Auch Philosophen stinken beim Scheissen

Meine Vermutung als junges Mädchen im Gymnasium, dass einige Philosophen Frauenverachter oder gar -hasser waren, weil sie nicht genug Nähe erhielten als Kind, bestätigt sich zurzeit beim Lesen des Buches: „Philosophen wie wir, grosse Denker menschlich betrachtet“.

Jean-Jacques Rousseau verachtete Frauen, liess sich aber gerne von ihnen den Arsch versohlen. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und sein Vater gab ihn zur Erziehung an die Verwandschaft weiter, die ihn nicht mochten.

Nietzsche, bekam nur einen Kuss von Lou-Salomé und sie liess sie ihn dann fallen. Als verletzter Narzist ein kurzer Weg zum Peitschenspruch.

Schopenhauer meinte: “ Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das Schöne nennen, konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt. Mit mehr Fug könnte man das weibliche Geschlecht das Unästhetische nennen“ Seine Mutter wusste nichts mit ihm anzufangen als Kind und sein Vater war eh nie da und brachte sich auch noch um.

Interessant ist auch, dass ich ein ab und zu mal Blogs von jungen Männern lese, die sich gerne als Denker sehen. Da ich sie längers lese, also als sie noch Jugendliche waren, weiss ich auch etwas über ihr Privatleben, falls es wahr ist, was sie schrieben. Von – sich mit frustrierten Eltern herumschlagen – bis zur Selbstverletzung, Besäufnis und Drogen. Eigentlich nichts ungewöhnliches, finde ich. Ungewöhnlich finde ich eher, wenn man dann aber Thesen über irgend etwas aufstellt, was ja spannend ist, aber immer mit einem von der Erziehung genossenen Blickwinkel, und denkt, man sei der grosse Denker.

Umso weniger erstaunt mich ihre Sicht über Liebe und Frauen zu denken, ist sie doch kennzeichnend in meinen Augen für ihre Art Thesen aufzustellen. Die Frau wird Weib oder „die Hausfrau“ genannt und die Liebe wird als bedrohlich empfunden.

Ich behaupte einfach plakativ und provokativ: Wer nicht fühlen kann, Nähe und Liebe bekam, der denkt zuviel. Daraus entsteht Philosophie.

Übrigens mein Vater und ich standen immer auf Kriegsfuss. Deshalb bin ich so melancholisch, mit depressivem Charakter. Das was der geneigte Leser annahm, ist hier somit bestätigt. Leider bekam ich genug Wärme und Nähe, sonst wäre aus mir tatsächlich eine Philosophin geworden.
by canela

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7 Gedanken zu “Auch Philosophen stinken beim Scheissen

  1. Wer viel denkt, ist noch lange keine Philosoph. Und wie bei so vielem im Leben, was und prägt, was uns sinnieren und handeln lässt, ist das Elternhaus nur eine Einflußgröße von etlichen. Soziales Umfeld, Bildung, geographische / lokale Faktoren, Medien etc. püpü machen doch letzlich das aus, was wir sind. Und formen uns weiter, sofern wir (ab einem gewissem Alter) noch die Bereitschaft dazu haben. (Bo Ey, was für’n Aufhänger, Dein Beitrag. Da könnte man glatt das Philosophieren anfangen …)

  2. Schopenhauer war so ein Kandidat, der seinen Selbsthass, entstanden durch mangelnde Beachtung und fehlenden Erfolg in der Frauenwelt, auf die Objekte der eigenen Begierde projeziert hat.
    Denker sind dazu da, kritisiert zu werden. Vor allem solche.

  3. @phil: viel denken heisst nicht unbedingt philosphieren. da stimme ich mit dir überein. auch das umfeld prägt dich, sagen auch die behaviour-isten. finde ich auch.
    was ich bezweifle, was einige aber gerne hätten, dass viele philosphen über alles erhaben waren. viele zitieren gern philosophen, ich eingeschlossen. aber ich vergesse nicht, dass es schlussendlich menschen waren wie du und ich. und keine übermenschen. und abstreiten kann man nicht, dass diese männer, dank ihrem denken, frauen als 2.menschen betrachtet haben. nicht alle, doch aber soviele, dass es heute noch unser denken prägt. und sei es nur unbewusst.

  4. @plasmaoxd: was ich an schopi mag, dass er irgendwie klar und nicht so verschnöckelt sich ausdrückte. aber sein wettbewerb mit seiner mutter, die auch eine gute freundin goethes war, wer nun die bessere schriften herausgeben würde, war schon sonderbar. darum finde ich, wie du, ab und zu hinterfragen, tut gut.

  5. hmmm, ich habe noch nie irgendeinen (selbsternannten) philosophen zitiert. ich denke, lebe und handel nach meiner eigenen philosophie. die sicherlich keinen anspruch auf sich als solche hat 😉

  6. Wer zu viel denkt, der vergisst zu leben. Oder so ähnlich. Man kann sich auch Probleme „denken“ und all das Glück verpassen, weil man den Kopf zu sehr beansprucht.

    Schon merkwürdig. Einerseits denken wir „zu wenig“, andererseits sind wir „zu verkopft“. *lach*

    Was das Frauenbild angeht: Gott, ja, auch Jung und Freud waren Frauen gegenüber absolute Schweine. Schopenhauer und Nietzsche waren Sadomasochisten. Das Frauenbild war vor 300, 200, 100 und sogar noch vor 50 Jahren komplett anders und hat sich Gott sei Dank gewandelt.

    Liebe IST etwas Bedrohliches, gerade für einen jungen Menschen. Das ist eine enorme Kraft, die einen umwerfen kann. Oft ist man einer Verliebtheit erst viele Jahre später gewachsen. Dazu muss man erst „ganz bei sich“ sein. Wer ist das mit 15, 16, 17, 18, 19 schon?

    Ich bin in einem Frauenhaushalt gross geworden. Papa war jobbedingt nur an den Wochenenden zugegen. Mutter hatte einen Ganztagsjob und zwei Kinder und rückblickend muss ich sagen, sie hat es bravourös gemeistert. Ich bin mit viel Respekt vor beiden Elternteilen (= vor Mann UND Frau) aufgewachsen.

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