Gross sein ist nicht schwer, erwachsen sein um so mehr

Erwachsen sein hat so seine Tücken. Jeder der das ist, wenigstens vom Alter her, weiss das. Nicht alles was glänzt ist Gold, leider. Wobei wer will schon Gold?

Zu diesen Gedanken hat mich der plasmaoxyd bewogen. Er meinte, es sei Schade kein Kind mehr zu sein. Und da hat er nicht ganz unrecht.

Denn ich habe mich solange wie möglich gegen das Erwachsen sein gewehrt. Erwachsen sein bedeutet, unter anderem, Verantwortung tragen. Klar, wenn es die schönen Dinge sind, ist es toll. Ausgang, vielleicht eigene Wohnung, Reisen und andere Dinge tun, ohne dass man jemandem Rechenschaft abgeben muss. Verantwortung kann auch eine Bürde sein.

Erwachsen sein heisst auch die Konsequenzen für das eigene Handeln zu übernehmen. Und manchmal will man einfach keine Konsequenzen. Auf jeden Fall nicht solche, die einem nicht passen.

Kindsein hat was unbeschwertes und zuversichtliches. Ich sehe das an meinem Sohn. Und manchmal merke ich diesen Zustand auch bei sogenannten Erwachsenen. Wenn sie noch staunen können und ich meine wirklich staunen. Nichts als gegeben ansehen, einfach spontan fragen, neugierig sind oder einmal etwas unkonventionelles, nicht erwachsenes tun. Oder einfach mal glücklich sind, ohne diesen Zustand an eine Bedingung zu knüpfen.

Ich versuche immer noch, so oft wie möglich, Kind zu sein.

by canela

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18 Gedanken zu “Gross sein ist nicht schwer, erwachsen sein um so mehr

  1. Da muss ich Madame Lila vollkommen Recht geben. Auf meinem Blog tummeln sich inzwischen ein paar Leser, die dieses lebensnotwendige Element vergessen zu haben scheinen und immer wieder gegen mich arbeiten 😉
    Boa, wie das klingt, aber manchmal Kind sein ist schön – und wenn es nur darum geht Phantasie zu haben

  2. Ich kann mich von dem inneren Kind auch nicht trennen. Erwachsen zu sein bedeutet ja zu begreifen, dass man die Ängste der Kindheit (Monster, etc.) gegen die Ängste der Erwachsenen getauscht hat. Drama gegen Drama.

    Welch eine Erleichterung ist es, wenn man dabei nicht verlernt in diese Ungestüme zurückzukehren. Am besten auch ohne den Genuss irgendwelcher Drogen….

    Danke für diese kleine Erinnerung.

  3. Unreifeprüfung

    Da ist ein Punkt
    im Werdegang
    der aufgesetzten Zeit.
    Ein Strich
    durch alles Wesentliche;
    das so erwachsen, starr
    in die Vernunft gezüchtet,
    dich rastlos
    vorwärts drängt.

    Und etwas
    weiter unten,
    da steht er fest, und tief
    in dir verwurzelt;
    der unvernünftige Moment,
    der dich zu kitzeln liebt,
    und dir
    ein Milchzahnlächeln schenkt.

  4. @toby: da hast du absolut recht.

    @fabian: danke für dieses hübsche gedicht. ich kriege im moment noch jeden tag ein milchzahnlächeln. wenn es aber ums zähne putzen geht, gibt es noch kämpfe 😉

  5. bei mir sind es zwei. Aber das geht ganz gut, mit dem Zähneputzen, weil sie wissen, dass es zum abendlichen Ritual gehört. Da gibts auch keine Ausnahme.

    Der Wind in den Taschen

    Was braucht das Kind,
    das immer noch
    in meinem ruhelosen
    Herzen innewohnt?

    Denn spür ich Wind
    dann reichen doch
    gebrauchte Unterhosen
    und ein gelber Mond.

  6. nackig kind

    spät lege ich die sachen ab
    die menschenhaft mich kleiden
    streich mit der hand durchs lange haar
    und mag mich wieder leiden

    katzenelson, *1966

  7. @katzenelson:
    und wenn ich meine haare auch noch schneide
    dann bin ich nackt im wahrsten sinn
    nun bin ich endlich wieder schön
    bin wieder nackig kind

  8. Ich bin klein und möchte nie erwachsen sein.
    Erwachsen, was ist das überhaupt ??? Sowas wie jmd. anderem entwachsen. Was sagt dieses Wort aus oder soll es bedeuten. Erwacht ? Verstehen, um was es eigentlich geht. Nicht mehr nur wollen und Geld haben wollen und alles neue was man sieht wie Kinder, sondern Frieden möchten?

  9. @NRj_66: willkommen hier!

    ich weiss manchmal selber nicht, was erwachsen sein bedeutet. klar jetzt, da ich selber ein kindchen habe, ist zumindest eines klar: ich bin jetzt noch grösser als er. 😉 und etwas vernünftiger. und ich kann besser fahrrad fahren.

    dafür wird mir schleicht auf der schaukel. und ich kann nicht so gut den tisch mit tomatensauce eincremen wie er. das werde ich nie schaffen!

    frieden? ich will glücklich sein. aber das wollen wohl kinder wie ältere menschen was?

  10. . . .oder gleich wer „Erwachsen“ und „Kind“, parallel ich trägt ist Mensch. . .
    habe mühe damit, und auch alle kinder-jugendliche-nichterwachsenwerdenwollende, das sich eins ausschliessen muss.
    die unbekümmertheit vieler asiaten(in ihrem gewohnten umfeld) hat mich geleert, dass ein 5 jähriger genauso „erwachsen“ sein kann wie auch 40 oder 80 jährige manchmal kindsköpfe sind
    beides
    während des ganzen daseins
    und es ist schön so
    ps:
    Konsequenzen für das eigene Handeln zu übernehmen, können Kinder auch gut lernen. Sollten sie auch. Ich persönlich zähle das zur Charakterbildung.
    Das wort erwachsen ist vermutlich deshalb suspekt, weil die meisten „erwachsenen“ dem wert, der ihm zugeschrieben wird, nicht gerecht werden und es somit alslüge entlarvt wird.

  11. ich plädiere dafür „erwachsen“ aus dem vokabular zu streichen und mit „erfahrungsreicher“ zu ersetzen. dass man erfahrener ist, heisst nicht, dass man erwachsener handelt….

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