Wieso ihr diesen Blog liest

Pipollina fragt, wie ich zum Bloggen kam. Ich stehe in ihrer Blogrolle (vor einem Jahr hätte ich dieses Wort für ein Gebäck gehalten…) und dachte ok, es gibt einen Hauptgrund wieso ich blogge.

Ich will ein Buch schreiben. Und dazu braucht es Training. Am Besten täglich. Vielleicht denkt ihr, wer will schon ein Buch von dir lesen? Eine berechtigte Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Es gibt wahrscheinlich hunderttausende Schreiberlinge, die Bücher schreiben. Und besser oder spannender schreiben als ich. Also wieso noch eins von mir?

Weil ich will! Und weil mir, nach Monaten, immer noch einige meiner Texte so gut gefallen, dass ich sie immer wieder gerne lese. Ihr denkt ich sei eingebildet? Eine Narzisstin? Richtig geraten! Ich bin so eingebildet wie ich unsicher bin. Und wenn ich etwas wirklich will, dann erreiche ich es auch. Ob es dann gut ist oder nicht, das sei dahingestellt. Das spielt im Moment keine Rolle. Es macht Spass und meine Geschichten im Kopf, seien sie noch so blutig, traurig, erotisch oder langweilig schwirren nicht mehr in meinem Kopf herum, sondern sind hier zu lesen. Das fördert meinen Schlaf ungemein.

Ich könnte euch auch erzählen, ich habe immer Tagebuch geführt als Mädchen. Und es war meine Leidenschaft. Aber das war es nicht! Ich habe genau eins geschrieben, dann habe ich aufgehört. Meine Eltern lasen es. Und ich schrieb dann über 25 Jahre nichts mehr, nur beruflich.

Dann erlebte ich die Fehlgeburten. Ausser in Therapie zu gehen, mich zu besaufen und traurig zu sein, begann ich zu schreiben. Im Kopf. Diese Geschichten liessen mich dann zusätzlich nicht schlafen. Also war ich therapiebesuchend, heulend besoffen und schlaflos. Da hatte ich die blendende Idee mit 38 die Schulbank zu drücken und Journalismus zu studieren.

Das ging genau drei Semester, ich lernte einen tollen Dozenten kennen lernen (toll weil er so anders war, als die anderen Lehrer und natürlich meine Schreibe mochte 😉 ) da wurde ich mit Canelito schwanger. Und ich hörte auf mit dem Studium, weil Journalismus per se mich überhaupt nicht interessierte. Ich wollte über keine Realitäten schreiben. Und ich hätte nie und nimmer jemand interviewen können. Ich, die Angst vor fremden Menschen hat, hätte das zwar geschafft, aber mit so viel Überwindung, dass die ganze Energie fürs Angstüberwinden drauf gegangen wäre statt fürs Schreiben.

Dieser Dozent empfahl mir jeden Tag zu schreiben, damit ich in den Fluss komme. Es sei völlig gleichgültig was es sei, ich müsse einfach jeden Tag schreiben. Das versuchte ich dann. Aber so alleine im stillen Kämmerchen war nicht spannend. Ich brauchte eine Bühne. Mein Blog!

Tja und nun, seit bald einem Jahr, schreibe ich hier. Ich versuche mich in Dinge, die ich vorher nie tat. Wie zum Beispiel Gedichte schreiben oder anderen Schreibformen. Manchmal finde ich es super, manchmal völlige Scheisse. Aber eure Komplimente tun mir gut, sie motivieren mich. So schreibe ich mehr oder weniger jeden Tag und trainiere. Das ist der Grund wieso ich blogge.

by canela

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17 Gedanken zu “Wieso ihr diesen Blog liest

  1. Ein guter Grund wie ich finde, und ich bin mir sicher das ich Dein Buch dann lesen werde.
    Will aber auch eine Widmung darin haben smile
    Könnte ja sein das Du berühmt wirst ;o)

  2. Ich kenne das Gefühl…schreiben zu müssen, die gesamte Buntheit der Gedanken in Worte zu fassen.
    Um nicht zu explodieren. Oder durchzudrehen 😉

    Bleib dabei. Unbedingt.

  3. Ich finde dich einfach sehr sympathisch. Du bist natürlich. Falls du irgendwann Mal ein Buch geschrieben hast, setze mich auf die Liste. Danke.

  4. Spannend! Ich habe in diesem Beitrag wohl mehr über deine Lebensgeschichte erfahren als während einem Jahr Bloglesen! Danke.

    Und auf dein Buch warte ich gespannt!

  5. Ob Du das Buch jemals schreibst oder nicht, ist völlig egal. Alleine schon etwas zu „Papier“ zu bringen, in diesem Fall zu „Blog“ kann an sich schon eine Art Heilung und/oder Therapie sein und man beginnt Dinge zu fühlen, die man vorher nicht kannte. Und wenn es nur das Spüren von „Befreiung“ ist, dann hat sich der Aufwand bereits hundertfach bezahlt gemacht. In dem Sinne wünsche ich mir noch viele weitere schöne Momente, ob sie nun in Buchform oder als Beitrag auf deinem Blog erscheinen 😉 Und dir natürlich weiterhin alles Gute und vor allem, dass Du den Spass am Schreiben nicht verlierst!

  6. @andi: ok nebst meinem exemplar, lasse ich dann auch eins für dich drucken. das sind dann schon zwei, wow 😉

    @madame lila: genau psychohygiene mit schreiben, damit der kopf und kragen nicht platzt.

    @globy: ok schon drei exemplare *notier*

    @pipollina: vier exemplare *notier*.

    @roggerrabbit: danke!

    ich habe auch schon festgestellt, das viele blogs viel interessanter sind, als das was z.b. im „das magazin“ vom tagi geschrieben wird oder sonst wo.

    @leonope: danke auch dir.

    du bist ja im gegensatz zu mir eine richtige blog-institution geworden. als marketing-tussi, die ich bin, machst du das ganz clever. nebst den teils provokativen fragen, die interessant sind, sind deine interviews köstlich 😉

  7. @canela…haaa, eine „Institution“? Das bedeutet in etwa soviel wie 100 Jahre alt zu sein *lol*

    Aber danke für das nette Kompliment! Hört man immer gerne von „Kollegen“ 😉

  8. ja, schreib weiter !

    – vielleicht ab und zu auch mal etwas kürzere beiträge… – ups, was sag ich… ja, ich weiss, ich bin lese faul! aber ich habe immerhin in den ferien ein gazes buch gelesen!

    und ich lese deinen blog 😉

  9. @falki: ich weiss, beim bloggen sollte man sich kurz halten. aber manchmal überkommt mich dieses gefühl, da kann ich einfach nicht stoppen. da musst du einfach durch 😉

  10. Gerade Deinen blog über eine dieser Toplisten von wordpress gefunden. Sehr angenehmes Layout, wohltuende Schreibe, spannendes Leben. Ich werde mich jetzt weiter festlesen bei Dir und kann nur sagen: Weiter so! (von einem, der mal freier Journalist war, das falsche studiert hat und aus dem gleichen Grund wie Du ein blog versucht zu füllen!)

  11. @fourtysomething: hola cowboy! thanks for your coment! das von einem der einmal schurnalist war. danke 🙂

    ich bin in den toplisten? kann ich mir fast nicht mehr vorstellen. als wordpress noch 400’000 blogs hatte, ok. aber bei über 1 mio.? wow.

  12. @canela: Pssssst, war doch nur so ein klitzekleiner freier Mitarbeiter, der die Dorfberichterstattung über die Jahreshauptversammlung des Kleingartenvereins und ähnlich aufregende, die Republik erschütternde Geschehnisse in 20 Zeilen vermelden durfte 🙂

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