Heulsusen-Virus zugeschlagen!

Ich lese gerade „Was ich liebte“ von Siri Hustvedt. Sorry Siri, ich dachte du seist ein Mann! Aber nachdem ich nun die Wiki fragte, sagte sie mir:“He Canela, die Siri ist ein Mädchen wie du und ich!“ Nochmals pardon, ich kenne mich in norwegischen Vornamen – auch Nachnamen – überhaupt nicht aus. Obwohl ich einige norwegische Jazz-Musiker über alles liebe.

Da sitze ich nun und lese konzentriert in Siris Buch. Bis ich an die Stelle komme, wo einer der Hauptfiguren seinen Sohn verliert. Er verschliesst sich, erstarrt in seiner Trauer. Seine Frau schlägt um sich, wird magersüchtig, geht zum Therapeuten und fängt ein neues Leben an, ohne ihn. Und ich? Ich sitze im Zug und schluchze und versuche meine Trauer (hallo Canela, es ist nur ein Buch!!!) unter Kontrolle zu kriegen.

So will ich auch schreiben, und wenn ich nur mich zum Weinen bringe! Die ersten 1357 Wörter sind geschrieben und abgegeben. Schlimm, wenn man immer alles nochmals überlesen und korrigieren möchte. Aber nein! Morgen müssen wieder mindestens 1200 ran. Irgendwann will ich weinen, wenn ich schreibe. Mal sehen, ob ich das schaffe.

by canela

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8 Gedanken zu “Heulsusen-Virus zugeschlagen!

  1. oh ja, das kenne ich zu gut! da nützt ein „ist ja nur ein buch, ist ja bloss ein film“ wenig.

    tränenmeer – mehr tränen, es ist die form von emotion, wo ich sowas von hilflos ausgeliefert bin und gleichzeitig spüre, wie sehr ich lebe…

  2. Danke für diesen Buch-Tipp. Ich weiss jetzt, wie ich mir die lange Novemberabende literarisch gestalte. 🙂 Dir kann ich auch empfehlen: „Es wird mir fehlen, das Leben“ von Ruth Picardie. Du heulst Rotz und Wasser. Nicht nur, weil’s traurig ist, sondern weil so viel Kraft, Aufschwung, Selbstironie in diesem Buch steckt.

  3. @hierundjetzt: ja ja das leben und nachher fragt man sicher immer, woher das viele nass herkommt und wieso man noch nicht vertrocknet ist, gell? 😉

    @andré: oh danke schön!! bestelle ich mir nächsten monat. ich kann nicht immer das abteil im zug überfluten.

  4. @ canela
    ja genau! wundern tut mich das jeweils auch, wenn die nase läuft wie jetzt gerade… *seufz*

    @ andré
    oh, dieses buch habe ich vor etwa 2jahren gelesen, absolut empfehlenswert, stimmt – sarkastisch und todtraurig zugleich…

  5. Ich habe es auf der letzten Reise gelesen. Als ich krank und schlaff im Bett lag, während die anderen beiden durch den Himalaya stapften. Und dann kam dieser todtraurigen Wendepunkt in der Geschichte.

    Ich war ganz froh, dass sie im Abspann noch einmal auf die ‚frei erfundene Geschichte incl. der Personen der Handlung‘ hinwieß.

  6. @ruwen: danke für deinen kommentar. ich dachte schon, es läge an mir, weil ich so sentimental bin. 😉

    ich habe es bald fertiggelesen und dann werden sich die leute wieder ohne schnorchel ins abteil wagen…..

  7. Siri, wie Du sicher dank Wiki auch wei´t, ist ja dem Auster-Paul sein Weib. Dessen Bücher haben mich aber irgendwie nie so gepackt. Vielleicht bin ich zu dumm. Aber Siris Schinken habe ich mir dann doch lieber als Hörbuch schenken lassen – und noch nicht gehört. Danke für Dein Posting, jetzt werde ich es tun.

    🙂

  8. @stylebitch: siri das weib des austern-päule? ahaaa! 🙂 öhm, ich kenne den nicht. wie ich die siri nicht kannte.

    ich mag ihren schreibstil, obwohl ich zu lange beschreibungen über spaziergänge “ wir liefen die canal street rauf hinüber zu der junkiestreet hinunter zu der girliestreet etc etc“ nicht so schätze. und ich war schon ein paar mal in nyc. habe leider all die strassen nicht auswendig gelernt. vielleicht bin ich auch zu dumm 😉

    trotzdem hat mich das thema und die geschichte gepackt.

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