Kondome: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker aber sicher nicht mich!

Ich habe nie an Kinderarbeit gedacht, wenn wir Kondome benutzten.Wenn man Pariser braucht, denkt man an Safer Sex und/oder an Empfängnisverhütung. Als ich mich oben, unten oder neben ihm befand, stellte ich mir nie vor, dass man bei der Kautschukgewinnung Kinder ausbeutet. Ich hatte ja schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich beim Sex an die bevorstehenden Marketingkampagnen dachte.

Nun las ich heute im Wirtschaftsteil der Pendlerzeitung 20 Minuten, dass eine Schweizer Firma den Hot Rubber auf den Markt bringt, deren Kautschukproduktion mit fairem Handel gewonnen wurde. Beim Bumsen sich sozial gerecht zu verhalten, gibt meinem Sexualleben eine völlig neue Perspektive.

Da kommt mir doch ein Anekdötchen in den Sinn. Ein Erlebnis vor Jahren.

Eines Tages, in den heiligen WC-Hallen eines befreundeten Paares, entdeckte ich einen Versandkatalog der erotischen Art. Ohne die Wimper zu zucken, packte ich ihn und schmökerte darin. Nicht weil ich lüstern war. Dieses interessierte Darinblättern hatte nur einen Zweck: Bildung! Ich wollte wissen, was es zur Luststeigerung gibt. Oder wie man gewisse Spiele perfektionieren kann. Wichtige Dinge, die die Frau von Welt wissen muss. Unter anderem sah ich Kondome mit Noppen. Wow, dachte ich, Noppen, das muss doch das ultimative RubeldiRubbel-Gefühl innen geben. DAS will ich!

So schlich mein damaliger Angetrauter mit hochgekrempelten Revers seines Mantels in einen Erotikshop und kaufte ein Päckchen Billy Boys für ganze 7 Stutz! Ich bekam rote Öhrchen vor Aufregung als ich die verpackten Kondome betrachtete. Mein Angetrauter riss sie mir aus der Hand und meinte mit erhobenem Zeigefinger: Die werden nur bei einer besonderen Gelegenheit benutzt! Ich nickt ehrfürchtig.

Ein paar Wochen später waren wir in Thailand. Eines Abends nach einem üppigen Nachtessen, wir aufgewärmt von der Sonne und von ein paar Tequilas selig besäuselt, entschieden wir uns für unser neues Sexerlebnis. Wir wollten die neue Ära der allumfassenden Ektase einläuten.

Dieses Mal hatten wir beide rote Öhrchen. Mit zitternden Händen stülpte er die noppige Erfüllung unserer Lustträume auf seinen Luststab. Ich sah mit glänzenden Äuglein gebannt zu, atmete tief ein und bereitete mich für den Orgasmus meines Lebens vor. Entscheidende Fragen wie: Falle ich in Ohnmacht vor Lust, werde ich das Nirwana der Laster erreichen? schwirrten in meinem Kopf.

Mit tiefen Stössen wurde ich dann beglückt. Und ich wartete und wartete. Er stöhnte lauter als sonst und variierte mit seinem Dirigentenstab den Rhythmus seiner Lenden. Wie ein Sambatänzer zappelten seine Hüften! Nur ich wartete weiter. Nicht dass es mir nicht gefallen hätte. Oh nein! Aber ich spürte von den Noppen rein gar nichts! Nichts, nada, rien!

Er fragte immer wieder keuchend: Spürst du was, spürst du was? Und ich schwöre, ich ging wirklich tief in mich hinein. Aber ich spürte nichts, was mir nicht schon bekannt gewesen wäre. Aber er stöhnte so laut, dass ich mir überlegte, ob ein Gehörschutz angebracht wäre. Da riss er sich von mir los und brüllte: Ich halte das fast nicht aus! Das brennt wahnsinnig!

Die Moral der Geschicht‘: Männer, schaut immer bei genoppten Kondomen, ob sie richtig aufgerollt wurden!

by canela

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25 Gedanken zu “Kondome: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker aber sicher nicht mich!

  1. na ja, ich sag immer: eine gute brille oder einwandfreie kontaktlinsen sind für männer beim sex offensichtlich eben so wichtig, wie ein gut funktionierender biovibrator. 😆

  2. Diese Geschichte tut gut an so einem trüben Tag! Habe schon lange nicht mehr so gelacht – und das im Büro.

  3. schöne geschichte 🙂

    @canela,

    nur wer hat das ding den übergestreift, hatte der dazu ne kneifzange benutzt, oder war der ansonsten gefühllos 😦 spätestens dabei merkt mann oder auch frau doch wo die noppen sind.

  4. @leonope: wieso ist der thailändische „tequila“ noch schlimmer als der mexikanische 😉

    @tuxfriend: tja, wahrscheinlich liegt das am „thailändischen“ tequila, dass er nicht beim überstreifen merkte, dass die noppen innen waren

    @ultrakurz: welcome! ja haben wir. wir besassen zwei davon. also ich fands nicht aufregender als sonst. ich habe nichts anderes gemerkt, als ich sonst schon erspürte 😉

    @andreschneider: lach nicht so! 😉 der arme kerl konnte zwei tagelang nicht ins meer, weil es höllisch weh tat.

  5. Eine wirklich wunderschöne und zum schreien komische Geschichte!
    Aber doch leider auch unmöglich, außer ihr benutzt die dinger zweimal und habt es falsch eingerollt 😉

  6. Ich lese mich durch deine Beiträge durch. Und dieser ist ja der Hammer! Grins, das sind noch Erlebnisse, die das wahre Leben schrieb.

  7. @claudia: welcome! tja sogar beim ficken muss man sich neuerding politisch korrekt verhalten und sicher sein, dass kein kind nur einen finger für die gummis gekrümt hat, sondern auch kontrollieren, ob die gummis von max havelar kautschuk-plantagen stammen.

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