Überraschungseier im Hause Leutschenbach

Beim Schweizer Fernsehen kommt man sich wie in der Kanzlei von Alley McBeal vor, zumindest auf dem 12. Stock. Wenn man dort auf die Toilette geht, kann man Männern beim Händewaschen treffen. Dann ist frau sehr überrascht und verwirrt und man(n) auch. Bis man feststellt, dass es eine Unisex-Toilette ist. So huscht beiden ein verlegenes Lächeln übers Gesicht und man nickt sich zu.

Auch Liftfahren ist witzig bei SF.TV. Wir traffen den Moderator der Rundschau, worauf ich ganz einfältig fragte: „Gell, sie sind der Moderator der Rundschau? Aber ich bin wohl nicht die erste oder die letzte, die das fragt. Somit werden sie mich bald wieder vergessen haben!“ Er lachte und fragte, was ich hier mache. Und ich erklärte ihm, dass wir Liftbenutzer nicht nur ihn zur Arbeit begleiten würden, sondern auch eine Weiterbildung als TexterInnen absolvieren. Er nickte freundlich, verabschiedete sich im 10. Stock und wünschte uns noch viel Spass. So normal ist die Schweizer Cervelat-Prominenz. Ich hätte ein Autogramm verlangen sollen….

Die Stunde begann mit einem Mann, mit dem ich schon Fussball gespielt hatte. Aber das kam mir erst in den Sinn, als er sagte, er sei einmal der Manager von DJ Bobo gewesen. Ich arbeitete vor über 14 jahren in der Werbeagentur von Calida. Und da sie Bobo sponsorten, durften er als dank mit unserer Agentur Fussball spielen. Das Team Bobo gewann. Erwähnt sei, dass die Agentur hauptsächlich aus Mädels bestand, die gar nicht fussballaffin waren.

Gegen 12.30 Uhr sah ich einen Mann, den ich mal im Laby um 5 Uhr morgens kennengelernt hatte. Er kannte ein paar meiner schwulen Freunde und so lernte auch ich ihn kennen. Er ist sehr lang und hübsch, darum blieb er in meinem Kopf. Ich bin klein und hässlich, darum erkannte er mich nicht mehr gestern. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass er mich an diesem frühen Tanzmorgen fragte, ob ich blaue Augen habe.  Da verstehe ich durchaus, dass er sich nicht mehr an mich erinnern konnte. Schliesslich hatte ich blaue Augen für ihn.

Die letzte Stunde hatten wir dann beim Mann, der den Telext beim Schweizer Fernsehen ins Leben gerufen hat. Er ist seit 35 Jahren dort. Und er erzählte uns, dass ihnen jedes Jahr 35’000 Zuschauer wegsterben. Das ist Realität, denn der Zuschauer von SF ist über 50 Jahre alt. Für mich heisst es, in sieben Jahren mehr SF schauen. Denn ich möchte doch so gerne, zu eine Gruppe gehören und sei es nur einer Zielgruppe.

So war der gestrige Tag ein Überraschungs-Ei: etwas Buntes, etwas zum Essen und etwas zum Spielen.

by canela

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3 Gedanken zu “Überraschungseier im Hause Leutschenbach

  1. Ein sehr schöner Tagesablauf und ein äusserst netter, lesenswerter Bericht aus Deinem Tagesgeschehen.
    Sei lieb gegrüßt und Jouir la vie
    Kvelli

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