En attendant Canelito…

Als ich vor zwei Jahren auf dich wartete, war ich ja ziemlich blauäugig. Und das trotz meinen braunen Augen. Ich hatte überhaupt keinen Schimmer, was mich wirklich erwarten würde. Obwohl ich schon viel darüber gehört und gelesen hatte.

Wegen dir nahm ich 25 kg zu, hatte einen Arsch wie eine 100fränkige Praline und Brüste, die Pams Möpse mühelos als MonChérie Kirschen im Schatten stehen liessen. Die Schenkel waren prall und hätten ohne Zweifel als Torpfosten bei einer Weltmeiterschaft eingesetzt werden können. Meine Haut war schön, straff und prall. So schön, dass viele sagten, ich würde noch jünger aussehen als sonst. Immerhin, fand ich.

Zu dieser Zeit konnte ich auch nicht mehr als 3 Stunden am Stück schlafen. Ich hatte das Gefühl, mich selber mit meinem Gewicht zu erdrücken. Dafür hast du mir viele Fernsehstunden beschert, weil lesen war unmöglich. Ich vergass eh alles, was ich las. Also brachte es nichts, ein Buch in die Hand zu nehmen. Ich beschloss mich auf Bilder zu konzentrieren, entweder Bücher mit Bildern oder die Glotze.

Dank dir weiss ich nun, dass um zwei Uhr morgens Frauen im Fernseher behaupten, sie seien geiler als meine Frau. Dabei hatte ich gar keine Frau. Aber sie behaupteten immer stief und fest: „Ich bin viel geiler als deine Frau. Ruf mich an!“ Ich glaube, sie meinten mich nicht.  Obwohl sie nicht ganz unrecht hatten. Ich fand mich zu dieser Zeit nicht wirklich geil. Weil aus der Qaulkuape, wurde Flipper dann wuchs ich zu Moby Dick. Auch die Frau mit der Peitsche kam oft in Fernsehen. „Ruf *peitschenhieb* mich *peitschenhieb* an *peitschenhieb!“befehlten sie und schaute ganz böse.  Als ob Pferde telefonieren könnten!

Was in der Welt abging, konnte ich mir merken, weil ich die Tagesschau und deren Wiederholung mehrmals sah und so wusste ich nach der dritten Wiederholung, welche Staatsmänner was taten und dass der Tsunami immer noch tausende Vermisste zu melden hatte.

Doch wir kommunzierten schon miteinander zu dieser Zeit. Schön war es, wie wir uns gegenseitig schrieben. Das hatte etwas Vertrautes. Als sie mich am 15. Mai ans CTG hängten (also eine Art Gurt wurde um meine Trommel festgebunden), hast du mir geschrieben und ich dir. Oben mein Geschreibsel vom Bauch, unten deins vom Herzen. Beides unleserlich für das ungeübte Auge, doch beides zusammengehörend. Mein Bauch und dein Herz auf ähnlicher Frequenz. Dann gab es noch ein Mikrofon. Ich sags dir!!Dieser Rythmus und diese Aussprache, deines Herzchens. Klar und deutlich. Wahrscheinlich hast du mir gepocht, dass du noch ein paar Tage im Bauch drin bleiben willst. Du magst es gemütlich, das weiss ich in der Zwischenzeit genau.

Auf jeden Fall hast du es echt spannend gemacht, weil heute wäre dein Geburtstermin gewesen. Und du hast dich einen Deut darum geschert. Gut so! Das gefiel mir. Nicht autoritätsgläubig und ziemlich lebendig (Gott hast du Fussball gespielt in meinem Bauch!) 

Ich wartete – en attendant Canelito – und wusste wirklich nicht, was mich erwarten würde. Du hast meine Vorstellungen darüber getoppt.

by canela

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Ein Gedanke zu “En attendant Canelito…

  1. Pingback: Heute vor drei Jahren « el mundo de canela

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