Frau am Rande des Nervenzusammenbruch

Heute war ich alleine mit meinem Canelito unterwegs. Canelo sollte mal etwas ausruhen oder einfach einen freien Nachmittag haben.

Ich bin, man könnte es vielleicht nicht glauben, völlig ungeübt im Ausgang mit meinem Mini-Me. Einen Vortrag halten in einem Saal? Kein Problem! Unsere Partner zu einer Marketingkampagne zu überzeugen? Auch kein Problem! 10 Stunden lang mit meinen schwulen Freunden eine Nacht durchtanzen? Erst recht kein Problem!

Doch mit meinem Sohnemann einen Nachmittag zu überleben, war eine grosse Herausforderung! Ich benahm mich wie ein Trottel. Es gab bisher keine Männer, die es schafften, mich am Rande des Nervenzusammenbruchs zu bringen. Er kann das, sogar mit links! Als wäre das eine natürlich Begabung.

Die neuste Macke ist, seine Füsschen auf die Räder des Kinderwagens zu stemmen, so dass ich beim Stossen fast den Kinderwagen umwerfe. Die Leute denken: Mann, die ist ja so blöd! Die schafft es nicht mal den Kinderwagen zu stossen! Dann brüllt er, als ob ich ihm die Daumenschrauben anziehen würde. Ja, ja People ich habe keine strenge Hand, er ist völlig ungezogen, er wird von mir gequält und ich bin eine miserable Mutter!

In der Mitte, einem Kaffee in Basel, gibt es eine kindergerechten Ecke, wo Mütter und Väter sich mit wissendem Blick begegnen. Mittwochs ist normalerweise Kindernachmittag. Es war klar, dass gerade heute dieser Nachmittag ausfiel.

Alle lachten fröhlich, wenn sich die Kids „Kussi“ gaben oder mal versuchten, sich die Augen auszukraten. Hach ja, die lieben Kleinen! Dort hat Canelito sofort mit Chiara angebändelt. Also sie hat ihn angemacht und küsste ihn. Er wischte sich dann mit dem Handrücken ihr feuchter Kuss weg und sagte bäähh! Dafür revanchierte er sich mit einer Umarmung und einem dicken Kuss auf den Mund. Sie flüchtete zu ihrem Vater. Er rannte ihr nach. So konnte ich ex meinen kaltgewordenen Cappuccino trinken (ich bin ja eingefleischte Hardcore-Espresso-Trinkerin, aber das hätten meine Magennerven nicht gebacken gekriegt!).

Nachdem sich Chiara fürs Pudern und Frischmachen in den Wickelraum verzog, wurde es Canelito langweilig. Das hiess für die alte Mutter, ihm durch das ganze Kaffee nachrennen und aufpassen, dass er die Kellner und Kellnerinnen nicht umstösst. Er lachte sie charmant an. Das half. Und ich bekam einen mitleidigen Blick. Das half nicht!

Als er dann im Auto einschlief, dachte ich: Lieber Gott, an den in nicht glaube. Danke, dass er mir jetzt ein bisschen Ruhe gönnt!

Ich bewundere Canelo, wie er es tagein tagaus mit unserem kleinen Berserker schafft! Von wem hat der Kleine wohl dieses Temperament?

bye canela

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9 Gedanken zu “Frau am Rande des Nervenzusammenbruch

  1. ach mauselchen.. da must du viel gelassener drangehen 🙂 vielleicht solltest du doch öfter mal das mamaspiel üben *zwinker* so kleine temperamentsbolzen halten jung .. meine beiden waren jeden morgen punkt 4:00 wach und wollten unterhalten werden. derweil ganz deutschland noch schlief war mama perle schon locker über tisch und bänke unterwegens. heute pennen die beiden bis zum mittag und stehen nur unter androhung von taschengeldentzug auf 🙂 also immer de lachklammer rein und mitgemacht.. je mehr du dich dabei stresst, je saurer wirds.. einfach drüber lachen.. und gut isses.. was andere dabei über dich denken kann so nem hübschen mädel doch am a**** vorbei sein.. kopf hoch kleine süße mama .. ich drück dich mal

  2. Da hilft nur eins Canela,
    kleines Brustgeschirr und automatic Leine. Und schon kann Mammi sich zurücklehnen und den kleinen Hosenscheisser in der Nähe halten ;o)

    Oder wirklich auf Perlchen hören, sie scheint zu wissen wie es Dir ergeht.
    andi

  3. Eh bien.
    Bald wird er, wie meiner, mit einem Redbull in der Hand vor dir stehen, über einen Kopf grösser, und dir sagen: „Ey monn, bist ja voll krass angezogen. So kannst nicht voll peinlich monn rumlaufen, bist doch viel zu alt dafür ey …“ Und er wird, trash pur, hardcore HipHop laufen lassen dass die Wände zittern, während du mit deinen Ladys einen Teenachmittag halten willst, um über die Spiritualität des Tantra reden willst.

    Geniess den Süssen noch, so lange du kannst 😉

  4. he jaaaa! ich habe doch ein bisschen übertrieben! so ergeht es einer mutter, die arbeitet statt zuhause bei ihrem sohn zu sein. ich werde doch mal eva hermann anrufen 😉 hehe!

  5. Joa. So geht’s wenn man sich auf das Experiment „Kinder kriegen“ einlässt. Aber ich denke, dass auch du das überstehen wirst. Ansonsten könntet ihr ja auch mal Rollentausch machen und dein Canelo bringt das Geld heim. 😉

    @Madame Lila: Nana… Sowas würde ich mir aber ned gefallen lassen von einem Schnuddergoof (wie wir hier in der Schweiz zu sagen pflegen). 😉

  6. *erleichterungsseufz* Wir haben die Kinder gemacht, müssen aber nicht alles für die Kinder machen 🙂
    Sie sollen doch all das, was wir bis heute vergessen haben, selber erleben. Nicht?
    Ich wenigsten erinnere mich gerne an meine Kindheit zurück *grmpf* kein Tag möchte ich missen. Dann kommt doch die Jugendzeit (Schnuddergoof für die Schweizer) die *ge…te* Zeit sowieso, schade dass sie so früh kommt. Am lisbsten wäre ich ein Jugendlicher wenn ich in die Pension gehe, da hätte man alle Zeit um abzufeiern, oder dies, oder dass, und vielleicht noch das andere zu erleben….

    PS: und wenn man 90 Jahre alt wird, zurück zur
    Arbeit „hi,hi,hi*

  7. in solchen momenten habe ich meine goofen mit ultralangen schrauben an eine wand gedübelt. (virtuell wenigstens). dann links und rechts ein oropax rein und die welt war wieder in ordnung. 🙂

    bereite dich darauf vor, wie madame lila androht, die redbullzeit wird noch schlimmer werden, dann nützen leider auch die ultralangen schrauben nichts mehr *grins*

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