Meine Grossmutter lebte in der Nähe von Pamplona. Das Dorf nennt sich auf baskisch Kadreitako. Ihr Bauernhaus war gross und die Küche bot allen sieben Kindern Platz.
Versammelten sich ihre Töchter und Söhne mit ihren eigenen Kindern an Weihnachten oder an den Sanfermines in Grossmutters Haus , war es zum Bersten gefüllt. Alle zusammen hatten ungefähr 28 Kinder und so wurde das Wohnzimmer zum Esszimmer umfunktioniert oder wir assen in Schichten. Die Kleinen zuerst dann die Älteren.
Essen war wichtig und wurde ausgiebig zelebriert. Spargeln, Tomaten, Gemüse, Pfirsiche, Jamón, Tortilla de Patata, Hühner und Kaninchen waren aus den eigenen Feldern oder stammten aus dem Patio, der sich hinter der Küche befand. Dieser Innenhof war das Zuhause eines Schweines, unzähliger Hühnern und vieler Kaninchen. Auch der Traktor hatte seinen Platz mit den Gerätschaften.
Gab es etwas zu feiern und das gab es meistens, wurde gegessen, getrunken und gesungen. Meine Tanten und Onkeln konnte wunderbare Jotas singen.
Für besondere Anlässe gab es Kaninchen, die meine Grossmutter eigenhändig schlachtete. Für uns Enkelkinder ein Schauspiel zwischen Grauen und Faszination. Meistens verkroch sich das Kanichen in einer Ecke und starrte mit aufgerissenen Augen seinem Tod entgegen. Wurde es von meiner Grossmutter am Nacken gepackt, fiepte und schrie es . Ich hielt mir immer die Ohren zu, weil ich diese Todesschreie nicht aushielt. Dann gab es einen Schlag auf den Nacken, einen Schnitt durch die Kehle, und es zappelte sich in den Tod.
Heute morgen fühlte ich mich wie dieses Kaninchen; in einer Ecke sitzend und auf den Genickschlag wartend.
das kenne ich gut! – ich meine die kaninchenschlachterei. da ich als kind am wochenende auch immer in einem bauernhaus wohnte, in welchem meine eltern eine zweitwohnung gemietet hatten, schauten wir dort auch immer zu, wenn der bauer seine kaninchen geschlachtet und gehäutet hat.
er jagte ihnen zwar immer zuerst eine kugel durch den kopf, aber das zappeln wird deswegen nicht weniger… danach hat er sie kopfüber aufgehängt und sich mit dem scharfen messer über sie hergemacht, bis sie am ende aussahen wie in der migros. – war immer sehr spannend ihm dabei zuzusehen!
allerdings das gefühl des kaninchens vor dem schlachten muss wohl nicht so toll sein und ich hoffe dir geht es mittlerweile besser…
Von: falki am 11. Mai 2009
um 12:00
Manchmal denke ich, du hast ein schönes Leben. Aber ich beneide dich nicht um deine Aengste.
Von: Susa am 11. Mai 2009
um 12:37
@falki: mir geht es immer wieder besser, wie auch immer wieder schlecht. das los einer berg- und talfahrerin
@Susa: ich habe ein gutes leben. genau wegen den ängsten und das überwinden der selben
Von: canela am 12. Mai 2009
um 9:19
@canela: dann geht es dir ja nicht anders als den andern!
Von: falki am 12. Mai 2009
um 9:20
@falki: wer behauptete was anderes?
Von: canela am 12. Mai 2009
um 9:21
niemand
Von: falki am 12. Mai 2009
um 9:22