Das Leben als Zumutung

Ich mag Stöckchen nicht wirklich. Manchmal mach ich mit oder eben nicht. Das hier gefällt mir, wird aber nicht weiter geworfen. Ich habe es von Gaviota erhalten.

1. Nimm das erste Buch in deiner Nähe, das mindestens 123 Seiten hat.
2. Öffne das Buch auf Seite 123.
3. Finde den 5. Satz.
4. Poste die nächsten 3 Sätze.

Eigentlich hielt Probst Wackelmann für ein eher minderwertiges Subjekt, ein notwendiges Übel, einen durchschnittlichen Domestiken, wenn er auch von seiner dienenden Bestimmung nicht angemessen durchdrungen war. Unstudierte Frauen hatten im akademischen Dunstkreis der Probst nichts verloren, ausser eventuell den Kaffee zu reichen und Dokumente durch die Gegend zu tragen. Probst gönnte sich den Grössenwahn, eine der wenigen Top-Frauen zu sein, die den Vorstoss in die bis dahin männliche Domäne der Macht geschafft hatten, weshalb sie bei jeder Gelegenheit plärrte: „Ich verlange, absolut gleichberechtigt mit Herr Braatsch behandelt zu werden und keinen Deut anders!“

Aus: Das Leben als Zumutung von Linda Verhaelen

Anmerkung von mir: Die Geschichte ist nett, manchmal bissig erzählt und es hat ganz viele schlimme Wörter 😆 drin. Man soll sie ein weiblicher Bukowski nennen. Ich mag den Bukowski, aber an ihn kommt sie für mich nicht heran. Irgendwie nehme ich ihr die Sprache nicht ab, die sie benutzt. Sie wirkt nicht authentisch für mich. Aber ich bin ja auch keine Literaturkritikerin 🙂

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9 Gedanken zu “Das Leben als Zumutung

  1. Scheint eine interessante Lektüre zu sein 😉 Aus welchem Grund wirkt sie nicht authentisch für dich? Aus dem kleinen Auszug kann man sich natürlich kein Bild machen, aber es würde mich interessieren!

  2. gaviota: der auszug ist harmlos, das stimmt.

    bukowskis exzesse habe ich geglaubt oder sie kamen für mich echt rüber. da bei ihr der vergleich gemacht wurde, ein weiblicher B. zu sein, hatte ich vielleicht zu viele erwartungen.

    aber unterhaltsam ist es alleweil und – ganz wichtig – ich überflute keine zugsabteilel, weil mich das lesen so tief berührt 😉

  3. So sorry: Zwar stehe ich ja auf Frauen, die Bukowski lesen, würde selber aber kein Buch von ihm anfassen wollen – viel lieber tue ich mir einen braven Theodor Storm doch an und überlasse anderen die »Drecksarbeit«. 🙂

    Katzenelson,
    nimmermüder Ästhet, seinethalben

  4. Ich habe mit 13 Jahren alle seine Novellen gelesen (56?) und später den Schimmelreiter noch einmal während meiner grausam schulischen Laufbahn, nie jedoch ein externes Gedicht.
    Du aber sollst weiter Bukowski lesen, meinte ich – solange Du ihn mir nicht aufsagst gerne auch komplett auswendig lernen… 😉

  5. @katzenelson: ich lese alle deine posts. ich kann nur nicht immer kommentieren. deine geschichten wirken manchmal so authentisch, dass sie mich zum leer schlucken bringen. dann bin ich sprachlos oder kommentarlos.

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