Nur das Richtige

habe ich gemacht und mir ein paar Tage Urlaub genommen. Im Büro kleben meine Schenkel zusammen. Was ja per se nicht unangenehm sein muss. Wenn die Ursache eine andere wäre, als zu arbeiten.

Dass mein Sohn seit ein paar Tagen brauner ist als ich, ist mitunter auch ein Grund, für ein paar Tage eine Auszeit zu nehmen. Ich habe eine Vorbildfunktion. Und wenn ich nicht brauner bin als er – natürlich mit Schutzfaktor 30 für ihn – wo bleibt da meine Rolle als Mutter? Wie soll er aufblicken können, wenn ich es ihm nicht besonnen vormache?

Nachher geht es ins Schwimmbad. Dass ich eine miserable Schwimmerin bin tut meiner Rolle als Vorbild im Moment noch keinen Abbruch. Er kann es ja auch noch nicht. Und falls er heute möchte, dass ich es ihm vormache, werde ich nach zehn Metern, einen Fuss auf den Boden stellen und so tun, als ob ich kraule. Manchmal muss man in die Trickkiste greifen, um zu imponieren. So lange es geht, mein knapper Vorsprung bewundert zu werden, geniesse ich es.  Nachhher soll es ja rapide den Bach hinunter gehen und die Kids durchschauen einem. Sie merken, dass man auch nur ein Mensch ist mit begrenzten Talenten.

Dass ich nicht allmächtig bin, stört mich nicht. Das gibt weniger Verantwortung, sonst wäre ich ja Gott. Und ich will kein Mann-Gott sein. Wenn schon eine Göttin. Doch als Göttin könnte ich mich nicht entscheiden, in welche Branche ich einsteigen möchte. Es gibt soviel auf dieser Welt, das man verbessern könnte.

Also bleibe ich Frau, die noch weniger braun ist als ihr Kind und die bescheisst, um noch ein bisschen Bewunderung zu bekommen. Denn Liebe bekomme ich soviel, dass ich manchmal schwebe. Das wiederum hat was göttliches.

Das kühle Nass ruft!

by canela

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3 Gedanken zu “Nur das Richtige

  1. ou ja, das mit dem durchschauen fängt schon bald mal an. – das geht mir schon lange so, wenn ich z.b. italienisch spreche, dann sagt der kleine sofort „papi hör uf – du chasch das nid“, oder das tönt komisch!

    vor lauter frust wage ich mich gar nicht mehr ein sätzchen auf italienisch zu brösmeln… 🙂

  2. also dass du gefrustet bist, glaube ich dir nicht. aber es ist schon doof, wenn die kleinen merken, dass man etwas doch nicht so gut kann, wie man es vorgeben möchte. die kleinen sind die härtesten kritiker. aber die ehrlichsten. das ist doch wiederum gut, gell?

  3. nun, ich bin insofern gefrustet, weil ich dachte ich könne das italienisch gerade mit dem kleinen zusammen lernen. seine mutter spricht mit ihm nur italienisch. aber ich blieb auf halber strecke liegen und hatte keine chance… – und heute lacht er mich aus, wenn ich es versuche!

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