Ein Kommissar denkt über die Liebe nach

er war ein miserabler kommissar. das wusste er. aber ein noch viel schlechterer ehemann. dessen war er sich jetzt sicher. seit seine frau ihn verlassen hatte, fühlte er sich beschissen. nicht dass er sie besonders gemocht hätte, aber er hatte sich an sie gewöhnt.

die gefüllten aschenbecher lagen im schlafzimmer herum. die kippen stanken fürchterlich. seit sie weg war, rauchte er im bett. sie hatte es immer gehasst. jetzt genoss er es umso mehr.

der letzte fall hatte ihm ziemlich zugesetzt. er war noch wortkarger geworden, als er es schon war. nach diesem ereignis vergingen tage und er sprach kein wort mehr zuhause. abends, nach seinem dienst, holte er sich ein bier und sass dann stumm vor dem fernseher. erst als er ihre kurze notiz las: du bist toter als ein fischgeripppe! wusste er, da war etwas schief gelaufen.

ihm ging der fall mit dem toten paar nicht mehr aus dem kopf. wie konnte sich ein mann so töten lassen, einfach abstechen lassen, dabei zusehen und warten? und sie, diese schlampe! mit ihren herrlichen dunklen locken, die voller blut waren. sie hatte ihr gesicht im blut ihres liebhabers gebadet. echt krank! dachte er.

hatte ihn seine frau jemals so geliebt? hat er irgendwann so geliebt? „verdammte scheisse“! fluchte er vor sich hin und zog heftig an seiner zigarette. das kann keine liebe sein. und trotzdem, er hatte sie gesehen. bei allem blut, in welchem die nackten toten da lagen, sahen sie aus ,als wären sie zusammengeflossen zu einem körper.

verstohlen hatte er beim eintreten auf ihre scham geschaut. er schaute sich kurz um, um sich zu vergewissern, dass niemand da war. dann betrachtete er sie eingehender. ihre braunen augen starrten zum fenster. an der wand hing ein teil von ihrem gehirn. ein paar lange dunkle locken hatte der schuss mitgerissen. ihr gesicht war rot verkrustet. sie musste hübsch gewesen sein. dann sah er sich nochmals kurz um und sein blick blieb auf ihrer scham liegen. sie hatte keine behaarung. das wirkte auf ihn unschuldig. obwohl er genau wusste, dass frauen, die ihre möse rasierten, absolut nicht unschuldig waren. im gegenteil. bis meier kam und er zusammenzuckte.

„widerlich“ sagte der kommissar die nase rümpfend. „wieso müssen sich leute immer so blutig umbringen?“ „vielleicht war es liebe?“ erwiderte der hereinkommende polizist. „das soll liebe sein?“ wetterte der kommissar. „einen haufen blut im bett und gehirn an der wand, das ist doch zum kotzen, das ist keine liebe! halten sie doch die schnauze, meier, sie ewig gestriger romantiker und lassen sie den fotografen und die spurensicherung kommen“!

er lag im bett und drückte seine zigarette aus. seine hand wanderte zu seinem schwanz herunter. er stellte sich vor, er wäre der liebhaber dieser frau gewesen. und er sah ihre scham, diese herrlich samtene möse vor seinen augen.

seine frau hätte sich über die flecken im bett aufgeregt. er schlief einfach ein. traumlos.

by canela

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13 Gedanken zu “Ein Kommissar denkt über die Liebe nach

  1. nicht übel, aber sei mir bitte nicht böse, wenn ich es in etwa so formuliere: Blutiges Happy End war härter, direkter, tiefer, herzeisiger auch ohne rasierte muschi.
    bin gespannt, ob, wie und wo der kommissar weiter hand an sich legt. 😉

  2. Oooops. Nach einer Zechtür bis fünf Uhr morgens lese ich nun das hier. Zum Frühstück. Jetzt weiss ich, was mir die letzte Nacht fehlte. ’ne Muschi. ’ne lebendige! 😉

  3. @zores: der kommissar mag halt rasierte muschis. seine frau tat das nicht. ist doch logisch, dass er sich mal was anderes vorstellt beim mitsichspielen.

    @:-) andi: eigentlich wäre es nach mir schon lange weitergegangen. nur habe ich die einfälle meistens gegen mitternacht. würde ich immer schreiben, wenn es mich überkommt, würde ich zur kompletten nachteule mutieren.

    @phil: zum frühstück ne muschi? 3 minuten oder hart gekocht? 😉

  4. Hui… ich lese gerade zum ersten Mal vom Kommissar. Interessant und witzig geschrieben. Auch wenn ich nicht so der Freund der „Fäkal“sprache bin (abgesehen von Dialogen). Das wirkt auf mich meistens gekünstelt provozierend. Aber wie dem auch sei.
    Das mit den nächtlichen Einfällen kenne ich nur zu gut. Kann manchmal kaum einschlafen vor lauter neuen Ideen…

  5. @gnomon. er ist ein kommissar, einer aus der gosse. kein hochschulprofessor für linguistik. er mag es dreckig und „fäckalig“. so ist er, unser kommissar, ziemlich ungehobelt dieser typ 😉

    was das nicht schlafen können betrifft: bist du der andere wolf der in der nacht heult? dachte schon es sei mein echo 🙂

  6. Natürlich ist er ein Gossenkommissar. Hochschulprofessoren eignen sich sowieso nicht für Geschichten… obwohl…
    Trotzdem schreibst du ja aus der 3. Person, einer allwissenden. Das schreit in meinen Ohren nach etwas weniger „Gossigkeit“. 😉
    Wäre das ganze aus Kommissarens Sicht geschrieben, hielte ich (vielleicht) meine vorlaute Klappe.

    Apropos heulen: Naja… Ich bin ja mehr der Eisbär-typ und ob die heulen, weiss ich jetzt gerade nicht. 🙂

  7. gibts von dem kommisar eigentlich noch mehr????

    @zores,

    welche frau läuft dann den weg, ne vor lauter toten ist im der trieb abhanden gekommen.

    wobei die frau muss ja schon ne wucht sein, das die seine gehirnzellen dermaßen in schwung bringt

    denken wir nicht alle mal über liebe nach, vor allem wenn gerade mal alles den bach runter gegangen ist und sind wir dann nicht versucht, paarungstrieb = liebe zu setzen???

  8. danke @>–`–,–

    werde sie mir später mal zu gemüte führen *freu*

    ups, eine frau die sex und liebe trennt, muss man ja wissen *g*

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