traumbild, daß aber im entferntsten nichts mit ihrer person zu tun, sondern mehr mit jenen dingen die einem impliziert werden.

    die restlichen 4% leben ihr leben und wissen es auch.

  9. Auf dem Hügel hinterm Haus zieht ein scharfer Wind durch die Baumwipfel. Wiegt alles hin und her. Mal plötzlich, mal um Gegengewicht und Balance bemüht. Es ist, als stünde der letzte Regen an, vor einem langen, viel zu langen Durst.

    Ich gehe hinüber zur falschen Frau, die du nicht bist.
    Da liegt sie, in meinem Bett, an deiner Stelle und nackt.
    Ich werfe eine Decke über sie, die auch ein Stein hätte sein können, meinetwegen.

    Dann fahre ich fort, dich zu hassen: Dein zuletzt von Alkohol und Drogen verzerrtes Gesicht. Dein Gebiss, das allenfalls einem ungepflegten Soldatenfriedhof längst vergessener Zeiten noch glich am Ende. Dein verbrauchtes Haar. Deine linkischen Zuckungen. Deine abgefertigten Unterhosen. Jede zurückgenommene Hoffnung. Und wie Du aus der Nase rochst.

    „Wie es mir geht? Ich bin doch jetzt Witwer.“
    „Oh. Das tut mir leid. Todesursache?“
    „Herzinfarkt beim Sex.“

  10. @katzenelson: wie in deinem anderen blog… diese geschichte 🙂 gefällt mir! und sollte ich jemals eine sterbensform auswählen dürfen, dann bitte im bett während dem sex.

  11. ich habe die letzten zwei kommentare gelesen und somit zeuge. noch schnell ein screenshot gemacht.

    nichts für ungut; beim sex zu sterben halte ich nicht für besonders gut. gerade für den der übrig bleibt.

    es sei denn man definiert sex nicht unbedingt mit den üblichen vorstellungen sondern mehr im sinne von zusammensein und nicht unbedingt im akt.

  12. Notiz:
    Besonders mag ich natürlich den allerersten Abschnitt des Textes, hier auf meiner literarischen Warte. Ich wünschte zumindest eine/r von uns beiden würde immer so schreiben, ohne den anderen je zu verleugnen.

  13. Pingback: Web 2.0 oder was ist das richtige Leben? | el mundo de canela

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s