Bassano, Mode, Kuba und Puppenhaus Venedig (1)

Hat das alles einen gemeinsamen Nenner? Ja, der heisst Italien! Einer meiner Ansprechpartner in der Partnerfirma ist, Barbara, ein hübsche Kubanerin. Sie ist IT-Engineer, mit einem Italiener verheiratet und lebt seit 6 Jahren in einem hübschen gelben Häuschen in Italien. Sie ist modisch gekleidet, spricht perfekt italienisch und hatte vor 6 Jahren keine Ahnung, wer Armani war. So geht es wohl Millionen von Menschen….

Barbara ist sehr nervös, als sie uns abholt. Sie sei es nicht gewohnt, Englisch zu sprechen. Meine Kollegin, Blondzöpfchen, und ich trösten sie. Doch sie ist wirklich nervös. Denn Englisch sprechen und fahren, scheinen in ihrem Fall nicht wirklich zusammen zu passen. Die Schwenker auf der Einfahrt der Autobahneinfahrt lassen einiges erahnen. Und ich krame schon mal meine Ave Marias und Pater Noster aus der Gebetskiste hervor.

Stau empfängt uns und ein Totenwagen schleicht neben uns her. Ist das ein gutes oder schlechtes Zeichen? Der Fahrer, einen hellblauen Anzug tragend und wie Elvis kurz vor seinem Tod aussehend, flirtet mit uns und lässt sein Hollywood-Lächeln aufblitzen. Wir können nur in Italien sein, wenn sogar der Totenwagenfahrer sich für einen Kurzflirt hinreissen lässt!

Nach einer Stunde Fahrt und einem fast abgerissenen Arm eines Velofahrers, den Barbara in einem Dorf streifte, weil sie wirklich nicht Englisch sprechen und fahren kann, kommen wir gegen 13 Uhr an. Ich hatte Blut geschwitzt und mindestens 500 neue weisse Haare bekommen. Aber ein laues Frühlingslüftchen sowie Vogelgezwitscher empfängt uns und beruhigt meinen flatternden Magen. Das ist die Belohnung für die Höllenfahrt von Venedig nach Bassano.

Am 8. März ist internationaler Frauentag. Deshalb werden wir zwei Frauen mit kitschig eingepackten Blumensträusse belohnt. Ohhh, grazie che bello! (Die Blumenverkäuferin sollte man auf einen Kaktus setzen!)

In der nächstgelegenen Bar und essen wir warme Piadinas, eine Art Fladenbrot, mit Schinken und Käse. Damit wir nicht vergessen, dass wir in Italien sind, flirtet der Barman mit uns was das Zeugs hält. Also vorallem mit Blondzöpfchen. Die blonden Frauen haben in Italien immer noch einen besonderen Status. Er schlägt nach der Aufnahme unserer Bestellung vor, dass er gerne Blondzöpfchennach dem Essen massieren würde. Sie lehnt dankend ab. Er fragt mich auf italienisch, ob sie Engländerin sei. Sie sei ja ein toller Käfer!Ich erwidere, nein, sie sei Schweizerin. Da eröffnet er mir, dass er auswandern möchte an den Lago Maggiore und er eine Gelateria eröffnen wird. Sie solle ihn besuchen kommen. Ich versichere ihm, dass sie ganz sicher nicht zum Besuch käme. Meine charmante Sprödheit und das hübsche Aussehen von Blöndzöpfchen bescherrt uns einen gratis Schokoladengrappa. So lässt es sich leben!

Zurück im Büro wird bis gegen 19.00 Uhr gearbeitet. Abends holt uns Andrea, der Marketing-Manager ab. Er werde unser Gastgeber sein, eröffnet er uns und verneigt sich dazu galant.

Bassano del Grappa hat diese tolle Brücke, Ponte degli Alpini. Unser Begleiter erzählt uns, dass viele Päärchen aus ganz Italien kommen, um sich auf dieser Brücke zu küssen. Blondzöpfchen und ich schauen uns an und entscheiden ohne Worte, dass wir uns sicher nicht küssen werden. Am Ende der Brücke gegen die Altstadt gibt es eine kleine Bar. Dort kriegen wir einen Mezzo-Mezzo. Keine Ahnung was drin steckt. Aber überall stehen Grappa-Flaschen herum. Und es schmeckt sehr gut.

Nachdem wir Piazza del Monte Vecchio, Piazza della Libertá und Piazza Garibaldi (als Platz oder Strasse gibt es ja den Garibaldi in ganz Italien) besucht haben, geht es ins Ristorante Trevisani, das in der alten Stadtmauer eingebaut ist, zum Abendessen.

Wer behauptet, dass Schlemmen wie Gott in Frankreich sei das non plus ultra, war eindeutig nicht Italien! Was uns da als Antipasto (verschiedene Gemüse, Muscheln und Bresaola), primo piatto (Rotweinrisotto mit Radicchio- eine Art roter gekochter Salat – ) und secondo piatto (Thunfisch an einer Rosmarinsauce) serviert wird, ist ein Fingerabschleck-Menu! Dazu gibt es einen Rotwein, Marke Zonta aus Merlot-Trauben. Das Ganze wird mit einem herrlichen Grappa Moscato der Marke Poli abgerundet.

Übrigens die Gäste im Restaurant sehen aus, als ob sie kurz vom Laufsteg heruntergestiegen sind und ein Päuschen machen. Alles sitzt perfekt bei Mann und Frau. Und ich komme mir vor wie Aschenbrödel, aber nicht am Ball!

to be continued…

by canela

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